
Luftverkehrsunternehmen aus Estland Sitz: Tallinn-Ylemiste Dreilettercode: ELL Zweilettercode : OV ICAO call sign: ESTONIAN Web: www.estonian-air.ee Anteile: 49 % SAS Scandinavian, 34 % staatlich, 17 % Cresco Investment Group
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Nach der staatlichen Unabhängigkeit Estlands von der damaligen Sowjetunion am 21. August 1991 wurde bereits im Oktober 1991 die nationale Fluggesellschaft Estonian Air gegründet. Die Airline war seinerzeit mit dem ehemaligen Estland-Direktorat der sowjetischen Aeroflot identisch, Die Flotte der jungen Fluglinie bestand zu Beginn aus bis zu acht An-2, vier YakovIev 40 und zwölf Tupolev 134 A/A-3. Im Frühjahr 1992 wurde der Flugbetrieb mit Flügen unter anderem nach Frankfurt, Helsinki und Moskau aufgenommen. Bereits im Sommer 1994 zeichnete sich das Ende der Ära russischer Flugzeuge in der Flotte der Estonian Air ab, als die Airline mit der Leasinggesellschaft ILFC die Miete von zwei werksneuen Boeing 737-500 vereinbarte. Mit der Übernahme der ersten Maschine dieses Typs, ES-ABC, im Juni 1995 führte Estonian Air gleichzeitig ein neues, attraktives Corporate identity und eine neue Bemalung ihrer Flugzeuge ein. Nach dem Eintreffen der zweiten 737-500, ES-ABD, im Februar 1996 wurden sämtliche Auslandsstrecken mit den beiden modernen Jets geflogen und die verbliebenen Tupolev 134 zum Verkauf angeboten.
Um die notwendigen finanziellen Bedingungen für die anstehenden Investitionen zu schaffen, entschied die Regierung, die Airline zu privatisieren und bot 66 % der Anteile zum Kauf an. Die dänische Maersk Air (49 %) machte zusammen mit estnischen Investmentbankern der Cresco Ltd. (17 %) im Sommer 1996 das Rennen.
Zur weiteren Stärkung des Regionalverkehrs mietete Estonian Air ab Winterflugplan 1996/97 zwei Fokker 50 von Maersk Air, die fortan als ES-AFK und ES-AFL auf weniger stark frequentierten Strecken eingesetzt wurden. Bereits zu diesem Zeitpunkt verfügte die nationale Fluggesellschaft Estlands mit jeweils zwei Fokker 50 bzw. Boeing 737-500 ausschliesslich über Flugzeuge aus westlicher Produktion. Im Oktober 1998 wurde die Boeing 737-Flotte noch um die ebenfalls von Maersk Air gemietete Boeing 737-500 ES-ABE ergänzt, die eine Ausdehnung des Streckennetzes in Europa ermöglichte. 2001 wollte man die zwei Fokker 50 und drei Boeing 737-500 durch vier von Maersk angemietete Bombardier CRJ200 oder durch brasilianische Embraer RJ-145 ersetzen. Dies wurde aber nicht verwirklicht.
1998 vereinbarte Estonian Air mit SAS Scandinavian eine langfristige Kooperation, die im September 2003 durch die Übernahme der Maersk-Anteile durch SAS gefestigt wurde. Da SAS auch an der lettischen airBaltic beteiligt ist, kooperieren beide baltischen Airlines auf der Tallin-Riga-Route. Finnair hat sich aus dem Codesharing Helsinki - Tallin bereits 1999 zurückgezogen. Seit 2001 fliegt man mit Aeroflot im Codeshare zwischen Tallin und Moskau. Diese Strecke war im Frühjahr 2000 wegen Problemen mit den russischen Behörden zeitweise unterbrochen.
Estonian eröffnete neue Routen von Tallin nach Paris CDG, Oslo, Berlin TXL und Amsterdam. 2004 folgten München, Götheborg Landvetter, Brüssel und Dublin. Die Anschaffung einer vierten und fünften Boeing 737-500 machte dies möglich; die letzte Fokker 50 verliess 2003 die Flotte.
Für 2005 sind als neue Ziele (ab Tallin) Edinburgh, Mailand BGY und Manchester vorgesehen. Die Verbindungen nach München und Göteborg rentierten sich nicht und wurden bereits wieder eingestellt.
Stand: April 2005
bei Bedarf sende ich Ihnen aktuelle Daten in Stichpunkten zu: webmaster@berlinspotter.de
Streckennetz (2005):
Stockholm, Kopenhagen, London, Frankfurt, Hamburg, Kiew, Moskau, Vilnius, Paris, Oslo, Berlin TXL, Amsterdam, Mailand BGY, Manchester, Edinburgh, Brüssel
Flotte (2005):
1 Fokker 50 geleast; weitervermietet an airBaltic 5 Boeing 737-500 geleast