Gerüchte Allgemein

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spandauer
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Re: Gerüchte Allgemein

Beitragvon spandauer » Dienstag 29. August 2017, 13:16

Laut BILD werden ab Berlin wohl alle Langstrecken zwischen Mitte September und Anfang Oktober eingestellt.

http://www.bild.de/geld/wirtschaft/air- ... .bild.html

Interessant ist dabei folgender Passus:
Die Lufthansa will nach Informationen aus Unternehmenskreisen Langstreckenflüge von Air Berlin übernehmen.
Geplant sei, Verbindungen von Berlin und von Düsseldorf aus weiter zu bedienen, sagte eine mit den Plänen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.
Insgesamt wolle die Lufthansa für ihre Billigtochter Eurowings etwa ein Dutzend der 17 Langstreckenmaschinen der insolventen Konkurrentin übernehmen. „Die Planungen sehen vor, dass zwei der Flugzeuge in Berlin und bis zu zehn in Düsseldorf stationiert werden“, ergänzte der Insider.
Von der Hauptstadt solle eine Verbindung zur US-Ostküste angeboten werden. „Die Ziele New York und Washington stehen ganz oben auf der Liste der potenziellen Ziele.“


Das liest sich also so, als würde LH bzw. EW ab TXL JFK und IAD im Auge haben. Nun gut, es ist nach wie vor die BILD als Quelle, daher stehe ich dem erst mal sehr vorsichtig gegenüber.

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olivernallaweg
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Re: Gerüchte Allgemein

Beitragvon olivernallaweg » Dienstag 29. August 2017, 17:31

Bild spricht auf der einen Seite reißerisch im Titel darüber dass alle Langstrecken eingestellt werden. Im Text unter der Überschrift fehlt dann aber jede Spur von New York und Miami.

Was die Lufthansa-Planungen angeht würde es dann wohl auf tägliche Flüge nach New York und Washington. Wobei wahrscheinlich nach nem halben Jahr gesagt wird, dass es sich nicht lohnt, weil entweder die Nachfrage nicht da wäre oder aber dass eine Teilflotte von 2 Fliegern sich nicht lohnt und die Strecken deshalb gestrichen werden. Mal meine Prognose zu dem Gerücht. ;)

Potsdamer
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Re: Gerüchte Allgemein

Beitragvon Potsdamer » Mittwoch 30. August 2017, 08:48

olivernallaweg hat geschrieben:Bild spricht auf der einen Seite reißerisch im Titel darüber dass alle Langstrecken eingestellt werden. Im Text unter der Überschrift fehlt dann aber jede Spur von New York und Miami.

Was die Lufthansa-Planungen angeht würde es dann wohl auf tägliche Flüge nach New York und Washington. Wobei wahrscheinlich nach nem halben Jahr gesagt wird, dass es sich nicht lohnt, weil entweder die Nachfrage nicht da wäre oder aber dass eine Teilflotte von 2 Fliegern sich nicht lohnt und die Strecken deshalb gestrichen werden. Mal meine Prognose zu dem Gerücht. ;)


Endlich merkt das hier mal einer bzw spricht es mal aus!
Für den LH-Konzern sind nur genau 3 Standorte wichtig: FRA, MUC und DUS!
Jeder andere Platz bekommt mal ein kurzfristiges Zückerchen damit man nicht mit anderen anbandelt!

Übrigens ein nettes Beispiel von den LH-Konzern-Leidensgenossen aus CGN....als Ende er 80iger ein Europadrehkreuz aufgebaut werden sollte. Ersetzt einfach mal Gombel durch Garvens, Ruhnau durch Spohr und Lufthansa durch Eurowings...dann passt es:

"Flughafendirektor Gombel: Liebesheirat mit Lufthansa" :P
"In 1-2 Jahren haben wir hier eine voll funktionsfähige Drehscheibe so LH-Chef Ruhnau"
"LH-Chef Ruhnau: Die 8 neuen EU-Strecken besser angelaufen als erwartet"
"17.August 1990: Zum 11. November werden 14 neue Europaziele aufgenommen - 8x daily Berlin - Interkontstrecken sollen ausgebaut werden"
"LH-Anzeige in der Rundschau: EUROGATE Köln/Bonn verfügt ab Nov über 36 Ziele" :zwinker:
"Wir glauben das Köln/Bonn im europäischen Binnenmarkt beste Chancen hat - LH Verkaufsleiter CGN Wolfgang Müller"
.
.
"Lufthansa vertröstet Köln/Bonn - neue Verbindungen abgesagt"
"Lufthansa streicht Köln/Bonn-Washington"
"Lufthansa stoppt Expansionspläne - erstes Opfer ist der Flughafen Köln/Bonn"
"Drehkreuz hat an Schwung verloren - Kooperationsprogramm wird gestreckt"
"Die Flughafengesellschaft müsse Verständnis dafür haben wenn die LH jetzt andere Prioritäten setze"
"Lufthansa will neues Konzept erarbeiten - Tagesrandverkehr lautet das Stichwort"

seneca747
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Re: Gerüchte Allgemein

Beitragvon seneca747 » Mittwoch 30. August 2017, 09:21

Mittel- bis langfrstig wird LH aber nicht an Berlin vorbeikommen. Daher ist es gut, dass Müller auch jetzt Druck macht, wie es die Bürgermeister vorher auch immer wieder gemacht haben. Der Markt Berlin als größte Stadt zwischen Paris und Moskau wird irgendwann für sich sprechen...

