Boeing 747-400 HS-TGF (J.Rankin)
Thai Airways International

Luftverkehrsunternehmen Thailands mit Sitz in Bangkok
3-/ 2-Lettercode : THA/ TG..........IATA-Nr.: 217................ICAO call sign: THAINTER


Der Entschluß des nationalen staatseigenen Carrier Thai Airways Corp. (TAC), der 1951 durch Verschmelzung von drei privaten Airlines u.a. der Siamese Airways Company (SAC) und der Pacific Overseas Airlines, das Auslandsnetz einer separaten Gesellschaft zu übertragen, führte am 14. Dezember 1959 zur Unterzeichnung eines Vertrages mit der skandinavischen SAS. TAC übernahm 70 % und SAS 30 % des auf 2 Mill. US$ bemessenen Startkapitals. Ferner stellte der skandinavische Partner das Fluggerät sowie kaufmännische, technische und die operative Leitung. TAC hatte nach einem schnellen Wachstum im Inland - es kamen DC-3 zum Einsatz - zwar auch schon versucht, Auslandsdienste mit Lockheed Super Constellation aufzubauen, aber die Ergebnisse waren nicht sehr zufriedenstellend.

Die neugegründete Thai Airways International nahm mit drei von SAS geleasten Douglas DC-6B am 1. Mai 1960 den Flugbetrieb auf. Der erste Flug führte von Bangkok über Hongkong und Taipeh nach Tokio. Die Nachbarländer wurden weiterhin von TAC bedient, weil für das Fluggerät von Thai keine Landemöglichkeit bestand. Das Netz wurde zunächst auf neun Destinationen ausgedehnt u.a. Singapur, Kuala Lumpur, Rangun, Saigon, Hongkong und Tokio. Nach Abschluß des ersten Betriebsjahres wurden insgesamt 62 300 Passagiere und zusätzlich 700 t Fracht befördert. Die geleisteten Flugstunden beliefen sich auf 8.149 h. Erwirtschaftet wurde dieses bescheidene Ergebnis mit 477 Mitarbeitern.
Zwei Jahre nach Betriebsbeginn wurden am 18. Mai 1962 mit von SAS zur Verfügung gestellten Convair CV-990 A "Coronado" die ersten Strahlflugzeuge eingesetzt. 1963 übernahm man, ebenfalls von SAS, eine Caravelle SE 210. Jährlich wurde jeweils eine weitere Caravelle übernommen, bis Ende 1967 dann abschließend zwei Maschinen angeschafft wurden. Mit Einsatz der Caravelle war Thai International die erste asiatische Fluggesellschaft mit einer reinen Jetflotte. Das Streckennnetz reichte von Tokio über Kalkutta bis Jakarta und bediente einstweilen nur den regionalen südostasiatischen Markt. Nach mehrjährigen stagnierenden Passagierzahlen wurden 1964 erstmals mehr als 100.000 Passagiere befördert, das erste Jahr mit Betriebsgewinn endete im September 1965. Die Passagierzahlen wuchsen nun konstant von Jahr zu Jahr. Im August 1967 wurde der insgesamt millionste Passagier an Bord begrüßt. Das Jahr 1967 war jedoch auch wenig erfreulich für die junge Gesellschaft, ging doch am 29. Juni eine Caravelle (HS-TGI) beim Anflug auf Hongkong verloren. Zu weiteren Zwischenfällen mit der Caravelle kam es noch am 21. Januar 1968 als über Thailand eine Maschine mit einem Flugzeug der Royal Thai Air Force kollidierte. Die Caravelle konnte landen und wurde später repariert (HS-TGJ). Eine weitere Caravelle setzte am 9. Juli 1969 bei der Landung in Bangkok so hart auf, daß sie später verschrottet werden mußte (HS-TGK). Das Routennetz wurde im Dezember 1967 noch bis Bali ausgeweitet. Ein Jahr später folgten Kathmandu, Neu-Delhi und Seoul. Bedingt durch den Vietnamkrieg konnten aber nicht alle Routen planmäßig bedient werden.

