Boeing 747-400 im Anflug auf London-Heathrow (M.Schmidt)
Air-India Ltd.

indisches Luftverkehrsunternehmen                                            Sitz: Mumbai Intl.
3-Lettercode : AIC       Zweilettercode: AI         IATA-Nr.: 098            ICAO call sign: AIRINDIA
                                                                             Web: www.airindia.com

Die Vorgängerin der Air-India, Tata Sons Ltd., wurde als Betreiberin von Luftpostzustellungsdiensten für die lmperial-Airways-Route nach London gegründet. Aus diesen bescheidenen Anfängen hat sich ein ansehnliches Unternehmen entwickelt. 1953 wurden alle indischen Fluglinien verstaatlicht und zu den beiden Gesellschaften zusammengefaßt, die heute noch als Air-India und Indian Airlines existieren.

Vorgängerin der heutigen Air-India und erstes indisches Linienluftverkehrsunternehmen war die 1932 von dem indischen Großindustriellen J. R. D. Tata gegründete Tata Sons Ltd. Ursprünglich als Zustelldienst für die Imperial-Airways-Route London-Karatschi eingerichtet, eröff nete sie am 15. Oktober 1932 die Postflugstrecke Karachi-Madras, und beförderte die am 8. Oktober 1932 auf dem Londoner Flughafen Croydon "gestartete" Luftpost in sieben Tagen nach Karachi. Dort wurde sie von einer de Havilland Puss Moth der Tata übernommen, und traf am folgenden Tag in Madras ein. Schon bald konnte Tata eine de Havilland Fox Moth in Dienst stellen, änderte die Streckenführung und flog statt Bellary nun Haiderabad an. Ende des Jahres 1935, am 26. November, eröffnete Tata versuchsweise einen weiteren Postdienst, der die Post von Bombay über Goa und Cannanore nach Triwandrum beförderte. Am 6. Dezember 1937 dehnte dieGesellschaft ihr Streckennetz aus und flog Bombay-Indur-Bhopal-Gwalior-Delhi mit Doppeldeckern Waco YQC-6 an. Mit Maschinen dieses Typs konnte die Route Karachi-Bombay-Madras am 22. Januar 1938 sogar bis Colombo verlängert werden. Mittlerweile firmierte Tata Sons Ltd. als Tata Air Lines.

De Havilland Fox Moth der Tata Air Lines bringt Post von Juhu nach Hyderabad
Tata Air Lines setzte ab Oktober 1938 De Havilland D.H. 86 ein.
Tata führte 1941 einige Stinson Model A ein.
Douglas C-47 im Nachkriegs-Einsatz bei Air-India
Ab April 1947 unterstützten Vickers-Armstrong Viking die DC-3
Air-India International setzte ab 1948 drei Lockheed L-749 ein.

Nach Vergrößerung der Flotte im Jahre 1937 um Maschinen des Typs de Havilland Dragon Rapide wurde am 9. Oktober 1938 eine viermotorige D.H.86 eingeführt. Gleichzeitig konnten dank großzügiger staatlicher Kredite moderne Ganzmetallflugzeuge in Dienst gestellt werden, die ab 1. November 1941 nach Bedarf auf der Strecke Karachi-Jiwani-Sharja-Bahrain-Basra-Bagdad operierten. Im selben Jahr führte Tata auch fünf dreimotorige Stinson Model A aus den dreißiger Jahren ein, und DC-3 nahmen den Liniendienst auf den Poststrecken Bombay-Karatschi und Bombay-Bangalur-Colombo am 1. März 1944, sowie Bombay-Nagpur-Kalkutta am 16. April 1945 auf. Ab 25. April bedienten sie Bombay-Bangalur-Koimbatur und ab 24. Juni Bombay-Bangalore-Madras.

Während Indien nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges einen wahren Luftverkehrsboom erlebte, hatte Tata den Gipfel des Erfolges fast schon erreicht. Am 29. Juli 1946 wurde Tata Air Lines zur Air-India Ltd. umgewandelt. Eine Flotte von Vickers Viking wurde in Großbritannien bestellt, und die ersten Maschinen bereits am 13. April 1947 übernommen. Einen Monat später gründete die nur Inlandsdienste fliegende Air-India zusammen mit Tata und der indischen Regierung die Air India International Ltd. (AII). Am Stammkapital der neuen Luftlinie war Air-India mit 51 Prozent beteiligt, der Rest blieb in der Hand der indischen Regierung. Als Starthilfe garantierte die Regierung dem Unternehmen einen Verlustausgleich für die Dauer von fünf Jahren.