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Andi_BER
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Re: Gerüchte Allgemein

Beitragvon Andi_BER » Mittwoch 30. August 2017, 09:51

seneca747 hat geschrieben:Mittel- bis langfrstig wird LH aber nicht an Berlin vorbeikommen. Daher ist es gut, dass Müller auch jetzt Druck macht, wie es die Bürgermeister vorher auch immer wieder gemacht haben. Der Markt Berlin als größte Stadt zwischen Paris und Moskau wird irgendwann für sich sprechen...


Das wünscht man sich immer, aber die letzten 25 Jahre waren ein eindeutiges Zeichen, dass es dem LH-Konzern wichtig ist, Berlin klein zu halten. Was noch viel schwerwiegender wirkt, ist ja die Beeinflussung durch und über die Politik. Gerade jetzt, wo es darum geht, Air Berlin möglichst vernünftig in neue Bahnen zu bringen (wie auch immer die aussehen), denkt man, dass der Bundesverkehrsminister ein offizieller Vertreter der Lufthansa ist.
Letztendlich wird es wieder so kommen, dass bis auf einige wenige internationale Verbindungen (von ausländischen Gesellschaften) in Berlin Langstreckenbrache sein wird. Die Argumentation wird wieder die gleiche sein, aber es ist ja auch klar, dass sich ein Markt nicht entwickeln kann, wenn man ihn sich nicht entwickeln lässt.

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modern air
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Re: Gerüchte Allgemein

Beitragvon modern air » Freitag 1. September 2017, 18:29

Das Engagement von Lufthansa war immer schon klein, als die Deutsche Einheit waren die Versprechungen zu Berlin noch groß, tatsächlich flog mit LH A310 nach New York, dann Pause und später sogar mit A340-200 bis dann der 11.9.2001 Lufthansa endlich die Ausrede hatte, ihre einzige Langstrecke einzustellen. Da gab's noch kein A330-Drehkreuz in Tegel. Man überließ den Amis den Rest des Marktes.

Wenn jetzt Lufthansa statt ihrer Premiummarke ausschließlich die Tochter Eurowings ab Tegel einsetzt, ist das ganz offensichtlich ein klares Bekenntnis zu "mit Lufthansa niemals ab Tegel"!
Da helfen auch alle Bemühungen von unserem regierenden Bürgermeister nichts!!!

olivernallaweg
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Re: Gerüchte Allgemein

Beitragvon olivernallaweg » Freitag 1. September 2017, 20:47

Ist halt alles Ansichtssache...auch wenn man in Tegel keine Lufthansa Flieger sieht, mal abgesehen von den MUC und FRA Shuttles, sieht sich Lufthansa als zweitgrößter Anbieter hinter Air Berlin. Da das ganze ja Lufthansa Group heißt zählt man halt auch alle Flüge der Swiss, Austrian, Brussels und Wings mit dazu. Die Lufthansa selbst hat sich schon vor ein Paar Jahren aus Berlin zurückgezogen und bedient Berlin selbst nur noch als Feedermarkt für ihre Langstrecken. Das wird sich auch mit der Übernahme der AB nicht ändern, sondern eher noch verstärken.

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Re: Gerüchte Allgemein

Beitragvon LaPlanche » Samstag 2. September 2017, 14:51

hier schimpfen immer alle über die Lufthansa und wie stiefmütterlich sie Berlin behandelt.

Schon mal darüber nachgedacht, dass es vielleicht an Berlin selbst liegen könnte? Das Lokalaufkommen reicht einfach nicht aus, um wirtschaftlich nachhaltig Flüge ab Berlin anzubieten. Zumindest nicht mit der hohen Kostenbasis einer LH. Berlin ist nicht der Nabel Deutschlands. So lange die wirtschaftsfeindliche, schmarozer-Politik in Berlin weiter betrieben wird, müssen wir uns mit FR, U2, EW und Co. zufrieden geben. Für mehr reicht die Nachfrage nicht. Und damit meine ich nicht nur das Nachfragevolumen, sondern insbesondere die Kaufkraft. Es wird sogar schlimmer statt besser. Leistungsträger verlassen die Stadt und ziehen nach MUC, FRA, HAM oder DUS. Leistungsempfänger, wie Studenten, Punks, Pazifisten, Asylanten, Linke und Grüne ziehen nach Berlin. Wer kann sich wohl eher Premium Eco oder Business Class Flüge leisten?

