Boeing 737-300 PT-TET (R.Salzinger)
TransBrasil (SA Linhas Aéreas)
ehemalige brasilianische Fluggesellschaft                            Sitze: Sao Paulo-Congonhas u. Brasilia
ex-Dreilettercode : TBA             Zweilettercode: TR               ICAO call sign: TRANSBRASIL

Am 5. Januar 1955 gründete Kommandeur Omar Fontana die Sadia S.A. Transportes Aéreos. Ausgestattet war man mit einer einzelnen Douglas DC-3 und die Hauptaufgabe bestand anfangs darin, für die Sadia-Gruppe, ein Landwirtschafts- und Business-Konglomerat im Besitz der Fontana-Familie, Frischfleisch von Concordia (Argentinien) nach Sao Paulo zu transportieren. Ein Jahr später begannen erste Passagierdienste, die Santa Catarina und Parana mit Sao Paulo verbanden.

1957 konnte Omar Fontana eine Allianz mit REAL/Aerovias Brasil, der größten südamerikanischen Fluggesellschaft (118 Flugzeuge) zum damaligen Zeitpunkt eingehen. Als Vize-Präsident für die Operationen eröffnete er regelmäßige Flüge von Brasilien nach Los Angeles und Tokio 1959/1960. Als aber VARIG 1961 Aerovias Brasil, die internationale Abteilung des zusammengebrochenen REAL-Konzerns erwarb, brach Sadia ihre Zusammenarbeit ab. 1962 erwarb Sadia die Transportes Aéreos Salvador Ltda und konnte ihre Dienste in die nordöstlichen Gebiete Brasiliens ausweiten. 53 Städte bediente man nun mit 15 DC-3 und 5 Curtiss C-46. Der erste Turboproptyp, die Handley Page Dart Herald, gesellte sich ein Jahr später hinzu. Sieben Jahre vergingen noch, dann überschritt man die Schwelle zum Jetzeitalter mit der ersten von zehn BAC 1-11 im Jahre 1970.

1972 erfolgte eine Umfirmierung in TransBrasil S.A. Linhas Aéreas, ein Name, der besser zu einer Fluggesellschaft paßt, die mittlerweile im ganzen Land zuhause ist. Die ersten Boeing 727 wurden 1974 erworben und im Laufe der Jahre wurde TransBrasil der größte Betreiber dieses Typs in Südamerika.

Nach vierjährigem Behördenkrieg leitete TransBrasil 1980 mit Kampfpreisen die Billigfliegerei in Brasilien ein.
1983 lief die Flottenerneuerung mit Indienststellung der ersten Boeing 767-200 in der südlichen Hemisphäre an. 1986 folgte die Inlandsflotte: Boeing 737-300 und ab 1988 737-400 ersetzten nach und nach die älteren 727.

Wöchentliche Charterflüge nach Orlando standen 1983 erstmals im Programm. 1989 wurde daraus ein regelmäßiger Dienst, der das 15-jährige Monopol der VARIG auf internationale Strecken einstellte.

Im August 1988 verabschiedeten die Direktoren im Aufsichtsrat eine Note gegen die brasilianische Bundesregierung, da diese bei der Vergabe von Konzessionen auf einem Auge immer blind zu sein schien. Die Regierung revanchierte sich am 15. September, indem sie intervenierte und den Aufsichtsrat der TransBrasil aufhob. Erst im Dezember 1989 endete die Intervention und die Teilhaber erlangten die Kontrolle zurück.

1990 verabreichte Omar Fontana nochmal 35 Mio. US$ der TransBrasil. Im Juni erschienen neue täglich bediente Strecken im Flugplan, nämlich von Rio und Sao Paulo nach Miami und Orlando. Ein Jahr darauf, im August 1991, folgte ein zweimal wöchentlich bedienter Kurs Brasilia- Washington. Die internationale Flotte vergrößerte sich um drei Boeing 767-300ER. Die weltweite Rezession ließ auch Brasilien nicht unberührt, und Anfang 1992 gingen bei allen führenden Fluglinien die Passagierzahlen drastisch zurück. Gespräche mit VASP mündeten in eine Wartungs- und Betriebsvereinbarung.

