Boeing 757-200 HB-IEE in Berlin-Tegel (Samml. Pritzkow)
PrivatAir


Schweizer Fluggesellschaft                                             Sitz: Genf
Dreilettercode: PTI                        Call-sign: PRIVATAIR        Web: www.privatair.com
Eigner: 100 % Latsis Group

In den letzten zehn Jahren wurde der Markt durch Low-cost-Airlines revolutioniert. Aber die Ausdifferenzierung brachte ein weiteres Phänomenen hervor. Ein kleiner Kundenkreis ist bereit, Premium-Preise für das beste Produkt zu zahlen. Sekt oder Selters - ganz wie im Leben. Die schweizer PrivatAir ist ein Beispiel für die andere Art des Reisens - jenseits der Lowcoster.

PrivatAir entstand 1977 unter dem Namen Petrolair, um die Flugzeuge der griechischen Latsis-Gruppe zu betreiben. Firmensitz und Operationsbasis legte man nach Genf, das man als ideale Location für einen Business- und VIP-Flieger ausgemacht hatte.
Betrieb Petrolair anfangs nur kleine und mittelgroße Biz-Jets, erhielt die Airline 1979 die erste Boeing 737-200. Eine Boeing 757-200 gehörte seit 1989 zum Flottenpark. Schnell erwarb man sich den Ruf, einer der weltbesten Exklusiv-Carrier zu sein. Staatsmänner, Königshäuser, Wirtschaftsmogule, Stars aus dem Showbusiness sowie dem Sport gehören seit Jahren zur Kundschaft. Aber auch Leute, die sanft, luxuriös und diskret befördert werden möchten sind regelmäßige Kunden.

Boeing 737-200 HB-IEH in Frankfurt (Samml. Pritzkow)
Gulfstream N399PA in Berlin-Schönefeld (J.Simmrock)
U2 charterte für ihre Elevation Tour 2000 die 737-700 HB-IIQ (O.Wendt)
737-700 HB-IIO in Berlin-Tempelhof (R.Piweck)
Airbus A319CJ D-APAA in Leipzig (M.Schulz)

Am 1. Juni 1995 wurde Petrolair in der Schweiz als eine schweizer Airline lizensiert. Der Name PrivatAir wurde 1997 angenommen. 1997 traf auch ein weiteres Flugzeug, die Boeing 737-300, ein. Ein Jahr später orderte man als erste kommerzielle Airline die 737-700IGW (erhöhtes Abfluggewicht) Business Jet (BBJ1), als man zwei Exemplare zur Ablieferung 2000 bestellte. 1999 erhöhte PrivatAir die Bestellung um eine weitere Maschine. Qualität war von Anfang an eines der wichtigsten Merkmale der PrivatAir und so wurden die Schweizer im Dezember 1998 als eine der weltweit ersten für ihre Servicestandards nach ISO9002 zertifiziert.

Umbau zur PrivatAir Group
Im August 2000 erweiterte PrivatAir ihren Einflussbereich, indem sie die US-amerikanische Flight Service Group und die Ground Handling-Firma Transair in Paris-Le Bourget erwarb.
Nach einem internen Umbau trat man ab März 2001 als PrivatAir Group auf. Kurz darauf wurde die Firma für 180-minute ETOPS (vergrößerte Reichweite für zweistrahlige Flugzeuge - Notlandeplatz muss im Radius von 180 Flugminuten erreicht werden) zugelassen und Erhielt im Zuge des bilateralen Luftverkehrsabkommen zwischen der Schweiz und den USA die FAA129-Zulassung für ausländische Airlines. Damit waren ein Großteil der Direktflüge über den Atlantik und Pazifik sowie unbegrenzte Dienste in die USA möglich. Noch heute ist PrivatAir der einzige Ad-hoc-Charter-Operator in der Welt, der diese Zulassungen hat.

Um den Servicelevel noch weiter zu erhöhen stellte PrivatAir im Februar 2002 ihren eigenen Privatterminal in Genf fertig. Der sogenannte PrivatePort ist ein Joint-Venture zwischen PrivatAir und Swissport. Alle nur erdenklichen Wünsche werden hier für die Kunden der PrivatAir wahr.

