Embraer 145 N16927 in Acapulco auf der Aero '97 am 23.2.1997

Continental Express (früher Britt Airways)

US-amerikanische Zubringer-Airline                        Firmensitze: Cleveland, Houston, Denver
Dreilettercode: BTA            Zweilettercode: CO              ICAO call sign: JETLINK
Tochterunternehmen der Continental Airlines

Im Herbst 1986 übernahm Continental Airlines die New York Air und die Beteiligungen der People Express Group. Dazu gehörten neben People Express und Frontier Airlines, die Regionalcarrier Provincetown Boston Airlines und die 1956 gegründete Britt Airways. Aus letzterer wurde die Continental Express kreiert. Die Flotte bestand aus Beechcraft C99, und Swearingen Metro II. 1987 stieß Rocky Mountain Airways hinzu und brachte einige Dash 7-102 und Beechcraft 1900C-1 Airliner ein. Es folgten weitere Maschinen dieses Typs sowie die ersten ATR42-300 ab 1987 und Embraer 120 Brasilia ab 1988.

Am 16. November 1995 erhielt Continental Express ihre erste ATR72 und retournierte zwei ATR42 an den Hersteller. Eine zweite Maschine traf im Dezember ein. Bald darauf verhandelte man über den Erwerb von zehn weiteren ATR72, um einige ältere ATR42-300 zu ersetzen. Dann aber bestellte Continental Express acht ATR42-500 und zeichnete Optionen für zwölf weitere Maschinen dieses Typs. Die Lieferungen erfolgten zwischen Mai 1996 und dem Jahresende. Die größere Series 500 mit ihrem erhöhten Komfort, einer höheren Reisegeschwindigkeit und geringerem Verbrauch kam hauptsächlich ab Houston zum Einsatz. Zu diesem Zeitpunkt betrieb Continental Express vom selben Hersteller 38 ATR42 und drei ATR72. Am 13. Mai traf die erste der acht Maschinen nach der Zertifikation durch die FAA ein, wodurch Continental Express der erste US-Operator dieses Typ wurde. Ab dem 1. Juli wurde die ATR42-500 dreimal täglich auch auf der Route Houston-Memphis eingesetzt.

Aber der Trend zum Strahlverkehrsflugzeug machte auch vor den Regionalfliegern nicht Halt. Viele Passagiere setzen Propeller immer noch gleich mit altem Flugzeug. Wer nicht ins Hintertreffen geraten wollte, mußte nun ordern. Ab dem Ende des ersten Quartal 1996 wollte auch Continental Express in den Kreis der Jetbetreiber aufsteigen und dann eine der größten Bestellungen der Regionalluftfahrt tätigen. Zur Wahl standen der Canadair Regional Jet und die brasilianische Embraer 145, wobei Continental Express als US-Launch Customer für die RJ-145 gehandelt wurde. Zu Recht, wie sich bald herausstellte. Am 3. September 1996 hatte man sich dann entschieden und verpflichtete sich, 200 Embraer 145 innerhalb von zwölf Jahren abzunehmen. Fest bestellt wurden zunächst 25 Maschinen, von denen vier im Dezember 1996, 16 Maschinen 1997 und fünf 1998 geliefert werden sollten - bei einem Stückpreis von 15 Mio. US$ kommen da schon 375 Mio. US$ zusammen. Ein Vorvertrag wurde bereits im Mai 1996 unterzeichnet. Der neue 50-Sitzer soll auf neuen Routen ab den Continental-Hubs Newark, Cleveland, Houston eingesetzt werden, einige ältere DC-9 ablösen und ausgewählte Turbopropdienste aufwerten. Die 175 Optionen geben der Continental Express eine gewisse Flexibilität für weiteres Wachstum und/oder die annähernd 100 Turboprops (ATR42, EMB-120 Brasilia) in der nächsten Dekade auszutauschen.

Die ersten beiden EMB RJ-145 nahm Continental Express am 19. Dezember 1996 entgegen - auch der dritte und vierte Regionaljet folgte noch im Jahr 1996, während man 1997 12 Maschinen erhielt. Die Planungen sehen ab 1998 eine jährliche Ablieferungsrate von 18 Flugzeugen vor. In den regelmäßigen Liniendienst gingen sie am 1. März 1997 auf Routen von Cleveland nach Hartford, St. Louis, Milwaukee, Greensboro und Minneapolis. Buffalo, Providence und Raleigh/Durham kamen im Mai hinzu. Houston-Wichita wurde ab 4. September dreimal täglich mit dem neuen Jet bedient.