Wir können froh sein, wenn nach der AB Liquidierung EW 1 oder 2 A332 in Berlin stationiert/übernimmt.
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JRO-International
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Re: Gerüchte Allgemein

Beitragvon JRO-International » Samstag 2. September 2017, 17:54

LaPlanche hat geschrieben: So lange die wirtschaftsfeindliche, schmarozer-Politik in Berlin weiter betrieben wird, müssen wir uns mit FR, U2, EW und Co. zufrieden geben. Für mehr reicht die Nachfrage nicht. Und damit meine ich nicht nur das Nachfragevolumen, sondern insbesondere die Kaufkraft. Es wird sogar schlimmer statt besser. Leistungsträger verlassen die Stadt und ziehen nach MUC, FRA, HAM oder DUS. Leistungsempfänger, wie Studenten, Punks, Pazifisten, Asylanten, Linke und Grüne ziehen nach Berlin.

Kannst Du uns mit Deinen neoliberalen Ideologie-Tiraden an dieser Stelle bitte verschonen und Dir das fürs FDP-Forum aufheben ?
Oft genug sind die sogenannten "Leistungsträger" (Makler, Banker, Steuerberater, Vermögensverwalter, etc.) ja die eigentlichen Schmarotzer, aber das ist noch mal ein ganz anderes Thema, das hier etwas off ist.
Deine Aussagen, der zufolge die Wirtschaftskraft Berlins immer mehr abnimmt, Grüne überwiegend Leistungsempfänger sind und all diese "Schmarotzer" zunehmend nach Berlin ziehen, wohingegen die wenigen verbliebenen "Leistungsträger" verstärkt fortziehen, sind so realitätsfern, dass man darauf gar nicht ernsthaft einzugehen braucht.
Dass Berlin nur schwer das Niveau von west- und süddeutschen Großstädten (speziell FRA und MUC) erreichen kann, welche die eigentlichen Profiteure von Nachkriegszeit und deutscher Teilung waren, ist völlig klar. Die werden immer einen Vorsprung haben und den auch nie wieder hergeben. Bekanntlich scheißt der Teufel ja immer auf den größten Haufen.

Und natürlich behandelt die LH Berlin stiefmütterlich, weil es der Wirtschaftlichkeit ihres Drehkreuzmodells widerspricht, was aber ganz und gar nicht heißt, dass man singulär betrachtet keine Point-to-Point Langstrecke ab Berlin wirtschaftlich betreiben könnte. Qatar, Hainan, Delta, United und Air Canada sind ja nicht komplett bescheuert. Von potenziellen Kandidaten wir JAL und Vietnam Airlines mal ganz abgesehen.

Zudem möchte Spohr nach und nach ja eh immer mehr LH-Flüge zu EW-Flügen ummodeln. Das erschwert die Bereitschaft, neue LH-Langstreckenflüge jenseits von FRA und MUC anzubieten, nochmal um einiges.
„Regelmäßiges Versagen ist auch eine Form von Zuverlässigkeit"

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Chrissi
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Re: Gerüchte Allgemein

Beitragvon Chrissi » Samstag 2. September 2017, 19:00

JRO-International hat geschrieben:Und natürlich behandelt die LH Berlin stiefmütterlich, weil es der Wirtschaftlichkeit ihres Drehkreuzmodells widerspricht, was aber ganz und gar nicht heißt, dass man singulär betrachtet keine Point-to-Point Langstrecke ab Berlin wirtschaftlich betreiben könnte. Qatar, Hainan, Delta, United und Air Canada sind ja nicht komplett bescheuert. Von potenziellen Kandidaten wir JAL und Vietnam Airlines mal ganz abgesehen.


An dieser Stelle darf man die von dir erwähnten Verbindungen von Qatar, Hainan, Delta, United und Air Canada aber nicht als isolierte P2P-Verbindung sehen. Diese Routen werden von deren Hubs bedient. Die Drehkreuze haben sicherlich einerseits den Vorteil, dass die Auslastung durch die Umsteiger erhöht wird. Andererseits bringt die Hub-Infrastruktur und die einhergehende Zentraliserung enorme Einsparungen der Produktionskosten.

