
easyJet Switzerland (zuvor TEA Switzerland)
schweizer Luftverkehrsunternehmen mit Sitz in Genf
Dreilettercode : EZS.................Zweilettercode : BH..................IATA-Nr.: - .................ICAO call sign: TOPSWISS
Webadresse: www.easyjet.com
Im Verbund der transeuropäischen TEA-Gesellschaft wurde 1988 auch in der Schweiz eine Gesellschaft unter dem Namen TEA AG Basel etabliert. Mit neuen Boeing 737-300, die am 23. März 1989 geliefert wurden, startete der erste Flug am 23. März 1989 von Zürich aus nach Lissabon. Von November 1989 bis Mitte März 1990 wurde noch eine Maschine nach Australien vermietet. So konnte das erste Betriebsjahr ohne Verlust abgeschlossen werden, immerhin erteilten schon 200.000 Fluggäste der neuen Gesellschaft ihr Vertrauen. Doch schon ab 1991 bröckelte der Charterverbund mit TEA Brüssel (später dann EBA EuroBelgian Airlines, dann Virgin Express), TEA UK, TEA France und schließlich noch TEA Italy auseinander. Doch dem Mut des des damaligen Direktors Markus Seiler war es zuzuschreiben, daß mit einem Startkapital von 27 Mio. Franken die schweizer Division erhalten werden konnte.
TEA Switzerland
1993 erwirtschaftete TEA Basel mit motiviertem Personal erstmals einen Gewinn und schaffte sich einen guten Namen im Chartergeschäft. Man gründete eine Tochtergesellschaft auf Zypern (TEA Cyprus), die mit einer 737-200 5B-DBF und einer 737-300 5B-CIO aber nur kurz operierte, und auch die TEA Hellas. 1994 kam der Zusatz "Switzerland" hinzu und man baute das Netz weiter aus. Neben Basel tauchte auch Zürich immer mehr als Abflugort in die Flugplänen der TEA Switzerland auf.
Die sechste Boeing 737-300 traf am 17. April 1996 ein und wurde wenig später zum Andenken an eine Stewardess, die ein Jahr zuvor an Malaria starb, "Spirit of Sabine" getauft. TEA Switzerland gab weiterhin bekannt, daß sie für Februar 1997 eine siebte Maschine bestellt hat, die bereits ab November 1997 durch die erste der zuvor bestellten Boeing 737-700 ergänzt wird. Gleichzeitig konnte TEA ihr Engagement in Vietnam ausbauen und stellte eine Boeing 737-300 ihrer in der Schweiz registrierten Maschinen (HB-IID) im Lease der Pacific Airlines für drei Jahre ab dem 27. Mai zur Verfügung. Pacific Airlines setzte bereits eine Schwestermaschine der TEA Cyprus ein. Diese Boeing 737-200 (5B-DBF), bei der es sich es sich um eine ehemalige Air New Zealand-Maschine handelt, mietete TEA Cyprus ihrerseits am 10. Dezember 1995 bei Indigo Aviation für einen Zeitraum von drei Jahren. Pacific Airlines retournierte die Maschine am 20. Mai 1997. Die angedachte Allianz mit der Sobelair wurde seitens der belgischen Chartergesellschaft nach verschiedenen Gesprächsrunden abgebrochen, da Sobelair ihre Aktivitäten mit der Crossair im Charterbereich ausweiten wollte. Zufrieden zeigte sich TEA trotz der übergroßen Konkurrenz aus dem Ausland mit der Auslastung, die den budgetierten Zielen entsprechen. Die am 14. Februar 1997 gelieferte Boeing 737-3Q8 (HB-IIG) ersetzte die dritte Maschine (HB-IIC), deren Leasingzeit abgelaufen war und an Pembroke Capital zur Weitervermietung an Freedom Air (Neuseeland) zurückgegeben wurde.
