jetBlue A320
Airbus A320-200 (Foto: Airbus North America)

jetBlue Airways Corp.

US-amerikanischer Billigflieger           Sitz: New York JFK              Web: www.jetblue.com
Zweilettercode: B6                        Dreilettercode: JBU             Call-sign: JETBLUE

Die 1999 gegründete jetBlue Airways war die erste Airline, die sich als Quality-Billigflieger bezeichnete. Statt mit abgewirtschafteten Gebrauchtflugzeugen anzufangen, erntete sie mit einer Großbestellung über Airbus A320-200 ein enormes Medieninteresse. Im Gegensatz zu vielen anderen Billigfliegern, bietet jetBlue ihren Passagieren an Bord so manche Annehmlichkeit wie Ledersessel, Satellitenfernsehen an jedem Sitzplatz und auch etwas mehr Beinfreiheit. Auch gibt es statt Erdnüssen und labbriger Sandwiches bei jetBlue Blaubeer-Muffins, blaue Tortilla-Chips und M&Ms - natürlich nur blaue.

David Neeleman verkaufte bereits als 24-jähriger Student Pauschalreisen nach Hawaii. 1984 wurde er zu Morris Air gerufen, die derart erfolgreich war, dass sie 11 Jahre später vom Konkurrenten Southwest Airlines für 130 Mio. US$ geschluckt wurde. Über Nacht besaß Neeleman nun ein Aktienpaket in Höhe von 22 Mio. US$. Doch der Querdenker blieb nicht lange bei den Texanern, sondern widmete sich seinem Buchungsystem "OpenSky", an dem schon bald Hewlett-Packard Interesse zeigte. Neeleman zog es wieder zurück in die Airlinebranche, diesmal aber zum nördlichen Nachbarn. Hier in Kanada wollte er das Dupol Air Canada/ Canadian brechen und beteiligte sich finanziell am Aufbau der WestJet, die heute als "Southwest Airlines des Nordens" bezeichnet wird. Als er sie 1999 verließ, war es für einen Altersruhesitz noch zu früh - Neeleman wollte es nochmal wissen und wählte die US-Ostküste als Location für eine neue Airline aus. "The Big Apple" hatte seit dem Verschwinden der People Express und der New York Air keinen eigenen Home-Carrier mehr. Und ausgerechnet der John. F. Kennedy Airport sollte Sitz seiner neuen Fluggesellschaft werden. Mit seinen Plänen wurden Neeleman bei einigen einflussreichen und finanziell gut ausgestatteten Herren vorstellig und konnte so 130 Mio. US$ Gründungskapital auftreiben - die höchste Summe, die ein Newcomer je zur Verfügung hatte! Für die notwendigen Slotzuteilungen, warf Bürgermeister Guiliani sein politisches Gewicht in die Waagschale, witterte er doch wichtige Jobs für seine Stadt, und hilfreich für seine Bewerbung für einen Posten im US-Senat könnte es ja auch sein.

Eine 4-Milliarden-Dollar-Order
Als Flugzeugtyp wählte Neeleman den Airbus A320 und orderte im April 1999 25 Maschinen fest und zeichnete Optionen und Vorkaufsrechte auf 50 weitere Maschinen. Der Gesamtwert lag laut Listenpreis bei 4 Mrd. US$! Keine andere Airline ging mit so vielen Flugzeugen jemals an den Start. Mit einem Schlag war die Airline in aller Munde. Fehlte nur noch ein Name. Er sollte chic aber auch professionell sein und zu New York passen. Vorschläge wie Taxi, Zoom, Egg, Yes! und Civilisation machten die Runde. Das Rennen machte jetBlue. Blau sei nun mal seine Lieblingsfarbe, so Neelemann. Und blau sind Himmel und Meer im Anflug auf New York.

Die Betriebsaufnahme erfolgte am 11. Januar 2000 auf der Route New York - Fort Lauderdale. Mit jedem neu eingetroffenen Airbus wurden umgehend weitere Routen eröffnet wie z.B. nach Buffalo, Tampa, Orlando und Oakland und noch vor Jahresende konnte jetBlue den einmillionsten Passagier befördern. Vier Monate später war auch die 2-Millionen-Grenze gefallen. Da der Erfolg so durchschlagend war, gab die Airline 48 weitere A320 in Auftrag und ging zur Finanzierung der weiteren Expansion 2002 an die Börse. Weitere neue Ziele waren Denver, New Orleans, San Juan (Puerto Rico), Las Vegas und San Diego. Zudem begann jetBlue mit der Vernetzung der Zielorte untereinander.

Embraer 190 (Foto: Embraer)

Ein zweiter Flugzeugtyp in der Flotte
Kurz nach dem dritten Geburtstag der jetBlue sorgte Neeleman wieder für Erstaunen, als er nicht nur weitere Airbusse orderte, sondern auch 100 Maschinen des brasilianischen Typs Embraer 190. Normalerweise setzen Billigflieger nur einen einzigen Flugzeugtyp ein, um Kosten bei der Ausbildung und Ersatzteilhaltung zu minimieren. JetBlue will mit den kleineren E-190 in Märkte vordringen, für die der A320 zu groß ist. Man hatte sich auch den A319 und A318 angeschaut, doch der A319 war mit seinen 132 Sitzen den 156 Sitzen des A320 noch zu ähnlich. Für den 114-sitzigen A318 gab es leider nicht das bei jetBlue verwendete V2500-Triebwerk. Auch waren die Kosten pro Sitzmeile beim A318 unattraktiv. Nachdem man sich bei Boeing noch die 737-600 und die 717-200 angeschaut hatte, entschied Neeleman sich für den brasilianischen E-Jet. Allein ab New York sollen mit ihm 50 neue Verbindungen möglich sein. Nun stand das Telefon bei jetBlue nicht mehr still. Denn viele Bürgermeister bettelten nahzu darum, dass auch ihre Stadt angeflogen werden sollte, damit sie "am blauen Wunder" teilhaben können.

Die ersten Embraer 190 trafen im November 2005 ein, verursachten aber in den ersten Betriebsmonaten so manche Flugplan-Unregelmäßigkeit.

Stand: Juli 2006

Ziele:
Inland, Puerto Rico, Dom.Rep.

Flotte:
97 Airbus A320-200     Lieferung bis 2011
88 Embraer 190AR       Lieferung bis 2011

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