Boeing 737-500 7Q-YKW (Foto: Bakermann/Skyliner-Aviation)

Air Malawi Ltd.

Fluggesellschaft aus Malawi           Sitz: Blantyre              Web: www.airmalawi.com
Zweilettercode: QM                    Dreilettercode: AML         Call-sign:
staatlich

Die drei britischen Kolonien Süd-, Nord-Rhodesien und Nyassaland (heute Malawi) hatten 1946 die gemeinsame Central African Airways Corp. (CAAC) gegründet. In den Jahren 1953 bis 1963 traten die drei ehemaligen Kolonien sogar gemeinsam als Zentralafrikanische Föderation auf dem internationalen Parkett auf. Als ein Ende absehbar war, gründete die CAAC 1964 in den drei Mitgliedsländern je eine Tochter, die zunächst die nationalen und bei Auflösung der CAAC im Jahre 1967 auch die internationalen Dienste fortführen sollte. Dabei entstanden Air Rhodesia, Zambia Airways und Air Malawi.
Douglas C-47 (DC-3)
Vickers Viscount 700
Hawker-Siddeley HS.748
BAC 1-11-400
Vickers VC-10
Boeing 747SP-gemietet von SAA
Boeing 737-300
ATR42-300
Cessna 208 Caravan

Bei der Aufnahme ihres Flugbetriebes erbte Air Malawi von ihrer "Mutter" CAAC zwei DC-3 und drei de Havilland Canada Beaver. Besatzungen, Techniker und Gerät sowie Abfertigungspersonal stellte CAAC, bis einheimisches Personal in ausreichender Zahl ausgebildet war. Neben einem Inlandsnetz wurde als einziger internationaler Dienst Blantyre - Beira betrieben. Seit dem 1. September 1967 selbständig, übernahm Air Malawi von CAAC zwei Viscount 700 sowie das RegionaInetz und wurde am 1. Januar 1968 IATA-Mitglied. Eine Britten Norman Islander löste im Oktober 1969 die Beaver auf den Regionalstrecken ab (eine zweite folgte im Dezember 1969). Zwei HS 748 wurden im Dezember 1969 beziehungsweise im Januar 1970 ausgeliefert. Den Schritt ins Düsenzeitalter wagte Air Malawi im November 1970 mit einer gemieteten BAC One-Eleven 200. Sie wurde wieder ausgemustert, nachdem Air Malawi am 23. Februar 1972 eine eigene One-Eleven 400 erhalten hatte.

Anfang der siebziger Jahre bediente Air Malawi regional Lusaka, Salisbury, Johannesburg, Beira, Tananarive und Nairobi sowie im Inland Blantyre, Zomba, Fort Johnson, Monkey Bay, Salima, Lilongwe, Mzimba, Mzuzu und Karonga. Ihre erste Interkontstrecke, von Blantyre nach London, eröffnete sie am 3.Dezember 1974 mit einer Vickers VC-10. Sie hatte diese Maschine von der British Caledonian Airways gemietet. Später mietete sie bei dieser Airline hin und wieder auch One-Eleven. Einer der wöchentlich zweimal betriebenen London-Dienste wurde später über Amsterdam geführt.

Finanzkrise
Im Herbst 1979 geriet Air Malawi in schwere finanzielle Turbulenzen. Sie mußte ihre Europa-Strecken einstellen, ihre Büros in London und Amsterdam schließen und die VC-10 auf dem britischen Hurn Airport einmotten. Später nach Blantyre überführt, wurde die VC10 schließlich verschrottet, ohne nochmals in den Liniendienst zurückgekehrt zu sein. Als Ersatz für die Islander und zum Aufbau einer generellen Charterkapazität wurden 1980 drei Shorts Skyvan erworben sowie im weiteren Verlauf der achtziger Jahre eine gemischte One-Eleven-/HS748-Flotte unterhalten. Von dieser Flotte wurden die beiden One-Eleven als letzte ausgemustert und im Juni 1991 ganz aus dem Verkehr gezogen, einen Monat, nachdem Air Malawi eine neue Boeing 737-300 übernommen hatte. Dieser folgte im Dezember 1991 eine ATR 42. Gemeinsam mit einer im November 1993 eingeführten Dornier 228-212 operierten diese beiden Flugzeuge im Liniendienst und verbanden Lilongwe mit Blantyre, Harare, Durban, Johannesburg, Lusaka, Mzuzu, Nairobi und (seit Dezember 1992) Dar-es-Salaam. Dann wurden der Wochenenddienst zwischen Blantyre und Club Makokola eingerichtet und im März die Strecke Nairobi - Lilongwe Johannesburg einmal wöchentlich nach Durban verlängert sowie Nonstopflüge zwischen Blantyre und Johannesburg eröffnet.

Neuausrichtung
Als neue Ziele waren Dar-es-Salaam und 1998 auch London wieder im Flugplan zu finden - letzteres allerdings nur im Codeshare mit Air Zimbabwe. Auch mit Dubai verfuhr Air Malawi so und kooperierte lange Zeit mit Air Tanzania. Ab Juni 2005 flog sie dann in Eigenregie mit 737-300, strich die Strecke allerdings zum April 2006. Beide Boeings, die 737-300 und die im Januar 2006 neu gelieferte 737-500, werden derzeit zum Wetlease angeboten. Die Zukunft der Air Malawi scheint sich auf Inlands- und Nachbarschaftsverkehre zu beschränken. Längere Strecken scheinen nur noch mit Hilfe strategischer Abkommen möglich zu sein. An eine Konkurrenz zu den großen afrikanischen Airlines wie South African, Kenya Airways und Ethiopian Airlines ist nicht zu denken. In dem kleinen Land, nur wenig größer als Island, leben rund 18 Mio. Einwohner, die mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von 157 US$ aber zu den Ärmsten der Welt gehören.

Stand: Oktober 2006

Ziele:
Lusaka, Harare, Johannesburg, Nampula, Dar-es-Salaam, Nairobi, Inland (Lilongwe, Blantyre, Mzuzu, Makokola, Mvuu Camp)

Flotte:
1 Boeing 737-300
1 Boeing 737-500
1 ATR42-300
1 Let 410