Wie schon Crossair und Austrian Airlines konnte auch TEA noch im Winter 1996/97 überschüssige Kapazität verchartern. So flog die Gesellschaft seit dem 15. Januar 1997 und vorerst bis Ende Februar für Air Afrique ab Abidjan. Die ganze Operation, die 16 Piloten, Flight Attendants und Mechaniker umfaßte, konnte von Air Afrique bei Bedarf noch bis Ende Juni verlängert werden. Eingesetzt wurde dabei die Boeing 737-3M8 HB-IIA, die kleine "Air Afrique"-Titel aufgeklebt bekam. Sie gab die Maschine aber am 10. Mai zurück und mietete statt dessen am 25. Mai eine Boeing 737-2Y5 der TEA Cyprus für sechs Monate, die erst fünf Tage zuvor von Pacific Airlines zurückkam. Auch bei Pacific Airlines konnte im Wet-Lease eine 737-3M8 (HB-IIB) vom 16. Januar bis 1. März untergebracht werden. Zehn Tage später kehrte die Schwestermaschine HB-IID zurück.
Mit ILFC wurde die Anmiete von zwei Boeing 737-700 mit Liefertermin November/ Dezember 1997 für einen Zeitraum von sieben Jahren vereinbart. Zu diesem Zeitpunkt betrieb TEA Switzerland sechs Boeing 737-300 und setzt sie auch auf längeren Strecken wie nach Kenia, Indien und Brasilien ein. Die Boeing 737, die nach Brasilien zum Einsatz kamen (HB-IIF/G), waren ETOPS-zertifiziert, mit Zusatztanks ausgerüstet und flogen über Teneriffa. Die über eine größere Reichweite verfügende 737-700 sollte diese Jets ersetzen und neue One-Stop-Langstreckenrouten zu Zielen wie den Malediven, Seychellen und Phuket ermöglichen.Zur Überbrückung der traditionell schwächeren Wintersaison erweiterte TEA Switzerland ihr Flugprogramm. So flogen die Boeing 737-300 der Gesellschaft nach Mombasa, Goa und auf die Malediven. Bei entsprechendem Interesse war für den Winter 1998 zusätzlich der Anflug von Colombo auf Sri Lanka sowie Kathmandu in Nepal vorgesehen.
Härtere Bandagen
Das Bild im Chartergeschäft hatte sich inzwischen völlig verändert. Die großen Tour Operators kämpften mit immer härteren Bandagen um die Marktdominanz. Immer mehr setzte sich das Konzept mit den "dedicated aircraft" durch. Die Reiseveranstalter setzten auf ihre "eigenen Flugzeuge". Hotelplan operierte mit der MD-83 von Crosair im McDonald's-Look. Kuoni setzte sich mit Edelweiss Air erfolgreich durch. TEA Switzerland wurde mit dem Eintreffen von TUI und der Gründung der Imholz-Vögele-Gruppe (ITV) vor das Ultimatum gestellt, exklusiv für Hotelplan oder ITV zu fliegen. Hotelplan stellte aber die Bedingung, nur noch mit einer Maschine zu fliegen. Ins Auge faßte man eine der neuen 737-700, wobei die Migros-Gruppe als Partner partizipieren sollte. Somit war für TEA Switzerland schon 1997 klar, daß in der Schweiz kein Platz mehr als unabhängige Chartergesellschaft war. TEA Switzerland wurde ein Opfer der großen Fusionen. Beim Start am 23. März 1988 hatte TEA rund zwanzig große und kleine Kunden unter Vertrag. Viele mußten in der Zwischenzeit aufgeben. Dazu kam, daß durch den Zusammenschluß der Großen eine gewaltige Preiserosion einsetzte.
Nach langem Hin und Her schloß TEA Switzerland ein Abkommen mit dem Tour Operator ITV. Eine dritte 737-300 sollte nun an Air Afrique vermietet werden, so daß im Sommer 1998 zwei 737-700 und ein bis zwei 737-300 fliegen sollten. Die Ablieferung der neuen 737-700 verzögerte sich aber seitens des Herstellers und so mußten die Schweizer im Januar und Februar 1998 zahlreiche Wet Leases durchführen. Zum Zuge kamen dabei vor allem Edelweiss und Crossair mit MD-80 aber auch die jugoslawische JAT mit 737-300.