Nach einer Kapitalaufstockung auf 8 Mill. US$ wurde im Februar 1969 das Ende der Caravelle-Ära eingeleitet und die ersten beiden DC-9-41 stießen, von SAS im Leasing übernommen, zur Flotte. Ende des Jahrzehnts war die erste Phase des Aufbaus auf dem regionalen Markt abgeschlossen. Die langfristige Planung des Thai-Managements sah von Anfang an eine konsequente Ausbauphase vom Domestic Carrier TAC zum Regional- und in einer späteren Phase, zum Intercontinentalcarrier vor. Dabei baute man ganz auf den Touristikbereich und die großen Zuwachsraten im Incoming-Geschäft.
Die Heimatbasis Bangkok Don-Muang Airport wurde für die schnell expandierende Gesellschaft bald zu klein. Im März wurden Neubauten des Catering- und Cargocenters fertig gestellt. Die Vorbereitungen zur Aufnahme des Langstreckenservice liefen zu diesem Zeitpunkt bereits auf vollen Touren. Im Mai 1969 trafen die ersten beiden Douglas DC-8-33, geleast von SAS, ein. Diese Maschine mit 132 Sitzplätzen sollten über Jahre hinweg das Rückgrat der Thai-Flotte bilden.
1970 wurde erstmals eine halbe Million Passagiere innerhalb eines Jahres befördert und Thai International als Asiens drittgrößte Airline eingestuft. Es wurde Zeit, die Flügel etwas weiter auszubreiten. Und so setzte im April 1971 erstmals ein Thai-Flugzeug in Sydney auf und beendete so den ersten Interkontinentalflug. Am 3. Juni des folgenden Jahres eröffnete Thai einen Europadienst, der, zunächst über Moskau, nach Kopenhagen führte. Mit dem Ausbau der Heimatbasis Bangkok folgten rasch weitere Städte: ab dem 3. November 1973 wurden Frankfurt und London in die inzwischen als Markenzeichen der Gesellschaft weltbekanntgewordenen "Royal Orchid"-Dienste einbezogen.
Mit Inbetriebnahme der DC-9, und vor allen Dingen der DC-8, stieg auch das Frachtaufkommen rapide an. Um dem Rechnung tragen zu können wurde bereits im Februar 1971 ein Zentralfrachthof in Bangkok eröffnet. Mit der Aufnahme Frankfurts und Londons in das Streckennetz, wurden nun 24 Zielorte in 20 Ländern bedient. Um den weiteren Zuwächsen im Passagierbereich gegenüber gewappnet zu sein, kamen 1974 die ersten drei DC-8-63 zur Flotte. Mit einer Kapazität von 200 Sitzplätzen wurde damit die Zeit überbrückt bis zur Auslieferung der ersten DC-10-30.
Durch Kabinettsbeschluß vom 21. Januar 1975 wurde angeordnet, daß kein anderer thailändischer Carrier Verkehrsrechte für die bereits von Thai International beflogenen Routen erhält.

Nach 15 Jahren Flugbetrieb und Kooperation mit SAS zog sich der skandinavische Partner immer mehr zurück. Dies wurde im Mai 1975 mit Einführung des neuen "Corporate Identity" besonders deutlich. Hatten die Flugzeuge der Thai International bisher den typischen und markanten blauen Streifen mit dem stilisierten Drachen der SAS, lediglich die Schrift und das Logo verwiesen auf Thai, so erhielten die DC-10 das noch heute gültige Logo der stilisierten Orchidee. Das strahlende Gold erinnert an die Tempel, violett steht für schimmernde Seide und das kräftige Purpur für die Orchidee. Das Logo stellt aber nicht nur eine Orchidee dar, sondern übermittelt die Essenz von Thailand: die sanfte Kurve verbunden mit einer dynamischen Linie, die mühelosen Flug verdeutlicht. Das gleiche gilt für den Slogan "Sanft wie Seide" der sich auf Thailands bekanntestes Gewebe und dessen luxuriösem Look bezieht. Es soll sowohl die Art wie Thai ihre Jets fliegt verdeutlichen, als auch wie sich hoffentlich die Passagiere fühlen, wenn sie mit Thai fliegen: eingehüllt in Komfort und Wohlbehagen. Mit Einführung des "Royal Orchid Service" wurden Maßstäbe gesetzt, die für viele andere Fluggesellschaften erstrebenswert sein sollten. Besondere Auszeichnung verdienen nach Ansicht aller Passagiere, die Stewardessen. Gekleidet in lange seidene landestypische Sarongs, vermitteln sie einen ersten Eindruck und auch einen Vorgeschmack auf Thailand, wenn an jeden Passagier lächelnd eine Orchideenblüte verteilt wird. Der gesamte Service an Bord läßt sich mit internationalen Maßstäben vergleichen und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet.
Mit Erwerb der restlichen 15 % am Kapital der Thai durch die thailändische Regierung, ging am 1. April 1977 die Fluggesellschaft in alleinigen Besitz des thailändischen Staates über. SAS behielt aber weiterhin beratende Funktionen inne.