Bereits Anfang 1947 waren drei Lockheed L-749 Constellation zum Einsatz auf den internationalen Strecken in Großbritannien in Auftrag gegeben worden. Am 10. März 1948 landete das erste neue Flugzeug in Bombay und konnte seine Linientauglichkeit schon einen Tag später auf einem simulierten Probeflug nach London beweisen. Der wöchentliche Liniendienst über Basra, Kairo und Genf wurde am 8. Juni eröffnet, und stellte die damals schnellste Verbindung zwischen Indien und Großbritannien dar. Schrittweise wurde die Zahl der Flüge bis zum 16. Oktober 1949 auf drei pro Woche erhöht. Nachdem zwei Wochen später zwei L-749A Constellation mit größerer Reichweite übernommen worden waren, konnte Air-India am 30. Oktober 1949 die noch schnellere Verbindung Bombay-Kairo-London eröffnen.

Neue Strecken noch Europa
Die erhöhte Kapazität ermöglichte die Einrichtung einer neuen Verbindung Bombay-Nairobi-Aden am 21. Januar 1950; seit dem 26. Juli desselben Jahres landeten die Maschinen auch in Karachi. Auf der Strecke nach London wurde Rom ab 12. März als zusätzlicher Zwischenhalt angeflogen. Als die Zahl der Flüge nach London auf vier pro Woche angehoben wurde, starteten zwei dieser Dienste ab 17 Oktober in Kalkutta, und die am 8. April 1951 von Indien aus nach London abhebende Maschine stoppte erstmals zur Zwischenlandung in Paris. Ab 2. Dezember 1952 starteten einige der über Bombay, Kairo und Rom führenden Londonflüge in Delhi, und am 21. Februar des folgenden Jahres wurde Düsseldorf ins Streckennetz der All einbezogen. Eine weitere Neuerung war die Touristenklasse auf internationalen Strecken, die am 7. Dezember 1952 mit DC-4 von Bombay nach Karachi, Aden und Nairobi eröffnet wurde.

Zwischenzeitlich hatte es auch auf dem Inlandnetz der AII einige Änderungen gegeben. So war zum Beispiel am 24. März 1949 ein kurzlebiger, mit DC-3 betriebener Dienst Bombay-Ahmedabad eröffnet worden. Aufgrund mangelnder Rentabilität mußte die Strecke aber am 26. Oktober wieder eingestellt werden. Zwischen Juli und September 1949 wurde die Strecke Bombay-Nagpur-Kalkutta täglich beflogen, und am 1. März 1950 eröffneten Maschinen vom Typ Viking Nachtverbindungen zwischen Bombay und Delhi. Einen Monat später wurde der Anflug von Haiderabad auf der Strecke Bombay-Madras-Colombo eingestellt und durch Tirutschirapalli ersetzt, sowie schließlich am 10. Dezember 1952 der Dienst der DC-3 zwischen Madras und Triwandrum über Bangalur, Koimbatur und Kotschin nach Madurai und Tirutschirapalli verlängert.

Geteilte Verantwortung
Bereits im Jahre 1952 hatte die indische Regierung mit den ersten Vorbereitungen für die Verstaatlichung des Luftverkehrs begonnen. Mit Wirkung vom 1. August 1953 faßte sie durch den Air Corporations Act vom Mai 1953 den indischen Luftverkehr unter 100prozentiger Regierungsbeteiligung in zwei Unternehmen zusammen: Indian Airlines Corp. für die Bedienung der Inlands- und internationalen Kurzstreckendienste und Air-India International Corp. für die Bedienung des Langstreckenverkehrs. Von zwei bereits im Dezember 1951 bestellten L-1049C Super Constellation konnte die erste am 19. Juni 1954 in Dienst gestellt werden, und nachdem auch die zweite Maschine im Juli übernommen worden war, konnten die 749A für zwei neue Routen freigestellt werden. Bombay-Madras-Singapur und Bombay-Kalkutta-Bangkok-Hongkong wurden am 16. Juli beziehungsweise 14. August eröffnet. Die zuletzt genannte Strecke konnte nach Auslieferung dreier L-1049E am 7. Mai 1955 bis Tokio verlängert werden. Schließlich bezog man zwei Monate später die Flughäfen von Beirut und Zürich in die Londonstrecke ein.