Inzwischen hatte man sich erneut auf Partnersuche begeben. Verhandlungen mit Hapag Lloyd, Germania und Maersk scheiterten, weil eine Schweizer Fluggesellschaft keinen Zugang in einem Land der Europäischen Union hatte. Schließlich versprach nur noch der Kontakt über eine Beteiligung von Virgin Express, Ryanair oder easyJet einen Erfolg. Mit letzterer wurde man sich schnell einig.
EasyJet steigt bei TEA Switzerland ein
Ende März 1998 verkündeten TEA und easyJet, dass sich die englische Billigfluggesellschaft mit 40 % durch Kapitalerhöhung an TEA beteiligen wird. Nach Schweizerischem Luftfahrtgesetz muß die Mehrheit des Aktienkapitals einer Schweizer Airline im Besitz des eigenen Landes sein. Doch easyJet hat die Option nach Inkrafttreten der bilateralen Abkommen mit der EU, das ganze Aktienpaket zu erwerben. Der neue Eigentümer gilt als einer der Pioniere in Europa für Billigflüge im Southwest-Stil und setzte die Maschinen der TEA weniger für Charter ein, sondern versuchte mehr und mehr, mit günstigen Linienflügen ihr Fortbestehen zu sichern. Geplant war eine Neuordnung als easyJet Switzerland und der Wettbewerb mit der Crossair. Bereits am 1. Mai übernahm TEA zwischen Genf und Luton die bisherige easyJet-Linie im Wetlease. Weitere waren geplant, darunter auch die Strecke Genf-Zürich - eine der profitabelsten Verbindungen der Welt.Umzug nach Genf-Cointrin
Den nächsten Rummel verursachte die Entscheidung, den Firmensitz von Basel nach Genf-Cointrin zu verlegen. Ein Großteil der Angestellten lehnte dies ab. Die Linie geriet aber dadurch nicht in Schwierigkeiten, konnte sie doch auf das gut ausgebildete Personal der gescheiterten Swiss World Airlines SWA zurückgreifen. Flugbetrieb und Technik wurden dann im Frühjahr 1999 in die Räume der SWA nach Genf verlagert. Die Gründe für den Wechsel sah Generaldirektor Marc Thévenaz in einem hochwertigen Standort mit einem Einzugsgebiet von rund 6,5 Mio. Passagieren. Ein Potential in Basel von rund 2 Mio. Passagieren sei für die Fluggesellschaft zu gering. Und Zürich sei wegen des zu hohen Flugverkehrs nie in Frage gekommen. In Basel waren dadurch 20-25 Stellen, in Zürich zehn Stellen betroffen. Den Verwaltungsangestellten wurden Jobs in Genf angeboten. Ab 1. April 1999 operierte die Airline, die sich erst am 1. November offiziell in easyJet Switzerland umbenannte, dann mit zwei Boeing 737-300 ab Genf. Das Streckennetz war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht genau definiert; lediglich Genf – London/Luton wurde seit 2. Januar 1999 zweimal täglich bedient. Im Visier standen aber schon Low-cost-Dienste nach Spanien, Frankreich und Holland. Dafür benötigte man aber wieder zusätzliches Fluggerät und so stießen zwischen Juli 1999 und Februar 2000 vier neue Boeing 737-33V HB-III/J/K/L zur Flotte – die erste Ausbauphase der easyJet Switzerland war damit abgeschlossen.Kleinkrieg mit Swissair
