
Niederländische Low cost-Airline Sitz: Maastricht Dreilettercode: VBA call-sign VEE BEE www.vbird.com
Die niederländische V Bird wurde von Roberto Stinga, und Jason Bitter im niederländischen Maastricht mit dem Ziel gegründet, einen Low-cost-Carrier mit dem Komfort einer "Classic Airline" zu kombinieren. Bekannt geworden war das Projekt bereits im Januar 2003 unter dem Arbeitstitel LoCo. Rückendeckung gaben KLM exel und die Investmentgesellschaft IMCA. Die Management-Riege war zuvor bei KLM exel und Transavia in Lohn und Brot. Zum 1. Mai wollte man mit 5 A320-200 von Laarbruch (nördlich des Ruhrgebiets, nahe der niederländischen Grenze) starten. Der ehemalige Luftwaffen-Stützpunkt wurde kurz darauf in Niederrhein umgetauft - die IMCA war hier ebenfalls beteiligt. Speziell für Kunden aus dem Niederrhein, den Niederlanden und dem Ruhrgebiet ist der Flughafen schneller und bequemer zu erreichen als Düsseldorf oder Amsterdam. Der Starttermin war nicht zu halten und so verbreitete man im Mai den Startzeitraum Ende Juli. Aber auch dies klappte nicht. Dafür hatte man sich Ende August auf den endgültigen Namen V Bird geeinigt. V sollte für Value stehen.
Drei A320-212 konnten über ILFC geleast werden (PH-VAC/D/E, ex Skyservice). Die Flugzeuge wurden in Toronto umlackiert und bei der LTU in Düsseldorf wurde die neue Inneneinrichtung eingebaut. Der erste A320 wurde am 5. Oktober aus Bangor eingeflogen. Ein weiterer A320-200 (PH-BMC) wurde bei Bedarf von DutchBird, dessen AOC am Anfang benutzt wurde, um die Flüge rechtlich abzuwickeln, dazugemietet.
Erstflug nach München
Am 27. Oktober 2003 fand der Erstflug mit 5D 1041 nach München statt. Gebucht waren insgesamt 63 zahlende Gäste. Wegen des frostigen Wetters in Niederrhein musste der PH-VAC erst enteist werden, so dass sich der Start auf 6:30 Uhr verzögerte.
Bestuhlt waren die Airbusse mit 162 Economy-Ledersitzen (statt 174-180 Plätze im Charterverkehr). Der Sitzplatzabstand betrug 83 cm. Dies waren 10 cm mehr als bei Ryanair. Da Stingas Vorbild die US-amerikanische JetBlue (höherwertiges Premium-Low cost-Produkt) war, sollten ab Februar 2004 ebenfalls individuelle Monitore in jeden Sitz eingebaut werden. Das Gepäck konnte bei Umsteigeflügen durchgecheckt werden. Dies war bei europäischen Low cost-Anbietern bis dahin einmalig. Ebenfalls war bei Internet-Buchung die Sitzplatzreservierung inklusive. Die Preise der Verpflegung an Bord waren im Vergleich zur Konkurrenz relativ preiswert.

Anfangs flog V Bird nach München, Wien, Berlin-Schönefeld, Helsinki und Nizza. Eine neue Linie nach Kopenhagen (3x tgl.) wurde zum 10. Dezember eingerichtet, ebenso wie Routen nach Rom CIA (3x wöch.) und Palma (2x wöch.). Es folgte Manchester zum 29. Januar 2004.
V Bird hatte Ende März ihre eigene Betriebserlaubnis erhalten und führte ihre Flüge seitdem unter dem Designator VBA und dem Callsign "Vee Bee" durch.
Mit Einsetzen des Sommerflugplans 2004 richtete V Bird eine ab 3. April wöchentlich bediente Route Niederrhein - Fuerteventura ein. Las Palmas wurde ab 1. Mai ebenfalls wöchentlich mit A320 bedient. Alicante und Rhodos waren ab 18. Mai neue wöchentliche Ziele; Malaga dann ab 12. Juli. In Planung war aber auch eine Verbindung nach Stockholm ARN. Die Verbindung nach Wien gab V Bird zu Ende Juli auf - sie sollte ab Oktober reaktiviert werden.
Im Hochsommer besorgte man sich von der irischen EUJet zwei Fokker 100 per Wetleasing und gab den A320 an DutchBird zurück. Die Nutzungszeiträume betrugen Juni bis November bzw. Juli bis September. Zum Oktober war die Anmietung eines A319 angedacht. Man gab dann aber vorzeitig die Fokker 100 an EUJet zurück und nutzte stattdessen ab September eine Bae 146-200 der WDL.
Laut letzten Plänen erwog V Bird im Herbst neue Routen von Niederrhein nach Bratislava Lanzarote, Teneriffa und Warschau. Aufgegeben werden sollten mit Auslaufen des Sommerflugplanes zu Ende Oktober die Routen nach Nizza, Prag, Rhodos und Thessaloniki .
Das Aus
In der Nacht vom 7. zum 8. Oktober 2004 musste V Bird den Betrieb einstellen, da eine komplette Übernahme durch die Investmentgruppe IMCA scheiterte. Die drei Airbusse wurden vom Eigner ILFC am 8. Oktober nach Shannon überführt. Sie verließen Niederrhein um 10. 30 Uhr. Die belgische Virgin Express bot den gestrandeten Passagieren ein Ticket zum Fixpreis von 49 EUR an, damit diese wieder nach Hause kämen.
3 Airbus A320-212 geleast von ILFC 1 Bae 146-200 geleast von WDL