Die Marge ist durch die starke Konkurrenz, die Marktsättigung und die dementsprechend niedrigen Flugpreise ohnehin sehr klein. Die Produktionskosten aus fixem und variablem Anteil gilt es zu senken - Fixkostendegression, Skalenerträge, sinkende Durchschnittskosten sind an dieser Stelle zu nennen. Für LH wird es operativ keinen Sinn ergeben, einzelne Langstrecken ab Berlin mit eigenen Flugzeugen anzubieten. Die Stationierung der Crews (vor allem die exklusiven Langstrecken-Piloten) (+Stand-by), die Wartung der Maschinen, Ersatzmaschinen (bzw. die Positionierung eines Ersatzfliegers bei Bedarf), Ersatzteile, Umbuchungsmöglichkeiten. Die Hub-Funktion in FRA und MUC und die damit verbundenen Standortvorteile mit der Infrastruktur, Konzentration und Zentralisierung definieren einfach ein anderes Niveau der Produktionskosten. Sicherlich würde man einzelne Langstrecken ab Berlin füllen können, die Einzelkosten pro Fluggast(-kilometer) würden aufgrund der Fixkosten jedoch nur kleine Margen erlauben. Diese Vorteile nutzen Qatar, Hainan, Delta, United natürlich an deren Drehkreuzen und können deshalb deutlich günstiger auf einem Langstreckenflug ex Berlin operieren als es LH mit einer/zwei/drei isolierten Route könnte. Die Lufthansa Group kann leider an anderer Stelle ihr Kapital rentabler einsetzen. Aber es bleibt abzuwarten und mich als Berliner würde es trotzdem freuen.
Grüße Christopher

Meine Pics bei A.net ;)

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Re: Gerüchte Allgemein

Beitragvon JRO-International » Samstag 2. September 2017, 21:23

Chrissi hat geschrieben:An dieser Stelle darf man die von dir erwähnten Verbindungen von Qatar, Hainan, Delta, United und Air Canada aber nicht als isolierte P2P-Verbindung sehen. Diese Routen werden von deren Hubs bedient. Die Drehkreuze haben sicherlich einerseits den Vorteil, dass die Auslastung durch die Umsteiger erhöht wird. Andererseits bringt die Hub-Infrastruktur und die einhergehende Zentraliserung enorme Einsparungen der Produktionskosten.

Ja, da hast Du natürlich recht. Besonders, was Qatar angeht. Andererseits sind Delta und United trotz bereits vorhandener Air Berlin-Verbindung nach Berlin gekommen. Kenne die Zahlen nicht genau, aber ich denke, dass der reine Berlin<->New York-Verkehr einen Gutteil des Passagieraufkommens ausmachen wird. Ebenso bei Peking-Berlin.

Abgesehen davon, wäre LH ja durchaus in der Lage, von und nach Berlin per Langstrecke geflogene mit EW weiterzutranspotieren. Widerspricht aber wiederum ihrem FRA/MUC-Premium-Service-Geschäftsmodell. Anders herum könnte ein LH-Flug (nicht nur in den USA) von Code-Share-Partner gefeedert werden....wohingegen ich mich verwahrt habe, war nur die Behauptung, dass es v.a. an den schmarotzenden Billigberlinern liegt. Meiner Einschätzung nach gibts inzwischen eine ganze Menge wirtschaftlich potenter Kunden ex Berlin. Nur müssen die halt nun via FRA/MUC fliegen oder (was man nicht vergessen sollte) gehen der LH in Gänze verloren, weil man ja genauso gut über London, Paris, Amsterdam, etc. fliegen kann, wenn man eh schon umsteigen muss. Vielleicht schenkt die LH den Opportunitätskosten etwas zu wenig Beachtung. Und somit liegt es zu einem Gutteil eben doch v.a. am LH-Geschäftsmodell.

Was ich prinzipiell bislang nicht verstanden habe: FRA und MUC sind chronisch überlastet, die Umsteigezeit ist nicht ohne. Alle LH-Flugzeuge fliegen auf dem Weg nach Japan und China quasi direkt an Berlin vorbei. Warum macht es keinen Sinn, nach Eröffnung des BER nicht wenigstens ein oder zwei Routen ab Berlin anzubieten, die ohne große Verzögerungen und mit einer guten Flugstunde Zeitvorteil und immensem Kerosineinsparpotenzial gegenüber FRA und MUC durchgeführt werden können ? Natürlich muss man die auch füttern, aber dann sollen sie neben MUC und FRA halt auch ein paar "echte" LH-Maschinen nach DUS oder STR fliegen lassen oder CodeShare zur Verteilung in Europa anbieten....
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Re: Gerüchte Allgemein

Beitragvon Proud of Freddie » Sonntag 3. September 2017, 08:06

Ich kann LaPlanche ebenfalls nicht folgen. Das FRA und MUC die deutschen Hubs sind liegt lediglich am damals vorhandenen Status Quo der deutschen Teilung. Auch die wirtschaftlich strukturelle Schwäche Berlins ist Folge der deutschen Teilung gewesen. Nun allerdings ist die Entwicklung Berlins dynamisch, allerdings primär im Dienstleistungsbereich. Das hat zwar den Nachteil eines geringeren Durchschnittseinkommens, aber ist konjunkturell unempfindlicher, was sich bereits bei der Bankenkriese 2007/08 gezeigt hat, als überall die Pax-Zahlen fielen, nur in Berlin nicht.
Wer in welcher (Landes-)Regierung Berlin in den letzten 27 Jahren geführt hat, hat offensichtlich kaum Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung gehabt.
Über "Schmarotzer, Linke, Asylanten usw. " zu zetern ist in diesem Zusammenhang ohne Inhalt und dem Wahlkampffieber geschuldet.
Es besteht kein Zweifel, dass Berlin im originären Verkehrsaufkommen die stärkste Entwicklung in den letzten Jahren in Deutschland vorweist; dass die deutsche Industrie zu instabilen Zeiten der Nachkriegs-und Mauerzeit aus Berlin geflüchtet ist und zum großen Teil in Bayern Asyl gefunden hat, kann kaum den zitierten "Schmarotzern" angelastet werden.
So wird ein "Schuh" draus...
Optimistisch sein! Bernte
P.s.: auch sogenannte Billigflüge sind kommerziell nachhaltig, sonst gäbe es weder Ryanair noch Easyjet(ob man sie mag oder nicht).

