
australisches Luftverkehrsunternehmen Sitz : Sydney Dreilettercode : QFA Zweilettercode: QF IATA-Nr.: 081 ICAO-call sign : QANTAS IATA-Mitglied Web: www.qantas.com.au privat - BA 25 %, Mitglied der oneworld-Allianz
Die älteste Fluggesellschaft im englischsprachigen Raum entstand nicht in der Hauptstadt Australiens,
sondern im Hinterland von Queensland in der Kleinstadt Winton. Zwei ehemalige Militärpiloten
Hudson Fysh und Paul McGinness, gründeten dort mit Unterstützung des ortsansässigen Viehzüchters
Fergus McMaster und einiger seiner Geschäftsfreunde am 16. November 1920 die "Queensland and
Northern Territories Aerial Services Limited". Der offizielle Firmenname verkürzte sich unweigerlich
auf das Akronym QANTAS. Begonnen wurde mit einem Betriebskapital von 6037 £. Paul
McGinness holte das erste Flugzeug der Gesellschaft, einen zweisitzigen Doppeldecker vom Typ Avro
504K am 30. Januar in Sydney ab und traf am 7. Februar in Winton ein. Einen weiteren
Doppeldecker, eine Farnborough B.E.2e. hatten die beiden Australien Flying Corps-Piloten bereits
1919 importiert, da sie schon damals vorhatten, nach dem Krieg im Fluggeschäft zu bleiben. Kurz
nach der Gründung begann der Flugverkehr mit der B.E.2e, die einen erwachsenen Passagier (oder
zwei Kinder) befördern konnte. Flüge fanden statt, wenn es Kunden gab; vorausgesetzt, daß die
Maschine betriebsfähig war. Erstaunlich viele Leute wollten einfach einmal fliegen - die meisten hatten
natürlich auch ein Reiseziel. Preise hingen sowohl von der Entfernung ab als auch, ob auf dem Rückflug
ein Passagier bzw. eine Ladung an Bord war. Die modernere Avro konnte zwei Fluggäste auf einmal
befördern. Dank besonnener Geschäftsführung hielt sich die Gesellschaft nicht nur über Wasser,
sondern konnte sogar noch ein weiteres Flugzeug importieren: eine Armstrong Whitworth F.K.8 - ein
umgebauter Bomber, der zwei Passagiere befördern konnte. Am 2. November 1922 flog die F.K.8
zum ersten Mal von Charleville nach Longreach, wobei die Ladung aus Luftpost bestand. Bereits am
nächsten Tag folgte der erste Flug mit einem Passagier von Charleville zum 929 km entfernten
Cloncurry. Die Regionalregierung unterstützte diese Route mit Zwischenlandungen durch die Vergabe
eines Luftpostvertrags an die Gesellschaft. Das war für Qantas der große Wendepunkt : von da an
konnte man sie bereits zu den internationalen Luftfahrtunternehmen zählen.
Zu den weiteren frühen Mustern zählten eine Bristol Fighter, de Havilland DH.4 und DH.9, und am 17. November 1924 stellte die Gesellschaft ihr erstes richtiges Zivilflugzeug DH.50A Hermes in Dienst. Mit diesem Flugzeug, zwischenzeitlich auf Victory umgetauft, wurde am 15. Mai 1928 der "Flying Doctor" eingerichtet. Diesen Service betrieb die Australien Inland Mission von Gloncurry aus mit Personal von Qantas. Als Ersatz für die DH.4 und DH.9C baute Qantas vier DH.50A mit Puma-Motoren und drei DH.50J mit Jupiter-Triebwerken in Lizenz. Die erste dieser Maschinen flog im August 1926. Am 7. Februar 1925 hatte eine DH.4 die Verbindung Charleville-Cloncurry nach Westen um Mount Isa und Camouweal erweitert, und am 1. Juli 1927 kam die Strecke Cloncurry- Normanton hinzu. Im Februar 1928 wurde ein noch besseres Flugzeug nach Australien verschifft - das erste DR.61 Giant Moth-Modell. Vom Entwurf her war die DH.61 ähnlich der DH.50, nur hatte die Kabine 8-10 Sitzplätze. Mit diesem Flugzeug eröffnete Qantas Australiens ersten täglichen Linienflugdienst auf der Route zwischen Brisbane und Toowoomba, die sie sieben Monate lang bediente. Am 27. April 1929 weihte das Muster dann eine wöchentliche Flugverbindung von Brisbane nach Toowoomba, Roma und Charleville ein. Der DH.61 Apollo kam auch eine tragende Rolle bei den ersten Postflügen von England nach Australien und zurück zu, die versuchsweise zwischen dem 4. April und dem 14. Mai 1931 stattfanden. Qantas war für die Teilstrecke Darwin-Brisbane verantwortlich, die sie am 27./28. April südlich und am 25./26. April nördlich bediente. Im Rahmen dieser Aktivitäten arbeitete Qantas eng mit der britischen Imperial Airways, einer Vorgängergesellschaft der späteren BOAC, zusammen.