Kurz darauf nahm man die ersten 25 Optionen für weitere RJ-145 für die Lieferung zwischen Juni 1998 und Ende 1999 wahr. Somit belief sich die Gesamtbestellung auf 50 Maschinen. Mittlerweile hatte Continental Express die Absicht verlauten lassen, innerhalb von fünf Jahren eine reine Regionaljet-Flotte betreiben zu wollen und evaluierte dafür nun auch die kleinere EMB-135 sowie den Fairchild-Dornier 328JET. Für die 37-sitzige EMB-135 wäre man der zweite Launch Customer. Dieses Projekt wurde erst am 16. September 1997 durch den brasilianischen Hersteller gestartet. Die RJ-135 hat denselben Rumpf und das 1-2 Sitzarrangement wie die EMB-145, nur der Rumpf ist kürzer und die Motoren etwas schwächer. Beide haben dieselbe Cockpit- und Systemausstattung, so daß Type-Rating, Wartung und Training identisch sind. Embraers Pläne sahen den Erstflug für das zweite Quartal 1998 vor, so daß in der zweiten Hälfte des Jahres 1999 mit der Auslieferung an die Kunden begonnen werden kann. Der Hersteller sagte einen Bedarf von 500 Jets in den nächsten zehn Jahren in diesem Marktsegment voraus. Denkbar war nun, daß Continental Express einige ihrer 150 Optionen für die EMB-145 in Bestellungen für die kleinere EMB-135 abwandelt. Der Wunsch, das Flotten-Upgrade auf der brasilianischen Jetfamilie zu basieren, kristallisierte sich immer mehr heraus und bald war man sich einig, daß die Optionen auch als EMB-135 eingetauscht werden können. Zunächst verabschiedete Continental Express eine Bestellung über 25 RJ-135 (+ 50 Optionen) mit Lieferbeginn Juli 1999. Der brasilianische Hersteller hatte damit 73 Festbestellungen und 122 Optionen von vier verschiedenen Kunden für den neuen 37-Sitzer. Embraer war inzwischen dazu übergegangen, ihrer Jetfamilie ebenfalls das Kürzel RJ voranzustellen, wie es bereits Bombardier mit ihren RJ-100/-200 und Avro mit den RJ70/85 taten.

Auch im Streckennetz tat sich etwas: zum 1. November 1997 nahm man den Dienst zwischen Cleveland und Toronto auf. Geflogen wird dreimal täglich mit EMB-120. Die wachsende Jetflotte bediente neu zwei weitere Routen: Houston-Tampico (Mexiko) ab 5. April 1998 täglich und dreimal täglich ab 11. Juni Houston-Amarillo, Texas. Einen Tag später folgte die Aufnahme des Dienstes Newark-Savannah ebenfalls mit RJ-145. Die siebte Maschine dieses Typs nahm man am 30. April entgegen.

Während der Einführung gab es aber auch schon einige Zwischenfälle. So wurde die RJ-145 N14931 beschädigt, als sie am 11. Februar 1998 auf dem Jefferson County Airport, Beaumont (TX) den Boden mit der rechten Tragfläche berührte. Die Maschine stürzte daraufhin auf das Grasstück neben der Start- und Landebahn. Das Fahrwerk wurde dabei abgerissen und auch die Tragfläche wurde dabei strukturell schwer beschädigt, aber der Rest blieb intakt. Die 1997 gebaute RJ-145 führte einige Touch-and-Go-Anflüge mit zwei Trainingscrews und zwei Instruktoren durch, von denen keiner ernsthaft verletzt wurde. Bei einem anderen Trainingsflug reduzierte der Instruktor kurz vor dem Abheben die Leistung des linken Triebwerks auf Leerlauf, um den Ausfall des Triebwerks zu simulieren. Beim Abheben sackte die Amazon nach links ab. Die linke Tragfläche touchierte die Piste, worauf die Piloten die Kontrolle über den Regionaljet verloren. Er geriet auf den Grasstreifen neben der Piste und brach auseinander.

Continental Express dehnte im Sommer ihren Jetservice von Newark und Houston aus. Ab 1. Juli wurden die Frequenzen zwischen Montreal und Newark von drei auf vier pro Tag aufgestockt. Zum Einsatz kommt dabei die RJ-145 sowie eine Boeing 737 der Muttergesellschaft. Zwischen Houston und Cincinnati wurde zum 1. August ein dreimal täglich bedienter Kurs eingerichtet. Damit wird Cincinnati von jedem der drei Domestic-Hubs bedient: von Houston, Newark und Cleveland.

Im Herbst wandelte Continental Express weitere 25 Optionen in Festbestellungen für die RJ-145 um. Damit sind nun 75 bestellt, von denen 30 schon geliefert sind. Hinzu kommen 25 Orders für die RJ-135. Dezember 1998

Streckennetz: Zubringerflüge zu den Continental Major Hubs

Flotte:

75 Embraer RJ-145                + 125 Optionen
25 Embraer RJ-135                + 50 Optionen
 3 ATR72-212
 8 ATR42-512
31 ATR42-320                     1 vermietet an ACES Colombia
32 Embraer 120RT Brasilia
25 Beechcraft 1900D Airliner