Amsterdam wurde ab 30. Juli täglich bedient und nach Nizza führte ein zweimal täglich geflogener Kurs seit 28. Juli. Jedoch verweigerten die Schweizer Behörden Barcelona, für das easyJet Switzerland so sehr geworben hatte. Am Tag des Negativentscheides lagen 7000 Reservierungen vor. Kurz zuvor hatte die Gesellschaft verkündet, im Falle der Ablehnung würden die Passagiere entweder zum gleichen Preis via Luton befördert oder ihr Geld zurückerhalten. Nach dem Verdikt verkündete easyJet, daß die Flüge nach Barcelona planmäßig aufgenommen würden, da die Chartertochter easyJet Tours die Verbindung als Kettencharter mit Bustransfer in Zentrum anbietet. Anläßlich des Erstfluges vom 29. Juni 1999 erstattete easyJet-Inhaber Stelios Hajj-Ioanniou allen Passagieren den Billetpreis persönlich zurück. Gleichzeitig erhielten sie ein T-Shirt zur Erinnerung. EasyJet habe zwarkurzfristig 1,25 Mio. CHF verloren, langfristig aber neue Kunden gewonnen, erklärte der Inhaber. Während des Fluges war es dann möglich, den Flugpreis in einen "Fond für den Schutz der Konsumenten gegen Swissair" einzuzahlen. Die am 26. Juli eingetroffene Boeing 737-300 HB-III trug dann auch prompt auf der linken Rumpfseite " Monopole Swissair, non!", um gegen die Monopolstellung zu protestieren, die der Swissair laut Gesetz bis 2008 gewährt wird. Die Genehmigung für Nizza wurde nur erteilt, weil auf dieser Route Air Littoral im Auftrag der Swissair operierte.Zum Winterflugplan 1999/2000 beabsichtigte man die Verdoppelung der Rotationen nach London-Luton von zwei auf vier tägliche Flüge und auch Amsterdam dreimal täglich zu bedienen. Mit Erhalt der vierten Boeing 737-300 HB-IIJ am 13. Dezember 1999 plante easyJet einen täglichen Flug nach London-Gatwick und Stansted. Gleichzeitig wurden die Verbindungen nach Amsterdam, Luton und Barcelona um eine Rotation erhöht. Auf der linken Rumpfseite der HB-IIJ wurde mit der Aufschrift "Genève – Barcelona Tourjours" für die Verbindung nach Barcelona geworben. Die 737 wurde eiligst in den Hangar gezogen und aus ""Tourjours" wurde ein korrektes "Toujours".
Ebenfalls ab Genf sollte auch London-Gatwick (zweimal täglich) und Las Palmas (täglich) angeflogen werden. In London-Heathrow bemühte man sich um Slots. Weitere Ziele sollen folgen: im Gespräch sind weiterhin Brüssel, Porto und Wien. Nizza wurde auf eine tägliche Rotation gekürzt.
Der schweizerische Bundesrat lehnte den Rekurs der easyJet Switzerland gegen die Konzessionsverweigerung für einen Linienflug von Genf nach Barcelona ab. Damit kann die Airline bis auf weiteres keine Linienflüge keine Linienflüge nach Barcelona einführen und muß diese weiterhin als Charterflug anbieten. Mit der geplanten Eröffnung von Verbindungen nach Malaga, Madrid oder Palma muß gewartet werden, bis die bilateralen Verträge in Kraft treten.
Am 28. Juni 2000 transferierte easyJet Switzerland zwei Boeing 737-300 (HB-IIE/K) an die Muttergesellschaft, die diese als G-EZYT bzw. G-EZYM einsetzte. Ebenfalls im Sommer erhielt die Mutter easyJet ihre erste Boeing 737-700 und führte damit eine einheitliche Bemalung aller easyJet-Flugzeuge ein: in großen Lettern prangt nun "easyJet.com" auf dem Rumpf mit kleinerer Unterzeile "the web's favourite airline".
November 2000
Streckennetz : ab Genf nach Amsterdam, Nizza, London, Barcelona (Charter)
Flotte :
1 Boeing 737-3M8...........geleast von GECAS
1 Boeing 737-3Q8...........geleast von ILFC
4 Boeing 737-33V...........geleast von easyJet