Boeing 737-800 OY-SEM mit Winglets (Foto: Sterling))

Sterling Airlines

dänische Fluggesellschaft                  Sitz: Kopenhagen                   Web: www.sterlingticket.com
Zweilettercode: NB                         Dreilettercode: SNB                Call-sign: STERLING
gehört zur FL Group (Island)

Reiselustige Gemeindemitglieder in Tjaereborg wollten 1950 nach Spanien reisen. Ihr Pfarrer, Eilif Krogager holte Angebote dafür ein und befand sie als überteuert. Kurzerhand charterte man selbst zwei Reisebusse und Krogager übernahm die Funktion des Reiseleiters und Organisators. Finanziell war die Reise ein Fiasko aber Krogager hatte eine Marktlücke erkannt: er beschloss, die Organisation zu professionalisieren, um seine Landsleute preiswerter gen Süden zu bringen. Zuerst wurden Busse für das eigene Reisebüro Nordisk Bustrafik angeschafft und mit Tjaereborg Rejser eine eigene Vertriebsschiene geschaffen.

Bitte Mauszeiger aufs Bild für weitere Infos
DC-6B OY-STP (G.Grondstein, Zürich 1964)
SE.210 Caravelle OY-STI (G.Plomitzer)
Boeing 727-200 in der ersten Farbgebung (SXF)
Boeing 727-200 OY-SAU im Sterling European-Look (R.Dannies)
Boeing 737-300 OY-SEE (Samml. Pritzkow)
Boeing 737-800 SEH mit neuem Logo (O.Wendt, SXF)
737-800 OY-SEC (O.Pritzkow, CPH)
737-800 OY-SEA (O.Pritzkow, CPH)
737-800 OY-SEI (O.Wendt)
737-700 OY-MRK - geleast von Maersk Air (O.Pritzkow, CPH)
737-700 OY-MRH im Fusionsanstrich (M.Schmidt, TXL)

Eine eigene Airline
Mit Sterling Airways gründete der Pfarrer am 16. Mai 1962 mit 10.000 DKR Startkapital auch noch eine eigene Charter-Airline. Bei der Namengebung ließ er sich von seiner Mutter inspirieren, die Sterling-Silber gern verschenkte, denn dies war immer von besonderer Güte. Die Kapitalmehrheit an der neuen Airline hielt Krogagers Reisebüro Nordisk Bustrafik. Von Swissair erwarb man eine Douglas DC-6B und nahm den Flugbetrieb auf. Schon im September 1963 folgte eine Kapitalerhöhung auf 870.00 DKR. Rasch entwickelte sich die Charter-Airline zur größten unabhängigen Fluggesellschaft Dänemarks, welche bereits 1963 seinen Kunden eine Rund-um-die-Welt-Reise offerierte. Als erste Chartergesellschaft überhaupt erhielt Sterling Airways 1964 Überflugrechte für das Territorium der Sowjetunion auf dem Weg zu Schwarzmeer-Zielen. Zum 1. Juli 1964 kaufte Sterling den SARCO (Scandinavian Aircraft Repair Comp.)- Wartungskomplex in Kopenhagen. 1965 trat Sterling in die Liga der Jetbetreiber ein, als sie die erste SE.210 "Super-Caravelle" in Dienst stellte. 1971 erwarb die Airline 13 "Caravelle" und stieß mit ihnen ab 1973 über das Tochterunternehmen Tjaereborg Reisen auf den deutschen Markt vor. Auch im Frachtsektor hatte man die Zeichen der Zeit erkannt und bot seit 1965 Nurfracht-Charterflüge an. Doch 1974 verhob man sich, als man die Flotte auf Boeing 727 umstellte. Es folgte eine schwere Kapazitätskrise.

Selbstständigkeit und Konkurs
1986 verließ Sterling das Dach der Tjaereborg Rejser und wurde eine selbstständige Airline. Nach über 30 Jahren ereilte Sterling Airways jedoch im September 1993 das Aus. Sämtliche Versuche, einen Konkurs abzuwenden, waren gescheitert. Eine Auffanggesellschaft übernahm die Aktiva sowie den Firmennamen. Als Sterling European Airways trat man 1994 erneut am Markt an - diesmal als Frachtoperator für TNT mit drei Boeing 727. 1995 folgte ein Management-buy-out. Ein Jahr später erwarben die beiden börsennotierten Unternehmen Ganger Rolf ASA und Bonheur ASA, die mit der norwegischen Fred. Olsen-Reedereigruppe verbunden sind, 90 % der Sterling European. 1999 war man dann zu 100 % in norwegischen Händen. Die neuen Gesellschafter bauten die Passagiersparte massiv aus. Neue Flugzeuge wie die Boeing 737-300/-500 aber auch schon 737-800 wurden angemietet und der Traditionsname Sterling erschien wieder auf den Flugzeugen.