Im Januar 1992 erhöhte sich Transbrasils Anteil am Ponte Aérea-Shuttle von 7 % auf 20 %, was sich in einer Mehreinnahme von 25 Mio. US$ niederschlug. Dieser weltweit erste Shuttledienst ("Ponte Aérea" - Luftbrücke) führte Varig mit Convair zwischen den günstig gelegenen Stadtflughäfen Santos Dumont (Rio) und Congonhas (Sao Paulo) ein. Gemäß einer Vereinbarung vom 6. Juli 1959 wurden diese Pendeldienste gemeinsam mit Cruzeiro do Sul und VASP im Pool geleistet. Im Sommer 1998 gab dann Varig bekannt, daß man nicht mehr am Ponte Aérea-Shuttle interessiert sei, sondern die dafür abkommandierten Flugzeuge lieber auf profitableren Inlandsrouten einsetzen will. TransBrasil und VASP wollen nun gemeinsam diesen Dienst fortführen.

Ab 6. Februar 1992 bot man sechs wöchentliche Flüge nach Washington, D.C. - die New York-Dienste begannen ebenfalls ab diesem Datum. Im Juli flog Transbrasil schon täglich nach New York - vier Flüge wurden via Miami und drei über Washington geführt. 1993 erhielt der Carrier den Genehmigung für Flüge nach Buenos Aires, Moskau und Wien. Im Inlandsmarkt lief ein Code-Sharing mit Varig auf den Routen Sao Paulo - Goiania, Sao Paulo - Foz do Iguacu und Sao Paulo - Brasilia an. Speziell für den Inlandsmarkt im Süden und Südosten des Landes rief Transbrasil ihre Regionaltochter InterBrasil STAR 1994 ins Leben. Aber erst im Juli 1995 hob dann die neue Regionaltochter erstmalig ab und verbindet seitdem kleinere Städte Brasiliens mit den großen Flughäfen des Landes. Die Flüge haben direkten Anschluß an die TransBrasil-Flüge, was das internationale Reisen wesentlich effektiver macht.

Nach einem harten ersten Halbjahr trug der "Plano Real" der Regierung erste Früchte. Durch eine effektive Inflationskontrolle bot er eine Stabilisierung der Ökonomie. Als Konsequenz erhöhte sich die Nachfrage, die in den letzen Jahren ein Mauerblümchendasein führte. Ab September verbanden tägliche Flüge Sao Paulo, Curitiba und Porto Alegre mit Buenos Aires. Im November ging es erstmals nach Wien. Trotz der schlechten Ergebnisse im ersten Halbjahr, wuchs der Luftfahrtmarkt 1994 um 5,4 %. TransBrasil ließ ihre Konkurrenten im Schatten stehen, wuchs dabei um 12,2 % und konnte ihren Anteil am Markt von 26,5 % auf 28 % erhöhen. Bei Umsätzen von 562 Mio. US$ blieb am Ende ein Profit von 34 Mio. US$ - ein wesentlicher Unterschied zu 1993 als ein operativer Verlust von 45,2 Mio. US$ nach 422 Mio. US$ Umsatz zu Buche standen. ein großartiges Ergebnis nach sieben Jahren andauernder Verluste.

Nach dem Erfolg der Buenos Aires-Dienste verbindet seit 1995 ein zweiter täglicher Kurs Brasilia mit der argentinischen Hauptstadt via Sao Paulo. Dies war der Auftakt für den sich entwickelnden "Flight of the Americas", der die Hauptstädte Argentiniens, Brasiliens, den Vereinigten Staaten und Kanadas verbinden soll. Zunächst wurden im Juni aber erstmal Amsterdam und Wien mit Fortaleza, Rio de Janeiro und Sao Paulo. Mit dieser neuen Route trägt TransBrasil der touristischen und ökonomischen Entwicklung des Nordostens Brasiliens Rechnung.
Am 29. Oktober lief der "New York Rainbow"-Service, der dritte tägliche Flug in die USA an. Er verbindet Sao Paulo und New York nonstop. Insgesamt führten nun 14 wöchentliche Flüge von New York nach Brasilien, die alle in Rio de Janeiro enden.