Lockheed L-1049C Super Constellation, 1954
Boeing 707-437 VT-DJI bei der Routenerprobung über den Nordatlantik im April 1960

Im April 1956 folgten Damaskus und Prag. Am 11. Juni kann AII in Bombay ihre erste L-1049G übernehmen und am 5. Oktober zur Eröffnung des wöchentlichen Dienstes Bombay-Madras-Singapur-Darwin-Sydney einsetzen. Als erste nicht zum Ostblock gehörende Fluglinie erhielt All darüber hinaus Verkehrsrechte für Moskau. Die sowjetische Hauptstadt durfte - im Pool mit den Tu-104 der Aeroflot - ab 14. August über Delhi und Taschkent angeflogen werden. Ihr erstes Düsenflugzeug konnte AII erst im Februar 1960 einführen.

Die erste einer ganzen Flotte von Boeing 707-437 -von Seattle über NewYork nach London überführt - legte die Strecke London-Bombay am 20./21. Februar ohne Zwischenlandung in acht Stunden 15 Minuten zurück. Als diese Maschine am 19. April zu ihrem ersten Linienflug Bombay-Rom-London startete, bedeutete dies für die AII der Eintritt ins Düsenzeitalter. Ihren ersten Interkont-Jetdienst eröffnete AII am 14. Mai mit einer zweimal wöchentlich geflogenen Strecke nach New York. Mit Super Constellation wurde am 4. Oktober die neue Verbindung Bombay-Karatschi-Bahrain-Kuwait eröffnet, dies änderte aber nichts daran, daß die letzten Flugzeuge dieses Typs 1962 ausgemustert und der indischen Luftwaffe übergeben wurden.
Seit dem 8.Juni 1962 firmiert das Unternehmen nach Änderung des Air Corporation Act wieder als Air-India (AI).

Antrieb durch Pratt & Whitney
Als siebte Boeing 707 war - wie alle Folgebestellungen - eine mit JT3D-313 der Firma Pratt & Whitney (P&W) angetriebene 32013. Nach ihrer Auslieferung am 24. Mai 1964 wurde sie im August zur Verlängerung der Route London-Sydney bis Nandi (Fiji) eingesetzt. Im Oktober mußte die Strecke nach Moskau geändert werden und führte nun von Bombay über Delhi zur sowjetischen Hauptstadt und weiter nach London. Diese beiden Veränderungen des Streckennetzes waren wichtige Schritte auf dem Weg der AI zu einer weltweit operierenden Fluglinie. Realisiert werden konnte dieser Plan natürlich nur, wenn AI Verkehrsrechte über den Pazifik zur US-Westküste mit Verlängerung nach New York erwarb, um dort Anschluß an ihre Nordatlantikroute zu erhalten. Eine schnelle Umsetzung dieser Pläne erwies sich jedoch als undurchführbar. Für den Rest des Jahrzehnts mußte AI sich mit dem Neuanflug von Mauritius im August 1967 zufriedengeben.

Die siebziger Jahre waren im wesentlichen geprägt durch die Indienststellung einer Flotte von Boeing 747-237B, von denen die ersten beiden Jumbos im März beziehungsweise April 1971 ausgeliefert wurden. Durch die Einführung dieser Großraummaschinen konnte die Zahl der Flüge auf den wichtigsten Strecken gesteigert und Boeing 707 für zusätzliche neue Dienste freigestellt werden. So wurde im Februar 1972 zum erstenmal Dakka angeflogen und die Bahrain-Route am 1. April bis Kuwait verlängert. Auf der Londoner Linie entfiel ab dem 11. Juni die Zwischenlandung in Moskau, Stattdessen wurde die sowjetische Hauptstadt zweimal wöchentlich über Teheran bedient.