Am 29. Mai 1933 verließ eine Armstrong Whitworth XV von Imperial Airways, die Astraea, Croydon, um eine reguläre Post- und Passagierstrecke nach Australien zu erkunden. Sie traf am 23. Juni in Brisbane ein. Am 18. Januar 1934 erfolgte eine Reorganisation als Qantas Empire Airways mit 49 % Kapitalbeteiligung durch die Imperial Airways und die Aufnahme des ersten internationalen Dienstes innerhalb der Empire-Hauptroute, nämlich der Abschnitt Singapur-Brisbane. Der Postbeförderungsauftrag auf dieser Strecke erging zwar offiziell im April 1934, doch erst am 10. Dezember nahmen die DE.61 Diana und die DH.50J Hippomenes der Qantas regelmäßige wöchentliche Postflüge von Brisbane nach Darwin auf, wo die Armstrong Whitworth XV Arethusa der Imperial Airways ihre Fracht übernahm. Erst ab 25. Februar 1935 zeichnete Qantas für die Teilstrecke Darwin-Singapur verantwortlich. Sie setzte dafür die neue viermotorige DH.86 Canberra ein, die am 28. Februar in Singapur landete. Ab 17. April wurden auch Personen befördert. Für den Empire Mail Service der britischen Regierung hatte das Unternehmen Short Brothers das Flugboot S.23 Empire entwickelt, das die Landflugzeuge beider Gesellschaften auf der Verbindung Australien-England ablösen sollte. Die Qantas-Maschine Cooee startete am 5. Juli 1938 in Rose Bay nach Singapur, wo eine Crew von Imperial Airways das Flugboot übernahm und am 18. Juli in Southampton eintraf. Der Liniendienst begann offiziell am 4. August, und ab 9. August fanden drei Flüge pro Woche statt.
![]() |
| Boeing 747-438 VH-OJM (O.Pritzkow, Berlin SXF 3.9.00 ) |
Der Eintritt Italiens in den Krieg am 10. Juni 1940 zerschnitt die Hauptstrecke, doch am 19. Juni stellte man die Verbindung über die sogenannte "Hufeisen-Route" wieder her. Von Sydney führten wöchentlich Flüge in Etappen nach Kairo und Durban, wo BOAC den Anschluß nach Southampton übernahm. Am 16. Oktober begann Qantas sich bis nach Karachi auszudehnen, doch durch den Kriegsausbruch im pazifischen Raum geriet die Gesellschaft unmittelbar in die Konfliktzone: Am 30. Januar 1942 schossen japanische Jäger die 8.23 Corio bei Koepang, Timor, ab und die Verbindung Darwin - Singapur mußte am 14. Februar eingestellt werden. In der Zeit vom 16. bis 28. Februar pendelten die Flugboote zwischen Broome und Tjilatjap in Java, indem sie Versorgungsgüter ein- und Flüchtlinge ausflogen. Während dieser Periode gingen zwei weitere Maschinen verloren. Flugboote der Klasse G stellten auch die Verbindung zwischen Townsville, Cairns und Port Moresby sowie, ab 20. Dezember 1942, auch Milne Bay sicher. Am 3. November 1942 hatten die Consolidated Catalina Vega Star der Qantas und im Mai 1943 Catalinas der RAF eine Route von Koggala Lake auf Ceylon und Swan River, Perth, erkundet. Am 10. Juli 1943 wurde die 3513 Meilen (5652 km) lange Strecke über den Indischen Ozean in Betrieb genommen und unter konsequenter Funkstille in 28 Stunden und 9 Minuten zurückgelegt. Ab 17. Juni beteiligten sich Landflugzeuge vom Typ Consolidated Liberator, doch die Catalinas sollten bis zum 18. Juli 1945 durchhalten.