Ab Oktober 1977 wurden die ersten Airbus A300B4 geliefert, um auf die verstärkte Nachfrage reagieren zu können - dazu gehörte auch ein A300-Flugsimulator. Die Flotte bestand in jener Zeit aus elf Flugzeugen und schon zwei Jahre später, im Oktober 1979, wurde der erste Jumbo Boeing 747-200 in Dienst gestellt. Der Eröffnung einer Trans-Pazifik-Route stand nun nichts mehr im Wege. Dabei ging Thai eigene Wege und wählte Seattle und Dallas als Zielpunkte in den USA. Die meisten asiatischen Fluggesellschaften fliegen nach Los Angeles und San Francisco.
Nicht weniger stürmisch als die 60'er und 70'er Jahre verlief auch die weitere Entwicklung und Expansion im dritten Jahrzehnt. Während die ersten 10 - 15 Jahre dem Flotten- und Streckenaufbau dienten, setzte nun eine Phase der weiteren baulichen Expansion und Ausbau des Service ein. Thai Catering schloß ein Joint Venture mit Sri Lanka ab, die Royal Executive Class wurde auf allen Flügen eingeführt, Beteiligungen am Sheraton Royal Orchid Hotel und am Airport Hotel in Bangkok wurden mit je 25 % eingegangen. Im Mai 1985 wurde am Don-Muang Airport ein neues Maintenance-Center eröffnet, wo nicht nur die eigene Flotte, sondern auch Flugzeuge anderer Gesellschaften und der Royal Thai Air Force (RTAF) gewartet werden. Den vorläufigen Abschluß der Bauphase bildeten die Eröffnung eines 43.000 m² großen "Cargo Village" am Flughafen ein Jahr später und der Neubau des Head Office in Bangkok, das im Dezember 1987 seiner Bestimmung übergeben wurde. Thai ist mittlerweile einer der größten Arbeitgeber im Lande mit mehr als 12.000 Arbeitern und Angestellten. Die größte Umstellung war aber die auf Regierungsbeschluß im April 1988 angeordnete Verschmelzung der vormals getrennt verwalteten Gesellschaften Thai International Airways Ltd. mit der Thai Airways Company zu einer Gesellschaft. Damit bietet Thai jetzt den gewünschten nationalen, regionalen und interkontinentalen Luftverkehr als einziger "Flagcarrier" an. Die Flugzeuge der TAC wurden in die Thai International-Flotte integriert und erhielten ein einheitliches Farbschema. Die Verwaltungen und das Personal wurden zusammengeführt. Alle Flüge verkehren nun einheitlich unter TG-Flugnummern. Im Rahmen der Binnenmarkterschließung wurden 1989/90 die Kapazitäten stark ausgebaut. So fliegen zwei BAe 146-200 im Zubringerdienst auf den wichtigsten Strecken nach Bangkok. Diese werden unterstützt von sechs Shorts 330/360 und drei Boeing 737. So wird die Infrastruktur im Lande weiter ausgebaut und auch von kleinen Flugplätzen findet Luftverkehr ins Zentrum Bangkok statt.
Thai ist Asiens größter Betreiber von Airbus-Flugzeugen. Diese werden auf regionalen Strecken bis nach Seoul und dem Vorderen Orient eingesetzt. Bestellt wurden Ende 1989 weitere Flugzeuge u.a. 6 A300-600 und eine Boeing 747-400. Zur Lieferung standen auch noch vier MD-11 an, deren Ablieferung sich jedoch bis Juni 1991 verzögerte. Ebenso wurden ATR72 und weitere BAe 146 geordert. Waren die Flugzeuge früher geleast, so werden jetzt alle neuen Maschinen gekauft und sind im Besitz der Thai.