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Re: Gerüchte Allgemein

Beitragvon A380 » Sonntag 3. September 2017, 12:17

LaPlanche hat geschrieben:hier schimpfen immer alle über die Lufthansa und wie stiefmütterlich sie Berlin behandelt.

Schon mal darüber nachgedacht, dass es vielleicht an Berlin selbst liegen könnte? Das Lokalaufkommen reicht einfach nicht aus, um wirtschaftlich nachhaltig Flüge ab Berlin anzubieten. Zumindest nicht mit der hohen Kostenbasis einer LH. Berlin ist nicht der Nabel Deutschlands. So lange die wirtschaftsfeindliche, schmarozer-Politik in Berlin weiter betrieben wird, müssen wir uns mit FR, U2, EW und Co. zufrieden geben. Für mehr reicht die Nachfrage nicht. Und damit meine ich nicht nur das Nachfragevolumen, sondern insbesondere die Kaufkraft. Es wird sogar schlimmer statt besser. Leistungsträger verlassen die Stadt und ziehen nach MUC, FRA, HAM oder DUS. Leistungsempfänger, wie Studenten, Punks, Pazifisten, Asylanten, Linke und Grüne ziehen nach Berlin. Wer kann sich wohl eher Premium Eco oder Business Class Flüge leisten?

Wir können froh sein, wenn nach der AB Liquidierung EW 1 oder 2 A332 in Berlin stationiert/übernimmt.



1. Zustimmung zu den anderen Kommentaren, das ist politische Stimmungsmache nach FDP-Idealvorstellung und nicht wirklich sachdienlich.

ABER: grundsätzlich, wie ebenfalls schon erwähnt nicht ganz von der Hand zu weisen.

Was ich aber sagen möchte: Berlin hat beinahe 4.000.000 Einwohner. Mit Umgebung (Potsdam etc.) und wenn man großzügig denkt (LEJ, DRS, Richtung MeckPom) dann hat Berlin ein Einzugsgebiet von deutlich über 5 Mio, eher schon in Richtung 7-8 Mio Menschen. Dazu kommt der Status des politischen Zentrums der größten Volkswirtschaft Europas und eines wichtigen Zentrums des größten Wirtschaftsraumes der Welt. Wie da von der Politik die Entwicklung eines vernünftigen Streckennetzes blockiert wird, ist nahezu lächerlich.

Um das klarzustellen: Ich sehe BER nicht als LHR, FRA, CDG oder auch nur als MUC oder MAD. Mit (Bsp LHR) über 30 täglichen NY-Flügen. Aber wenn man sieht, was zum Beispiel ATH oder insbesondere FCO für Langstrecken haben im Vergleich zu BER. Und diese Strotzen nun auch nicht vor Geld.

Also meine Meinung nochmal zum Mitschreiben: LaPlanches Argumente ziehen, wenn man BER mit internationalen Hubs vergleicht. Dass es allerdings nichtmal für eine einzige Langstrecke seitens LH reicht, kann wohl kaum in dem ohne Frage unterdurchschnittlichem Einkommensschnitt liegen. Und dass sich AB beklagt, nicht genug BIZ Kunden abgreifen zu können, liegt wohl auch daran, dass sie es nie geschafft hat, sich als Qualitätsairline zu etablieren. Im Zweifel fliegen wohl auch reiche Berliner lieber mit LH, BA etc. Dass im Umkehrschluss aber durch LH und deren Lobbyarbeit verhindert wird dass sich BER ohne LH zu einem "Hubchen" entwickelt, ist das was mich und ich denke auch viele andere aufregt. Also dass sich LH nicht die Mühe macht, hier was aufzubauen, aber trotzdem zB EK abblocken lässt um keine Umsteiger zu verlieren.

Ich sage es nur ungern, aber ohne AB und vor dem Hintergrund der LH-Berlin-Strategie droht BER als Luftverkehrsstandort in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Und das liegt bestimmt nicht am Berliner Kaufkraftsyndrom.