Am 31. Mai 1945 setzten gemeinsam von BOAC und Qantas mit Avro Lancastrian betriebene Wochenflüge von Hurn über Lydda, Karachi, Ceylon und Learmonth nach Sydney ein. Nach Beendigung der Kampfhandlungen gegen Japan wurde Singapur am 4.Oktober erstmals nach dem Kriege wieder angeflogen, und zwar vom Flugboot Coriolanus, das am 19. November auch die Verbindung zwischen Australien und Fiji eröffnete. Wegen Auslauf des Leasing-Abkommens gehörten die Catalinas nun der Vergangenheit an, aber Empire-Flugboote übernahmen deren Linien. Nachdem eine Lancastrian am 24. März 1946 in der Nähe der Cocos-Inseln (Keeling) spurlos verschwunden war, setzte man die Landflugzeugroute über den Indischen Ozean aus. Am 9. April startete vom Mascot-Airport in Sydney der erste Linienflug auf der neu über Singapur geführten Weststrecke. Am 28. Mai wurde der neue London-Airport zum Endpunkt der "Känguruh-Route" im Vereinigten Königreich. Zwei Tage zuvor hatte Qantas ihren eigenen Liberator-Dienst nach Singapur aufgenommen. Er schloß an die Hythe-Flugboot-Linie an, die BOAC am 31. Januar eingeführt hatte. Am 26. August startete die Liberator zum letzten Linienflug von Sydney. Hythe-Flugboote bedienten auch die BOAC/Qantas- Verbindung Poole - Sydney, die am 12. Mai in Ostrichtung und am 18.Mai in Westrichtung begann. Trotz des britischen Drucks, die Avro Tudor zu beschaffen, hatte Qantas im Oktober 1946 vier Lockheed L-749 Constellation bestellt, die ein Jahr später eintrafen. Mit Erwerb der Aktienanteile von BOAC und privaten Unternehmern durch die australische Regierung ging Qantas Empire Airways mit Wirkung vom 30. Juni 1947 in Staatseigentum über. Eines der wichtigsten Ereignisse war dann die Eröffnung einer direkten Schnellverbindung nach London am 1. Dezember 1947. Qantas führte die "Känguruh-Route" nun in Eigenverantwortung bis nach London statt wie früher nur bis Karachi. Der Flug führte über Darwin, Singapur (Nachtstop), Kairo und Rom. In Ostrichtung gab es Nachtaufenthalte in Kairo und Singapur. Die Constellation flog mit einem Speedpack-Unterrumpfanbaubehälter, der zusätzlich Fracht bis 3720 kg aufnehmen konnte. Mit der Reisedauer von nur vier Tagen übertraf Qantas den langsamen BOAC-Flugbootservice haushoch. Doch die britische Gesellschaft kaufte gebrauchte L-749-Maschinen auf, und 1949 flogen beide Linien drei bzw. vier Hin- und Rückflüge pro Woche zwischen London und Sydney.
Mit DC-3 hatte Qantas am 2. April 1945 eine neue Verbindung von Sydney nach Lae über Brisbane,
Rockhampton, Townsville (Nachtstop), Cairns und Port Moresby eingeleitet und am 15. Januar 1947
nach Rabaul verlängert. Im Juni begann die Airline mit Binnenflügen in Papua und Neuguinea. Am 14.
Oktober 1947 eröffnete sie eine Lancastrian-Verbindung zu den Norfolk-Inseln, und am 20.
November startete eine Catalina zum Erkundungsflug nach Lord Howe Island. Der am 3. Dezember
vorgesehene erste Linienflug wurde durch Schlechtwetter vereitelt, aber am 9. Dezember erfolgreich
abgeschlossen. Am 20. Dezember schloß das letzte Flugboot der Klasse C, die Coriolanus, mit einem
Flug von Noumea nach Sydney seine lange Karriere ab: sie hatte insgesamt 2.523.641 Meilen
(4.060.538 km) überwunden.