Low-cost
Entgegen der allgemeinen Reiseflaute nach der Asienkrise, SARS und den Anschlägen vom 11. September 2001 eröffnete Sterling European immer weitere neue Routen zwischen Skandinavien und Südeuropa. 2002 erfolgte eine Umstellung des Geschäftsmodells: künftig trat man als Low-cost-Airline mit dem Internet-Portal www.sterlingticket.com auf. 21 neue Routen wurden aufgelegt, darunter nicht nur Sonnenziele, sondern auch Oslo - Kopenhagen und Stockholm - Kopenhagen. 2003 ging das eigene Vielfliegerprogramm "Club Sterling" an den Start und offeriert seinen Mitgliedern News und attraktive Angebote. Im gleichen Jahr wurde Sterling zu Skandinaviens bester Low-cost-Airline gekürt. Bis 2005 wuchs die Flotte von sechs auf zwölf Maschinen, wodurch die Kapazitäten um 50 % wuchsen. Mit Norwegian vereinbarte Sterling zum November 2004 ein Block Space Agreement (Abkommen über Kooperation auf Linienflügen), zum Februar 2005 folgte ein ebensolches mit der finnischen flynordic und zum 1. Mai 2005 mit der slowakischen SkyEurope.

Sterling European + Maersk Air = Sterling Airlines
Am 14. März 2005 übernahm die isländische Investmentfirma Fons Eignarhaldsfelag, zu dessen Einflussbereich auch Iceland Express gehört, die Sterling Airways für 400 Mio. DKK. Nur wenige Monate später, am 30. Juni, kaufte Fons Eignarhaldsfelag auch die dänische Maersk Air A/S vom dänischen Konzern A.P. Möller-Maersk. Maersk Air wird bis März 2006 unter Identitätsaufgabe in die Sterling integriert. Die Flugzeuge sollen zunächst bei Möller-Maersk verbleiben und dem Käufer per Leasing für sechs Jahre überlassen werden. Sterling wird damit die größte Lowcost-Airline in Skandinavien und die viertgrößte in Europa. Die Übernahme und Verschmelzung wurde zum 13. September 2005 genehmigt. Der neue offizielle Name ist Sterling Airlines A/S.

Erneuter Verkauf
Im Oktober 2005 folgte der nächste Coup als die fusionierenden Airlines an die ebenfalls isländische FL Group (Mutterfirma der Icelandair, Flugleidir, Bluebird Cargo sowie 13 % an easyJet) für 1,5 Mrd. dKr. verkauft wurden. Fons konnte nach nur sieben Monaten einen satten Gewinn einstreichen. Sterling fliegt innerhalb der FL Group als unabhängige Airline unter den gleichen Vorraussetzungen wie Icelandair. Die Streckennetze ergänzen einander und man verspricht sich einige Synergieeffekte.

Für 2006 hat sich Sterling viel vorgenommen. Mit Eröffnung einer Niederlassung in Helsinki zum März 2006 ist man nun in allen fünf nördlichen Hauptstädten präsent. Zwei hier stationierte 737-700 werden dann zu 11 europäischen Zielen aufbrechen.

Stand: Dezember 2005

Ziele:
Billund, Salzburg, Kairo, London, Helsinki, Montpellier, Nizza, Paris, Berlin TXL u. THF, München, Frankfurt, Athen, Kreta, Budapest, Bologna, Florenz, Mailand, Rom, Venedig, Amsterdam, Bergen, Oslo, Stavanger, Algarve, Lisabon, Edinburgh, Alicante, Barcelona, Gran Canaria, Lanzarote, Madrid, Malaga, Mallorca, Tenerifa, Götheborg, Stockholm, Genf, Prag

Flotte:

 5 Boeing 737-500             von Maersk
10 Boeing 737-700             von Maersk
 6 Boeing 737-800             5 geleast
 4 Boeing 737-800 (Winglets)  4 geleast

bei Bedarf sende ich Ihnen aktuellste Daten in Stichpunkten zu: webmaster@berlin-spotter.de