LaPlanche
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Re: Gerüchte Allgemein

Beitragvon LaPlanche » Sonntag 3. September 2017, 14:41

JRO-International hat geschrieben:
LaPlanche hat geschrieben: So lange die wirtschaftsfeindliche, schmarozer-Politik in Berlin weiter betrieben wird, müssen wir uns mit FR, U2, EW und Co. zufrieden geben. Für mehr reicht die Nachfrage nicht. Und damit meine ich nicht nur das Nachfragevolumen, sondern insbesondere die Kaufkraft. Es wird sogar schlimmer statt besser. Leistungsträger verlassen die Stadt und ziehen nach MUC, FRA, HAM oder DUS. Leistungsempfänger, wie Studenten, Punks, Pazifisten, Asylanten, Linke und Grüne ziehen nach Berlin.

Kannst Du uns mit Deinen neoliberalen Ideologie-Tiraden an dieser Stelle bitte verschonen und Dir das fürs FDP-Forum aufheben ?
Oft genug sind die sogenannten "Leistungsträger" (Makler, Banker, Steuerberater, Vermögensverwalter, etc.) ja die eigentlichen Schmarotzer, aber das ist noch mal ein ganz anderes Thema, das hier etwas off ist.
Deine Aussagen, der zufolge die Wirtschaftskraft Berlins immer mehr abnimmt, Grüne überwiegend Leistungsempfänger sind und all diese "Schmarotzer" zunehmend nach Berlin ziehen, wohingegen die wenigen verbliebenen "Leistungsträger" verstärkt fortziehen, sind so realitätsfern, dass man darauf gar nicht ernsthaft einzugehen braucht.
Dass Berlin nur schwer das Niveau von west- und süddeutschen Großstädten (speziell FRA und MUC) erreichen kann, welche die eigentlichen Profiteure von Nachkriegszeit und deutscher Teilung waren, ist völlig klar. Die werden immer einen Vorsprung haben und den auch nie wieder hergeben. Bekanntlich scheißt der Teufel ja immer auf den größten Haufen.

Und natürlich behandelt die LH Berlin stiefmütterlich, weil es der Wirtschaftlichkeit ihres Drehkreuzmodells widerspricht, was aber ganz und gar nicht heißt, dass man singulär betrachtet keine Point-to-Point Langstrecke ab Berlin wirtschaftlich betreiben könnte. Qatar, Hainan, Delta, United und Air Canada sind ja nicht komplett bescheuert. Von potenziellen Kandidaten wir JAL und Vietnam Airlines mal ganz abgesehen.

Zudem möchte Spohr nach und nach ja eh immer mehr LH-Flüge zu EW-Flügen ummodeln. Das erschwert die Bereitschaft, neue LH-Langstreckenflüge jenseits von FRA und MUC anzubieten, nochmal um einiges.


augenscheinlich habe ich hier einen empfindlichen Nerv getroffen und ein paar Argumente wurden auch falsch interpretiert. Deswegen hier noch mal noch einmal ein paar Klarstellung, in der Hoffnung sie wirken deeskalierend.

JRO-International hat geschrieben:Kannst Du uns mit Deinen neoliberalen Ideologie-Tiraden an dieser Stelle bitte verschonen und Dir das fürs FDP-Forum aufheben ?
Oft genug sind die sogenannten "Leistungsträger" (Makler, Banker, Steuerberater, Vermögensverwalter, etc.) ja die eigentlichen Schmarotzer, aber das ist noch mal ein ganz anderes Thema, das hier etwas off ist.


Das ist eine Unterstellung. Ich habe diese Partei noch nie gewählt und werde es auch in Zukunft nicht tun. Meine Meinung ist weder neoliberal noch irgendeiner Farbe zuzuordnen. Ich gehe einfach mit offenen Augen durch die Stadt und ziehe meine Rückschlüsse.

Mit wirtschaftsfeindlicher Schmarotzer Politik meinte ich nicht Leistungsempfänger, sondern die Berliner Politik! Berlins Haushalt ist seit jeher defizitär. Eine Möglichkeit, die Haushaltslage zu verbessern, wäre nachhaltige Wirtschaft im Raum Berlin anzusiedeln. Dazu gehören nicht nur Dienstleistung und Handel, sondern auch Industrie. Davon gab es in der Vergangenheit mehr als heute. Stattdessen versucht die Berliner Politik die Einnahmen zu erhöhen, indem sie mehr aus dem Topf des Länderfinanzausgleichs bekommen! Der Vergabeschlüssel ist nämlich u.a. abhängig von der Zahl der Einwohner. Je mehr Einwohner, desto mehr Geld gibt es! Dabei ist es unabhängig davon, ob die Einwohner in sozialpflichtigen Beschäftigungsverhältnissen sind oder nicht.

JRO-International hat geschrieben:Deine Aussagen, der zufolge die Wirtschaftskraft Berlins immer mehr abnimmt, Grüne überwiegend Leistungsempfänger sind und all diese "Schmarotzer" zunehmend nach Berlin ziehen, wohingegen die wenigen verbliebenen "Leistungsträger" verstärkt fortziehen, sind so realitätsfern, dass man darauf gar nicht ernsthaft einzugehen braucht.


