Die Berliner Philharmoniker in den USA und Kanada – ein historischer Rückblick

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modern air
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Die Berliner Philharmoniker in den USA und Kanada – ein historischer Rückblick

Beitragvon modern air » Sonntag 4. Dezember 2016, 11:02

In den Jahren 1949 und 1955 traten sie bei den Edinburgher Festspielen auf. Die Reise im August 1955 mit den Gastdirigenten Ormandy, Sawallisch, Hindemith und Keilberth verlief anfangs sehr problematisch. Der Kontrabassist Friedrich Witt erinnert sich mit Schrecken daran, wie die beiden Orchesterwarte, die in der alten Hochdecker-Frachtmaschine Queen Elizabethan mit den Instrumente reisten, berichtet hatten, daß genau uber dem Armelkanal zuerst der eine Motor aussetzte und dann auch der zweite zu stottern anfing; wie daraufhin der Pilot erwog, alle Kisten mit den Instrumenten abzuwerfen; und wie sie es nur mit Mühe schafften, daß die wertvollen Bässe, Harfen, Trompeten und anderen Instrumente schließlich doch nicht als Ballast entsorgt wurden, sondern auf der nächsten Militärbasis heil landeten. Der Rest der Instrumente wurde in einer Bristol 170 transportiert.


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Startklar zur ersten Amerikatournee 1955
(Foto: Archiv Berliner Philharmoniker)

Daher berichte ich über unsere erste Amerika-Tournee nach dem zweiten Weltkrieg, welche im Jahre 1955 stattfand und geradezu ein musikalischer Siegeszug war — trotz einer eher skeptisch-kühlen Begrüßung in der New Yorker Carnegie Hall.
Aber die Reise bedeutete auch große Strapazen: Allein der Flug dauerte über 24 Stunden, wir waren insgesamt 28 Tage unterwegs und in dieser Zeit spielten wir über 24 Konzerte in verschiedenen Städten quer durch die USA. Dabei legten wir in überaus unbequemen Reisebussen über 10.000 Kilometer zurück und wohnten in den einfachsten und billigsten Behausungen. Dies tat der wunderbaren Musik, die das Orchester spielte, jedoch keinerlei Abbruch.

Q: https://friedrich-witt.de/die-fr%C3%BCh ... .4yo1jth9k

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Der Transatlantikflug erfolgte mit DC-6B SE-BDS von SAS "Vidar Viking"

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Auf dem Flug nach New York — 24 Stunden dauerte der Flug, natürlich in einer Propellermaschine, die bei weitem nicht so gut isoliert war, wie die modernen Flugzeuge heute. Es war laut und anstrengend.

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Ankunft des Berliner Philharmonischen Orchesters in New York City 1956

(Foto: Archiv Berliner Philharmoniker)

Q. https://www.berliner-philharmoniker.de/ ... -2017/usa/

Im Oktober 1961 konnten sich die Berliner Philharmoniker von den Vorzügen des Düsenantriebs überzeugen, das Orchester ging mit einem Boeing-Clipper 707 der Lufthansa via HANNOVER auf eine USA-Tournee.

Q: http://d-nb.info/1024271854/34

In den ersten Jahren des Düsenzeitalters flog das Orchester von Berlin-Tempelhof aus mit zwei kleineren Jet-Flugzeugen los, wobei Zwischenlandungen in Frankfurt oder Düsseldorf sowie auf Flughafen in Irland oder auf den Azoren erforderlich waren und die Reisen an die zwanzig Stunden dauerten. Später dann startete man mit größeren Maschinen in Berlin-Tegel. Damit sich die zeitaufwendigen Tourneen lohnten, gab das Orchester meist Konzerte in vielen Städten. Manchmal blieb nicht einmal Zeit für Proben.

Im November 2007 reisten die Berliner Philharmoniker erneut in die USA, Ziel waren Boston und New York.

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Am 11.11.2007 ging wenige Minuten nach Öffnung der Besucherterrasse ein heftiger Schneeschauer nieder - ein Glück für die wenigen hartgesottenen Spotter, das das es vorher trocken war, sonst wäre die Terrasse nie geöffnet worden!

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Push-back nach dem Enteisen von D-AIHH.

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Ein äußerst seltenes Foto: Spotter bei dünner Neuschneedecke auf der Besucherterrasse!

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Start von Lufthansa A340-600 D-AIHH am 11.11.2007 in die USA.

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Trotz des grausigen Wetters entstanden recht gut Aufnahmen beim Start von D-AIHH.

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Die Berliner Philharmoniker heben zur ihrer Konzertreise in die USA mit 150 Personen und 125 Kubikmeter Gepäck ab.

Mehr zur Logistik einer Konzertreise der Berliner Philharmoniker:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/stadt ... 90740.html

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Endanflug von den Berliner Philharmonikern aus den USA mit Airbus A340-600.

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Am 26.11.2009 landeten die Berliner Philharmoniker aus Los Angeles kommend mit LUFTHANSA Airbus A340-600 D-AIHI in Berlin-Tegel.

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Blick aus der 5.Etage des Haupterminals.

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Leerflug von D-AIHI zurück nach Frankfurt

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Vom 7. bis 25. November flogen die Berliner Philharmoniker und ihr Chef Simon Rattle erneut auf eine USA-Tournee, die sie nach New York, Boston, Ann Arbor, Toronto, Los Angeles, Costa Mesa und San Francisco führte.
( Foto: Matthias Winkler )

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