Die Royal Australien Air Force (RAAF) hatte einen militärischen Kurierdienst nach Japan betrieben, und am 16.Dezember 1947 übernahm ihn Qantas mit Lancastrian-Flugzeugen für den Zielflughafen Bofu. Am 6. April 1948 verlegte man die japanische Endstelle nach Iwakuni und am 15. Oktober nochmals nach Tokio. Reine Zivilluftfahrt nach Japan lebte ab 3. März 1950 wieder auf. Die Fluggesellschaft sollte sich auf den internationalen Flugverkehr konzentrieren, und am 2.April 1949 wurden die Binnenstrecken im Westen von Queensland und Northern Territory sowie der Flying Doctor Service in Clonourry und Charleville der Trans Australien Airways (TAA) zugeschlagen. Am 26. Juni nahm Qantas jedoch eine Linie von Sydney nach Hongkong über Darwin und Labuan mit Douglas DC-4 in Betrieb und führte dieses Muster am 13. März 1950 auch auf der Strecke Sydney-Port Moresby-Lae ein, den "Bird of Paradise"-Dienst. Die Sydney-Noumea-Suva Route bedienten ab 2. Mai Flugboote vom Typ Short Sandringham. Dieses Muster blieb bis zu seinem letzten Flug von Suva nach Sydney am 4.Juni 1955 im Dienst.
![]() |
| Boeing 767-338ER VH-OGD (O.Pritzkow, Hongkong Kai-Tak 06/1997) |
Die Constellation Charles Kingford-Smith eröffnete am 1. September 1952 den "Wallaby-Service" zwischen Australien und Südafrika mit der Streckenführung Sydney-Melbourne-Perth-Cocos- Mauritius-Johannesburg. Auf der Route nach London leitete man einen Teil der Flüge über Beirut und Frankfurt. Der erste reguläre Linienflug von Sydney nach Bangkok fand am 14. November 1953 statt. Zur Constellation sollte aber bald die gestreckte Version L-1049 Super Constellation hinzukommen. Am 15. April 1954 wurde die erste L-1049C geliefert, und einen Monat später weihte sieden"Southern Cross Service' von Sydney über Nandi, Canton Island und Honolulu nach San Francisco und Vancouver ein, den man von British Commonwealth Pacific Airlines übernommen hatte. Die Super Constellation Southern Sky führte am 2. August den ersten Linienflug dieses Musters nach London aus. Super Connies lösten die 749 am 3. Mai 1955 auf der Strecke Sydney-Darwin-Manila-Tokio ab, und am 6. Januar 1957 auf der nach Hongkong. Am 14. Januar 1958 wurde Qantas die erste Fluggesellschaft mit einem Dienst "Rund um die Welt", als die beiden Super Constellation Southern Aurora und Southern Zephyr in Melbourne bzw. Sydney starteten. Erstere flog in Richtung Osten über den Pazifik, die Vereinigten Staaten und den Atlantik, letztere nahm die Känguruh-Strecke in Richtung Westen über Indien und den Nahen Osten. Am 17.Januar trafen sie in London zusammen, und am 20.Januar landeten beide in Sydney.
Die Super Constellation sollte jedoch nicht lange Flaggschiff der Qantas bleiben, denn die Gesellschaft
hatte sich für den Kauf der teuren, aber prestigeträchtigen Boeing 707 entschieden. Boeing lieferte auf
Wunsch die spezialangefertigte Boeing 707-138 mit um 305 cm hinter dem Tragwerk gekürztem
Rumpf, größerer Reichweite und der Fähigkeit, auf der ca.2250 m langen Landebahn auf Fiji starten
bzw. landen zu können. Qantas blieb auch der einzige Kunde dieser Ausführung. Das Muster ging am
29. Juli 1959 in Dienst, als das dritte Exemplar, die City of Canberra, in Sydney zu einem Flug nach
San Francisco startete. Die Boeing 707-138 "City of Melbourne" eröffnete für Qantas am 27.Oktober
den Düsenverkehr auf der Route SydneyLondon über die Fiji-Inseln, Honolulu, San Francisco und
New York. Die"City of Perth" krönte ihn am 29. Oktober mit einem 'Rund um die Welt"-Flug von
London aus mit Zwischenlandungen in Frankfurt, Rom, Kairo, Karachi, Kalkutta, Bangkok, Singapur,
Darwin und Brisbane. Qantas setzte aber auch weiterhin auf neue propellergetriebene
Verkehrsflugzeuge und bestellte als Ersatz für die Super Constellations auf den Fernostrouten vier
Lockheed Electra. Am 18. Dezember 1959 kamen die Passagiere auf der Strecke Sydney-Port
Moresby-Manila-Hongkong erstmals in den Genuß der Electra. Drei Tage später verkürzte das
schnelle Turboprop-Muster die Dauer der Flugreise Sydney-Darwin-Manila-Hongkong-Tokio von 30
auf 22 Stunden.