Fair enough - ich habe mi der Aussage, dass Grüne und Linke Leistungsempfänger sind etwas zu sehr pauschalisiert. Andererseits habe ich nicht geschrieben, dass Leistungsempfänger Schmarotzer sind. Das ist wieder eine Unterstellung (siehe oben).
Ich habe nicht geschrieben, dass es keine Leistungsträger mehr in Berlin gibt. Nur, dass viele die Stadt verlassen. Ich selber habe es getan und viele meiner Freunde ehemaligen Kollegen und Verwandte ebenfalls.

JRO-International hat geschrieben:Dass Berlin nur schwer das Niveau von west- und süddeutschen Großstädten (speziell FRA und MUC) erreichen kann, welche die eigentlichen Profiteure von Nachkriegszeit und deutscher Teilung waren, ist völlig klar. Die werden immer einen Vorsprung haben und den auch nie wieder hergeben. Bekanntlich scheißt der Teufel ja immer auf den größten Haufen.


Geld fließt dahin, wo schon welches ist. Es geht auch gar nicht darum, dass Berlin München oder Frankfurt einholt. Für einen erfolgreichen Hub-Betrieb müssen 2 Voraussetzungen erfüllt sein: die passende Infrastruktur und Kapazität muss vorhanden sein, sowie ausreichend hohes Lokalaufkommen. In DUS, FRA und MUC ist das auf Grund ihrer Wirtschaft vorhanden. In Berlin dagegen nicht. Auch nicht mit dem BER. Damit wäre erst die erste Voraussetzung erfüllt. Idealer Weise füllen Hub-Airlines die Flugzeuge zu 50% mit Umsteigern und zu 50% mit lokalen Gästen. In Berlin wäre das vom Volumen her sicherlich möglich, aber der RASK stimmt nicht!
In MUC haben wir u.a. Siemens, BMW, MAN und E.ON, deren Reiserichtlinien auf der Langstrecke Business Class erlauben. Und zwar für jeden Mitarbeiter. In Berlin fällt mir spontan kein Unternehmen ein. Selbst der öffentliche Dienst fliegt zum größten Teil Eco. Nur wenige dürfen vorne sitzen.

JRO-International hat geschrieben:Und natürlich behandelt die LH Berlin stiefmütterlich, weil es der Wirtschaftlichkeit ihres Drehkreuzmodells widerspricht, was aber ganz und gar nicht heißt, dass man singulär betrachtet keine Point-to-Point Langstrecke ab Berlin wirtschaftlich betreiben könnte. Qatar, Hainan, Delta, United und Air Canada sind ja nicht komplett bescheuert. Von potenziellen Kandidaten wir JAL und Vietnam Airlines mal ganz abgesehen.

Noch einmal: LH kann mit ihrer hohen Kostenbasis in Berlin nicht konkurrieren! Die Einnahmenseite/RASK können Airlines nur äußerst schwer beeinflussen (Stichwort maximale Zahlungsbereitschaft). Also verdienen nur die AIrlines Geld, die mit ihrem CASK unter dem RASK liegen. Die Marge wird größer, je niedriger die Kosten sind.
LH ist kein Wohlfahrtsverband, sondern ein privatwirtschaftliches und börsennotiertes Unternehmen mit Gewinnabsicht. Sie setzen ihre Assets dort ein, wo sie am profitabelsten arbeiten. Wenn Müller der Meinung ist, dass Berlin eine direkte Verbindung nach IAD benötigt aus welchen Gründen auch immer, dann kann er gerne dafür bezahlen, bzw. der Berliner Steuerzahler, und eine PSO Verbindung daraus machen.
Deine Beispielairlines zeigen doch ganz genau, was Berlin für ein Markt ist:
Qatar können wir eigentlich komplett ausklammern, weil sie kein Geld verdienen und auch nicht müssen.
Hainan hat einen Hub in PEK und De-/Feeder in TXL durch AB. Und Chinesischen Touristen ist es egal, wo sie in Deutschland oder Europa landen, da sie größtenteils eh mit dem Bus durch den halben Kontinent gefahren werden.
Air Canada kommt mit Rouge und nicht Mainline. Wäre wie EW statt LH.
United ist quasi LH in Berlin. Es gibt nicht nur den Codeshare, sondern auch einen Revenue Share auf EU-Nordamerika. Es macht auch so viel mehr Sinn, da UA aus ihrem Hub EWR heraus fliegt. LH müsste ansosnten ein einzelnes Flugzeug in Berlin stationieren.
Delta ist dagegen ein Beispiel dafür, dass Langstrecken mit Full Service Airlines ab Berlin geflogen werden können.
Über alle anderen Airlines können wir uns gerne unterhalten, wenn sie tatsächlich Berlin anfliegen.

JRO-International hat geschrieben:Zudem möchte Spohr nach und nach ja eh immer mehr LH-Flüge zu EW-Flügen ummodeln. Das erschwert die Bereitschaft, neue LH-Langstreckenflüge jenseits von FRA und MUC anzubieten, nochmal um einiges.

