
britisches Luftverkehrsunternehmen mit Firmensitzen in : Southend, Stansted & Aberdeen
3-/ 2-Lettercode :BWL/ VF..........IATA-Nr.: 762.............ICAO call sign: BRITWORLD
Unternehmen der British World Aviation Ltd.
British World wurde am 1.Januar 1963 als British United Air Ferries (BUAF) durch den Zusammenschluß der 1959
gegründeten Channel Air Bridge und den seit 1948 tätigen Silver City Airways im Rahmen der seinerzeitigen
British United Airways-Gruppe gebildet. Dieses Unternehmen unterhielt Fährdienste für Fahrzeuge (Autos),
Passagiere und Fracht zwischen Großbritannien und den Kanalinseln sowie Küstenplätzen in Holland, Belgien,
Frankreich und kontinentalen Plätzen wie Basel, Genf, Strasbourg und zeitweise auch Düsseldorf. Auf dem
Kontinent boten die Luftfährkurse Anschluß an kombinierte Schienen-/ Straßenverkehre sowohl für Fracht
als auch für Passagiere.
1967 wurde das Unternehmen in British Air Ferries - BAF umbenannt. Vier Jahre später wurde die Gesellschaft
von Transmeridian Air Cargo erworben, jedoch unter Aufrechterhaltung seiner Identität weitergeführt.
1978 nahm BAF Direktdienste zwischen Manchester und Rotterdam auf
1988 führte das Unternehmen eine neue Bemalung ein, die die Flugzeuge aber nicht lange trugen, denn nach
Erwerb von acht BAe One-Eleven aus der Konkursmasse der Dan Air im November 1992 erfolgte eine
Umstrukturierung und eine Umbenennung in British World Airlines.
Im Oktober 1995 konnte British World ihren bestehenden Vertrag mit der Forschungsabteilung der Shell UK
um weitere fünf Jahre verlängern. Er beinhaltet Shuttle-Flüge zwischen Aberdeen und Sumburgh auf den
Shettland Inseln durchzuführen. Gestärkt durch diese Verlängerung bestellte British World daraufhin bei ATR
zwei ATR-72-212 die die bisherigen drei Vickers Viscount 800 ablösten. Die erste Maschine traf am 29.
März 1996 ein und erhielt die Registrierung G-OILA. Die Viscounts wiederum durchliefen eine Umrüstung zu
"Freightmasters", so daß sie weiterhin im Dienst bleiben konnten. Am 31. Oktober 1995 retournierte British
World ihre BAe 146-300 an den Hersteller und nahm in den beiden folgenden Monaten jeweils eine BAe 1-11,
die an Sabena vermietet waren, wieder in Empfang.
Eine Viscount 808C, die G-OPFE, wurde am 24. März 1996 bei der Landung in Bristol schwer beschädigt, da
sie ohne Fahrwerk landen mußte. Der Frachter in Parcelforce-Bemalung befand sich mit zwei Piloten auf
einem Trainingsflug, von denen keiner verletzt wurde.
Mit der irischen Aer Lingus Commuter schloß man einen Vertrag, die 99-sitzige Bae 111-500 auf deren
viermal täglich bedienten Routen zwischen London-Stansted und Dublin zu betreiben. Das Abkommen gilt seit
dem Winterflugplan 1996/97 und ersetzt deren eigene mit Bae 146 beflogene Kurse.
Von British Aerospace leaste British World zwei Bae ATP, die als "Whitetails" zur Flotte von 5 Bae 111-500,
2 ATR72 und 3 Viscounts stießen. Die erste ATP wurde im August 1997 mit 68 Sitzplätzen als Quick-Change-
Version ausgeliefert. Die zweite folgte kurz darauf. Sie stehen für Wet-Lease- Operationen ab London-Stansted
bereit.
Mit der Independent Aviation Group (IAG) wurde im Sommer als Joint Venture für Transatlantikdienste die
Classic Airways ins Leben gerufen. Es handelt sich weitgehend um
eine eigenständige separate Fluglinie, wenn auch eng mit British World zusammengearbeitet und unter deren
Lizenz geflogen wird. Auch personelle Überschneidungen sind vorhanden.
Anfänglich sollte eine Lockheed TriStar von Delta oder TWA als Backup für Linien-
und Chartergesellschaften in Europa angeboten werden. Dann erhielt Marshall Aerospace einen Auftrag von Interlease
Aviation für D- Checks an zwei ehemaligen Delta TriStar 1(N717DA und N788DL).Außerdem wurden die Maschinen
komplett ins 1-Klassen-Layout konfiguriert und neu lackiert. Die erste TriStar 1 (N788DL) kam am 1. Juli in Cambridge an.
Sie war zuvor in der Mojave-Wüste eingemottet gewesen. Die TriStar, die aber dann bei Classic Airways zum Einsatz
kam (G-IOII) war eine ehemalige Cathay Pacific-Maschine, die über Investors Asset
Holding geleast wurde. Anschließend ersuchte man die Genehmigung für Flüge zwischen London-Heathrow und
Las Vegas unter der Marke "Classic Airways" mit Betriebsbeginn November 1997. Mit diesen Plänen rief British
World aber den Widerstand von Virgin Atlantic und British Airways hervor. Virgin plante nämlich ebenfalls Las Vegas
von London aus zu bedienen und BA dachte daran die Spielerstadt an ihre Nonstopdienste zwischen London und Denver anzubinden.
Die drei Carrier trugen ihre rivalisierenden Pläne am 1. Dezember der Civil Aviation Authority vor. Nun ist ein
Start erst 1998 warscheinlich. Außerdem möchte Classic Airways DC-10 oder Boeing 747 einsetzen.
Mit dem Reiseveranstalter Sunsail verhandelt British World über das Projekt, für diesen zwei Boeing 737-800
zu betreiben. Dann erwarb der Carrier mit der Australian Jet Charter einen neuen Ableger, der ausgebaut wird
und mit 100-plätzigen Commuter-Flugzeugen operieren soll.
Januar 1998
Streckennetz : Europa, Inland
Flotte :
2 ATR72-212..........................für Shell UK betrieben
3 BAe One-Eleven 518FG
1 BAe One-Eleven 520FN
1 BAe One-Eleven 531FS
2 BAe Viscount 802...............in Parcelforce-Farben
2 BAe Viscount 806...............1 Frachter in Parcelforce-Farben
1 BAe Viscount 807
1 BAe Viscount 836...............Frachter