In den neunziger Jahren expandierte das Routennetz weiter und die Flugfrequenzen wurden aufgestockt. Aber man rüstete sich auch für die Zukunft. Das Cargo Village, Maintenance Center und Flight Kitchen wurden vergrößert. Im Juli 1993 wurde das Royal Orchid Plus-Vielfliegerprogramm vorgestellt und fand sofort Anklang. Aber die weitreichendste Entscheidung traf Thai 1995 als sich der Carrier der Lufthansa und United Airlines anschloß um eine globale Allianz zu gründen. Diese trat dann am 14.Mai 1997 als Star Alliance in Erscheinung mit Lufthansa, United, Thai, Air Canada und SAS als Mitglieder. Mit dieser globalen Allianz bieten die fünf Partner das weltweit umfassendste Streckennetz an. Es ist aber weder eine Fusion noch die Entwicklung identischer Produkte vorgesehen, da die Stärke der Allianz auch in der Unterschiedlichkeit der beteiligten Unternehmen liege. In Kürze sollen weitere Fluggesellschaften der Star Alliance beitreten, so ab Oktober 1997 die brasilianische Varig. Die Vorteile für den Passagier liegen in der Größe des Streckennetzes, im einheitlichen Verfahren der Vielfliegerprogramme sowie in den nun 179 zugänglichen Lounges der Gesellschaften.
1995 wurde außerdem das Telefonieren von Bord aus mit Thai Phone möglich. Die gesamte aus sechs Maschinen bestehende Boeing 747-200-Flotte wurde an Atlas Air (USA) verkauft. Der Vertrag beinhaltete auch Ersatztriebwerke und -teile. Die ersten beiden Jumbos gingen im März 1996 zur Frachterumrüstung zu Boeing nach Wichita, gefolgt von weiteren zwei ein Jahr danach und die letzten beiden 1998. Außerdem konnte eine Boeing 737-200 am 25. Januar 1996 bei International Air Leases plaziert werden, die diese Maschine möglicherweise an Air Philippines vermietet. Im Februar sollten zwei weitere Boeing 737-200 an Shaheen Air Int'l (Pakistan) verkauft werden, aber der Deal wurde seitens Thai abgebrochen, da die Konditionen für Thai nicht akzeptabel waren.
Am 31. März nahm der Carrier die erste von acht bestellten Boeing 777-200 in Empfang und tat mit dieser einsetzenden Flottenmodernisierung einen weiteren Schritt ins neue Jahrtausend, den man auch mit einem neuen Corporate Image, an dem noch gearbeitet wird, verdeutlichen will. Dabei spielt auch die Entscheidung, Thai Airways Int’l als eine von vier Staatsfirmen in die Privatisierung zu überführen, eine Rolle.
Für die Lieferung zwischen September und Dezember 1997 bestellte Thai bei Airbus fünf A300-600R und vier A330-300, die zwischen September 1997 und 1999 kommen sollen. Bei Boeing orderte man zwei weitere 737-400 für Oktober '97, zwei 737-500 für November und zwei weitere 747-400 mit den Lieferdaten Mai 1998 bzw. '99. Auch das 100. Exemplar der Boeing 777-200 (HS-TJG) wurde am 31. Oktober in Empfang genommen. Mit Atlas Air wurde die Anmiete eines Frachtjumbos für September '96 vereinbart und so kam einer der bereits verkauften Jumbos als Frachter umgerüstet zu Thai zurück. Gleichzeitig optionierte Thai Lieferpositionen für zwei weitere Frachter im ersten und dritten Quartal 1998. Ein Airbus A300B4-103 wurde im selben Monat an GTI (Türkei) verkauft, während die restlichen A300B4 (drei -103, vier -203) via Airbus an DHL gehen. Die drei DC-10-30 wurden an Euro Aircraft Trading verkauft und -als Vertragsbestandteil- sofort bis April 1998 zurückgemietet.
Thai scheint gewillt zu sein, aus der Star Alliance wieder auszutreten. Ein wesentlicher Grund liegt wohl im Beitritt des regionalen Rivalen Singapore Airlines.

Januar 1998
Streckennetz :
Ziele auf vier Kontinenten wie Amsterdam, Brisbane, Dallas, Düsseldorf, Frankfurt, Hongkong, Kopenhagen, Melbourne, Paris, Perth, Rom, Seattle, Seoul, Sydney, Stockholm, Tokio, Wien, Zürich u.a.
Inland zu mehr als 10 Zielen

Flotte :

2 Aerospatiale/ Alenia ATR42-320
2 Aerospatiale/ Alenia ATR72-201
5 British Aerospace BAe 146-300
1 Boeing 737-2P5 Adv...........................lst Shaheen Int'l (Pakistan)
11 Boeing 737-4D7...............................Lief. bis 11/97
2 Airbus A310-204 (Winglets)
3 Airbus A300B4-103...........................cvtd. A300B4-2C, für DHL
4 Airbus A300B4-203...........................für DHL
6 Airbus A300-601
2 Airbus A300-605R
8 Airbus A300-622R
8 Airbus A330-321
8 Boeing 777-2D7...............................Lief. bis 10/97
6 Boeing 777-3D7...............................Lief. 12/97-2000
3 McDonnell Douglas DC-10-30ER.......lsf Euro Aircraft Trading bis 4/98
4 McDonnell Douglas MD-11
3 Boeing 747-2D7B.............................an Atlas Air '97
1 Boeing 747-2D7B (F)(SCD)...............lsf/opb Atlas Air, cvtd -2D7B
2 Boeing 747-3D7
14 Boeing 747-4D7..............................Lief. bis 5/99