Das ist nicht richtig. Die EW Flüge kommen zusätzlich zu den LH Flügen in MUC und FRA. Mir ist keine Strecke ab MUC oder FRA bekannt, die von EW übernommen wurde.
Und selbst wenn. Lieber eine LH Strecke an EW übergeben als an FR oder DY. So bleiben die Arbeitsplätze wenigstens vernünftig bezahlt, inkl. aller Sozialabgaben.
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JRO-International
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Re: Gerüchte Allgemein

Beitragvon JRO-International » Sonntag 3. September 2017, 15:33

Hallo LaPlache,

danke für Deine langen Ausführungen.
So wird Deine Argumentation um einiges klarer. Arbeitest Du bei einer Airline in der Kostenabteilung ?
Aus Sicht von LH verstehe ich das ja alles, obgleich es einer Airline von Weltrang dennoch nicht würdig ist, die Hauptstadt ihres Landes so unwürdig anzubinden. Im Zweifel darf dann aus Imagegründen durchaus mal ein kleines bißchen weniger Rendite oder im Extremfall auch mal ein minimaler Verlust eingefahren werden, wobei ich wie bereits erwähnt nach wie vor glaube, dass LH zu wenig berechnet, was ihnen opportun verloren geht, wenn Berliner nicht LH via FRA oder MUC buchen, sondern ausländische Airlines vorziehen, wenn sie eh umsteigen müssen. Deshalb wehren sie sich ja so gegen weitere Araber in Berlin. Vielleicht kommt ja wenigstens Oman Air mal auf die Idee...

Was mir extrem gegen den Strich geht, sind diese bundesrepublikanischen Seilschaften zwischen Politik und LH. Da haben Berliner Politiker meist keinen Stich zu setzen. Unter anderem auch deshalb, weil Berlin Transferempfänger des Finanzausgleiches ist. Mal sollte allerdings bedenken, dass die Stadt neben den bereits mehrfach erwähnten Nachteilen durch 2. Weltkrieg und Teilung auch ordentlich an ihrer Funktion als Bundeshauptstadt und Magnet für junge Menschen aus aller Welt zu knapsen hat. Viele junge Provinzler ziehen nach Berlin, lassen sich hier ausbilden und gehen irgendwann dann wieder ins Ländle zurück, verdienen aufgrund der geringen Alo-Quote dann mit verhältnismäßig wenig Einsatz ziemlich viel Geld und beginnen irgendwann auf die Schmarotzerpolitik in Berlin zu schimpfen, die ihnen einen Bruchteil ihres ja ach so sauer verdienten Geldes raubt....
In diesem Zusammenhang nochmal: Leistungsträger ist für mich nicht jemand, der viel Geld verdient, sondern jemand, der hart arbeiten (in Berlin bei 40 h/Woche dann auch gerne mal für 1.800 € brutto) und mit seinem Wirken die Funktionsfähigkeit einer Gesellschaft am Laufen hält. Aber das ist jetzt wieder off-topic...

Aber abseits dieses kleinen Schwenks: die Statistiken sagen etwas anderes als Deine persönlichen Freundeskreiserfahrungen. Demnach ziehen immer mehr gut verdienende, gut ausgebildete leistungsfähige Menschen in die Stadt.

Auch wenn es extrem viel an der Berliner Politik auszusetzen gibt (die Schulpolitik z.B. ist unfassbar stümperhaft und zukunftsverbauend), in Wirtschaftsfragen hat sie sich meiner Meinung nach in den letzten Jahren recht klug verhalten und das Optimum herausgeholt. Berlin ist definitiv kein Industriestandort mehr. Ein funktionierendes Hinterland wie in vielen westdeutschen Ballungsräumen lässt sich nicht einfach nachträglich wieder aufbauen. Die gesamten naturräumlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen sprechen dagegen, dass sich im Umland von Berlin nachhaltige Industrien ansiedeln lassen. Da kann die Politik wenig machen und hat daher das einzig richtige getan: den DL-Sektor zu stärken.

Und zu den Chinesen und ihren Europarundreisen. Wenn Hainan das kann, warum dann nicht z.B. LH nach Shanghai ? Ein Fehler ist meiner Meinung nach in diesem speziellen Fall auch, dass vielleicht nur geguckt wird, wie das momentane Passagieraufkommen zwischen beiden Städten ist. Zu sehr außer Acht gelassen werden könnte dabei, dass neue Ziele auch neue Interessenten generieren. Wenn es allerdings so sein sollte, dass man mit Eco keinen Cent verdienen kann, sind diese Überlegungen natürlich obsolet.

Tiefenentspannt und deeskaliert,
Beste Grüße,
Christian ;-)
Zuletzt geändert von JRO-International am Sonntag 3. September 2017, 17:12, insgesamt 1-mal geändert.
„Regelmäßiges Versagen ist auch eine Form von Zuverlässigkeit"

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