BBJ-Flüge für Lufthansa, Airbus...
Am 17. Juni 2002 unterschrieben PrivatAir und Lufthansa einen Vertrag über BBJ-Linienflüge von Düsseldorf nach Newark. Es war der erste reguläre, interkontinentale All-Business-Class-BBJ-Flug und Auftakt zu weiteren Flügen im Auftrag fremder Airlines. Mit dem Ausscheiden der Concorde stieß PrivatAir hier erfolgreich in eine sich auftuende Lücke für Business-Only-Flüge. Die Fluggäste sind begeistert. An Bord des BBJ sind nur 48 äußerst bequeme Ledersessel. So fliegt man inzwischen für Lufthansa mit zwei Airbus A319LR sechsmal wöchentlich von Düsseldorf nach Chicago und Newark sowie mit dem BBJ von München nach Newark.

Für Airbus Industries wurde zum April 2003 ein Corporate-Shuttle zwischen Hamburg und Toulouse sowie zwischen Filton und Broughton (Wales) nach Toulouse eingerichtet. Airbus stellte hierfür zwei Exemplare ihrer Corporate-Version des A319-100 mit 126 Sitzen zur Verfügung, die kompletten PrivatAir-Anstrich erhielten. Die A319CJ's können am Wochenende auch für private Flüge gechartert werden. Gebrauch davon machen sowohl Reiseveranstalter als auch Sportteams und Privatpersonen. Für Firmen, die permanent Kapazitäten zwischen bestimmten Städtepaaren benötigen, für die sich aber ein eigener Jet nicht lohnt, können sich bei PrivatAir im "Club Shuttle" mit anderen Firmen zusammentun und gemeinsam -vom Biz-Jet bis hin zum A319CJ oder Boeing 737BBJ- einen Flieger nutzen.

...und für Swiss
Swiss International Air Lines war die nächste Airline, die sich vom PrivatAir-Business-Modell begeistern ließ. So fliegt seit 16. Januar 2005 ein BBJ2 (737-800) sechsmal wöchentlich zwischen Zürich und Newark Die Maschine ist mit nur 56 Sesseln ausgestattet, die sich bei einem Sitzabstand von 156 cm bis in Liegeposition verstellen lassen. An Bord gibt es schweizer Spezialitäten und das exklusive Reisegefühl der PrivatAir. Stromanschlüsse für den Laptop sowie DVD-Player zur Unterhaltung sind an jedem Sitz angebracht. Das Flugpersonal beherrscht vier Sprachen.

Für die Airbus, Lufthansa und Swiss-Dienste waren 2005 rund 200 Mitarbeiter tätig. Dies, und der prophezeite Gewinn von 180 Mio. US$ in 2005, lässt Privatair frohen Mutes nach vorn schauen. Man spielt mit dem Gedanken, in den nächsten Jahren bis zu neun Maschinen per ACMI (Aircraft, Crew, Maintenance, Insurance) zu betreiben und neue Dienste im Auftrag anderer Airlines in die USA, in die Golfregion oder in die GUS-Staaten aufzubauen.

Bald ein Großraumjet in der Flotte?
Im Mai 2006 wurde bekannt, dass PrivatAir ein Auge auf die VIP-Versionen des Airbus A350 und der Boeing 787 "Dreamliner" geworfen hat, die im nächsten Jahrzehnt zur Verfügung stehen würden. Bis dahin soll die VIP-ausgerüstete Boeing BBJ durch eine Maschine mit größerem Kabinendurchmesser wie Boeing 767 oder Airbus A330/340 ersetzt werden. Die 49-sitzige Boeing 757 soll erhalten bleiben. Der neue Großraumjet soll rund 50 Sitze erhalten.

Stand Juni 2006

Flotte:
2 Airbus A319-100              opb PrivatAir GmbH Düsseldorf
2 Airbus A319-100LR(CJ)        opb PrivatAir GmbH
2 Boeing 737-700 (BBJ1)
1 Boeing 737-800 (BBJ2)
1 Boeing 757-200

In den USA bietet PrivatAir noch Typen wie Piper Archer, Beech Baron, KingAir 200, Global Express, CL-601/604, Cessna Citation II/III/V/X/Bravo/Encore, Falcon 20/50EX/900B, Gulfstream III/IV/IVSP, Hawker 700 und Learjet 55/60 an.

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