Die Electras mußten zwar später auf diesen Strecken der Boeing 707 weichen, doch die Ausmusterung der letzten L-1049 nach ihrer Rückkehr aus Johannesburg am 3. Mai 1963, bot ihnen die Gelegenheit, einen neuen Kontinent anzufliegen. Seit 1961 bedienten sie bereits Auckland, Christchurch, Wellington und Noumea, bis sie im November 1964 auf diesen Routen von der Boeing 707 abgelöst wurde. Im März 1964 führte Qantas zwei Wochenflüge nach London über Hongkong anstelle von Singapur und richtete gleichzeitig Flüge nach London erstmals über Mexico ein, und zwar mit der Routenführung Sydney-Tahiti-Acapulco-Mexico City-Nassau-Bermuda-London. Als weitere europäische Hauptstadt wurde Wien in den London-Service eingebunden, angefangen mit einem Flug von Sydney am 31. März 1965. Im selben Monat machte das zweite umrüstbare Passagier-/Frachtflugzeug aus einer Erstbestellung von drei Boeing 707-338C Fluggeschichte durch seine Überführung von den Vereinigten Staaten nach Australien : Der Nonstop-Flug von San Francisco nach Sydney dauerte 14 Stunden und 32 Minuten. Am 29.März 1965 bediente die Boeing 707-338C erstmals die Känguruh-Route nach London und im April 1967 verdrängte sie die Electra von der Wallaby-Route nach Johannesburg. Im September 1968 wurden schließlich die letzten Boeing 707-138 abgezogen und gegen Jahresende war die geplante Flotte von 21 Boeing 707-338C komplett. Der Gründer und Vorsitzende der Gesellschaft, Sir Hudson Fysh, war 1966 zurückgetreten und der Name Qantas Empire Airways 1967 wieder auf lediglich Qantas gekürzt worden.
Im November 1967 verpflichtete sich das Unternehmen, vier Boeing 747-238B zum Preis von 123 Mill. $ zu beschaffen. Die langersehnte Lieferung der ersten Maschine erfolgte planmäßig im August 1971. Qantas hatte das neue Muster zunächst für Flüge nach San Francisco einsetzen wollen, doch die amerikanische Luftfahrtbehörde (CAB) verweigerte die Zustimmung für wöchentlich drei Jumbo-Flüge. So gab die Boeing 747 ihr Debüt auf der Känguruh-Route - ab 17. September 1971 nach
Singapur und ab 25. November bis nach London. Zwar hatte nun Qantas mit dem Jumbo die Kapazität erweitert, doch es stand nicht alles zu Besten. Eine geringe Auslastung brachte zunehmende Verluste auf dem Transatlantikabschnitt der Verbindung "Rund um die Welt", so daß ab 1. April 1973 der Dienst über San Francisco hinaus nach New York und London entfiel. Dennoch nahm die Gesellschaft am 6.April eine neue Boeing 707-Verbindung nach Vancouver über Nadi und Papeete in Betrieb, statt Flüge nach San Francisco um diesen Zielort zu erweitern. Der letzte Boeing 707-Flug nach London fand am 16. Juni 1973 statt. Bis 1979 hatte sich Qantas auf eine reine Boeing 747-Flotte umgestellt. Streckenführung und Flugfrequenzen wurden dem Bedarf angepaßt. Die Nachfrage auf den schnellen Verbindungen nach Europa mit nur einem Zwischenstop war jedoch so hoch, daß man den London-Dienst über Mexico im August 1974 opfern mußte. Mexico-City wurde allerdings noch bis Januar 1975 bedient. Die Boeing 747 der Qantas waren zur Beförderung der Höchstzahl von 442 Passagieren über die längsten Strecken der Welt ausgelegt. doch 1981 übernahm die Gesellschaft zwei Boeing 747SP-38,eine Langstreckenversion mit reduziertem Raumvolumen, die zunächst für die neue Verbindung Brisbane-Townsville-Los Angeles vorgesehen war. Im Dezember 1981, als Air New Zealand ihre DC-8-Flüge strich, übernahmen die Boeing 747SP von Qantas die Linie Australien-Wellington. Im November 1982 flogen sie von Sydney über Perth nach Harare. Im April 1984 wurden ihnen auch die Nonstop-Flüge Melbourne-Sydney-Los Angeles übertragen. Das starke Engagement im Luftfrachtgeschäft führte 1982/83 zur Fertigstellung moderner Luftfrachthöfe in Melbourne, Perth und Sydney. Eine wichtige neue Route. die Melbourne, Sydney und Peking miteinander verband, lief im September 1984 an, zeitgleich mit der Einführung eines CAAC-Dienstes von Peking über Guangzhou nach Sydney und nur wenige Wochen vor der Auslieferung der ersten Boeing 747-338 an Qantas. Die Maschine traf am 16. November 1984, dem 64.Geburtstag der Airline, ein und erhielt als erste das neue Farbkleid der Gesellschaft.