Von GECAS wurde am 24. Oktober 1995 eine Boeing 767-2B1/ER (PT-TAK) angemietet, die zuvor bei der LAM (Mosambik) als EI-CEM in Dienst stand. Für die Wintersaison werden von der spanischen Futura regelmäßig einige Boeing 737 angemietet, so vom 15. Dezember 1995 bis zum 15. Mai 1996 die Boeing 737-4Y0 PT-TDA (ex EC-FBP). Dieselbe Maschine war in der nächsten Wintersaison vom November 1996 bis Mai 1997 wieder in der Flotte. In der Wintersaison 1997/98 wurden am 11. bzw. 12. November zwei 737-4Y0 (PT-TDB/-TDD) von GECAS angemietet (ex EC-EVE/-EXY).

Zwei 737-3Y0 (PT-TEJ/-TEK) gingen im Januar an Babcock & Brown zurück, um dann bei TAT European ihren Dienst anzutreten. Weitere Rückführungen waren die Boeing 707-330C PT-TCM, eine ehemalige German Cargo-Maschine (D-ABUI), die im Juli 1996 an Omega Air retourniert wurde. Auch ein Jumbo, die Boeing 747SR-46F PT-TDE, war mal kurzzeitig in der Flotte. Der Frachter wurde im August 1997 von Evergreen (ex N478EV) angemietet.
Von der Bestellung dreier Embraer RJ-145 mit Lieferung August bis Dezember 1996 und dreier Boeing 777-2Q4 (Ablieferung Juni und November 1997 und Juni 1998) rückte TransBrasil wieder ab.

Im Frühjahr 1998 befand sich das brasilianische Unternehmen in Kontakt mit Lamar Muse, einem der Gründer der Southwest Airlines und Besitzer der Muse Air. Letztere wurde nach kurzem Gastspiel in der Luftfahrt-Szene von Southwest übernommen. Inhalt der Gespräche war ein eventueller Einstieg Muse' als Investor bei TransBrasil.

Um die Veränderungen im Unternehmen nach Außen zu demonstrieren, stellte TransBrasil an der Boeing 737-400 PT-TDE ihr neues und frisches Erscheinungsbild vor. Das neue Image wurde von Communication Arts (USA) entworfen. Der traditionelle Regenbogen wird beibehalten, aber in stilisierter Form. Die pinselstrichartigen Regenbogenfarben erscheinen auf dunkelblauem Grund. Der neue Schriftsatz soll Geschwindigkeit, Effizienz und High-Tech zum Ausdruck bringen. Ein internationales Meilen-Bonusprogramm wurde gleichfalls vorgestellt. Dem Routennetz fügte TransBrasil am 26. Oktober eine weitere Destination, Santiago de Chile, hinzu.

Januar 1999


Streckennetz:

Inland zu über 30 Zielen
USA (Miami, New York, Orlando, Washington, Atlanta), Lissabon, London, Amsterdam, Buenos Aires, Santiago de Chile

Flotte:

3 Boeing 737-3Q4.......2 lsf ILFC, 1 lsf ACG Institutional Investors
1 Boeing 737-3Y0.............lsf GECAS
1 Boeing 737-36N.............lsf GECAS
2 Boeing 737-33A.............lsf Ansett Worldwide
6 Boeing 737-4Y0.............4 lsf GECAS, 2 lsf Futura im Winter
3 Boeing 767-2Q4
1 Boeing 767-219 (ER)......lsf ILFC
1 Boeing 767-216 (ER)......lsf ILFC
1 Boeing 767-283 (ER)......lsf PLM Transportation Equipment
1 Boeing 767-2B1 (ER)......lsf GECAS
1 Boeing 767-3Y0 (ER)......lsf GECAS
2 Boeing 767-3P6 (ER)......1 lsf Babcock & Brown, 1 lsf Polaris Leasing cvtd. -3T8 (ER)

Das Ponte Aèrea-Shuttle zwischen Rio und Sao Paulo wird im Pool mit Varig (50 % der Dienste) und VASP (30 % der Dienste) betrieben. Zum Einsatz kommen 5 Varig-, 3 VASP- und 2 TransBrasil-737-300).