Für Routen von australischen Flughäfen mit geringer Bedeutung für den internationalen Verkehr bestellte Qantas ferner sechs Boeing 767-238ER. Am 30. Juli 1985 ersetzte dieses Muster die Boeing 747SP auf der Strecke Melbourne-Wellington. Bis September hatten die Langstrecken-Twins sämtliche Trans-Tasmanien-Flüge, die auch Melbourne mit Auckland und Christchurch verbanden, übernommen. Im Oktober folgte die Indienststellung auf der Strecke Melbourne-Sydney-Noumea. Im Dezember folgte Hobart-Auckland und im Januar 1986 Brisbane-Singapur und Adelaide-Singapur. Einen Monat später traten die Boeing 747 die Strecken zu den Philippinen und Papua Neuguinea ab. In der Zwischenzeit trafen auch 13 Boeing 767-338ER ein. Am 16. August 1989 stellte die erste von 18 Boeing 747-438 für Qantas. die City of Canberra, einen neuen Langstrecken-Weltrekord für Verkehreflugzeuge auf, als sie die 11.156 Meilen (17.950 km) von London nach Sydney nonstop in 20 Stunden und 8 Minuten zurücklegte. Es handelte sich zwar um einen Überführungsflug mit nur 23 Personen an Bord, doch das war auch der bisherige Rekordflug über 10.281 Meilen (16.542 km), den eine Boeing 747SP der South African Airways von Everett Field nach Cape Town im März 1976 zurücklegte.
Die Boeing 747-438 mit treibstoffsparenden RB211-524G-Turbofan-Triebwerken von Rolls-Royce ist ein Hochtechnologie-Airliner und Qantas hat alle Anstrengungen unternommen, um seine Anziehungskraft auf Passagiere noch zu steigern. Neben der Ausstattung mit großzügigen Überkopf- Gepäckfächern und neuen Sitzen werden mit besonderem Blick auf Geschäftsreisende Fernsprech-, Fax- und Computerverbindungen über Fernmelde-Satelliten angeboten.
Am 17. Dezember 1992 erhielt British Airways den Zuschlag der australischen Regierung sich mit 25% an der sich im Privatisierungsprozeß befindlichen Qantas zu beteiligen. Zweiter wichtiger Bewerber war Singapore Airlines.
Australian Airlines, damals ebenfalls staatlich, wurde zum 1. November 1993 völlig in Qantas
integriert. Abdiesem Zeitpunkt wird auch die Australian Airlines-Flotte in Qantas-Farben umlackiert
und erstmal verkehren Qantas-Flugzeuge wieder innerhalb Australiens.
Stand 1993
Streckennetz:
Inland, Neuseeland, Fernost, pazifischer Raum, Zentral- und Südafrika, Nordamerika,
Europa
Flotte (Stand 2001):
16 Boeing 737-376 20 Boeing 737-476 1 Boeing 737-4L7 1 Boeing 737-4Q8 lsf ILFC 7 Boeing 767-238ER 22 Boeing 767-338ER 7 Boeing 767-336ER lsf British Airways 6 Airbus A330-300X Lieferung 2003 - 2005 7 Airbus A330-200 Lieferung 2002 - 2005 2 Boeing 747SP-38 3 Boeing 747-238B 1 lst FJI 2 Boeing 747-238B (M) 6 Boeing 747-338 21 Boeing 747-438 (Longreach) 1 Boeing 747-436 (Longreach) lsf British Airways 1 Boeing 747-48E (Longreach) 2 Boeing 747-4H6 (Longreach) 6 Boeing 747-438 (LR) Lieferung 11/02 - 07/05 12 Airbus A380-800 Lieferung 2006 - 2011
Regionaldienste werden im Auftrag von Qantas von Airlink, Eastern Australia Airlines, Southern Australia Airlines und Sunstate Airlines in Australien sowie von Qantas New Zealand in Neuseeland durchgeführt.