Boeing 707-300C als Frachtflieger
Boeing 747-237B in Frankfurt (K.v.Wedelstaedt)
DC-8-63 TF-FLC für Frachtflüge angemietet (F.Schäfer)

Ende des Jahres 1975 führte AI auch zweimal wöchentlich reine Frachtdienste nach London mit Zwischenlandungen in Nahost und Europa ein. Ein weiterer Frachtdienst führte - einmal wöchentlich nach Tokio. Damals betrieb AI folgende Boeing-Modelle: fünf 747-237B, vier 707-437, drei 707-337B und zwei Frachter 707-337C. Mit den ersten vier 747 wurden London und die USA bedient, während die fünfte ab 1. April 1976 die Strecke zwischen Australien (Sydney/Perth) und London mit Zwischenlandung in Madras beflog.

1977 wurde der Gründer und Präsident der Fluggesellschaft Tata überraschend entlassen. Offiziell warf man ihm vor, den Alkoholverkauf an Bord der Flugzeuge nicht scharf genug kontrolliert zu haben, in Wirklichkeit jedoch wollte man den wirtschaftlichen Niedergang des Unternehmens aufhalten. Vorstandsvorsitzender wurde der Bankier Raghu Raj, unter dessen Führung AI bereits Anfang der 80er Jahre in die Gewinnzone zurückkehrte.

Obwohl ihr Flaggschiff am 1. Januar 1978 in Bombay verunglückt war, setzte AI den Ausbau ihrer Jumbo-Flotte unbeirrt fort und übernahm im Februar und Juni 1978 zwei 747-237B, sowie vier weitere im August und Dezember 1979 beziehungsweise im Februar und April 1980. Nach Einführung des letzten Jumbos konnte die Fluggesellschaft endlich auf der so wichtigen und stark frequentierten Japanstrecke ihre 707 ausmustern und durch moderne Großraumflugzeuge ersetzen. Im zweiten Quartal der achtziger Jahre eröffnete Al eine wöchentliche Verbindung nach Daressalam und Lusaka, konnte Melbourne als neues Flugziel auf dem australischen Kontinent aufnehmen, und flog ab März 1981 Sharja und ab April Harare an.

Anfang 1981 unterzeichnete AI eine Absichtserklärung über den Kauf von drei Lockheed TriStar 500 als Nachfolger für ihre 707. Eine verbindliche Bestellung war für Oktober vorgesehen. Als dieser Termin näher rückte, diskutierte man bei Lockheed gerade über eine Einstellung der Serienfertigung von 1984 an. Aus Sorge, daß die Ersatzteilversorgung bei nur drei TriStar schwierig und Nachbestellungen unmöglich sein würden, stellte AI ihre Entscheidung zunächst zurück und stornierte sie im Januar 1982 schließlich ganz.

Air-India blickt noch Europa
Nun wurde mit Airbus Industrie verhandelt und am 25. Mai in Bombay ein Auftrag über drei A300B4-200 unterzeichnet. Diese Flugzeuge waren nach dem Zusammenbruch von Laker Airways, für die sie ursprünglich vorgesehen waren, kurzfristig verfügbar. Die drei Airbus, die AI zum Einsatz im Nahen Osten und Südostasien vorgesehen hatte, waren für 22 First- und 216 Tourist-Klasse-Sitze ausgelegt. Die erste A300B4-200 wurde am 28. Juli 1982 in Toulouse übernommen, die übrigen beiden im November ausgeliefert. Außerdem mietete Indian Airlines zusätzliche Airbus für die Sommersaison an.

Boeing 747-300 in Hongkong (O.Pritzkow)
Boeing 747-200B in dr kurzlebigen neuen Bemalung
Airbus A310-300 im neuen Look
Lockheed L-1011-500 V2-LEK von Caribjet (1995)
Airbus A310-300 (K.v.Wedelstaedt)
Boeing 777-200 im Anflug auf Dubai (K.v.Wedelstaedt
Grafik der georderten Boeing 787 Dreamliner

Im Rahmen ihrer weltweiten Expansion nahm AI am 3. Januar 1982 unter anderem Birmingham als neues Flugziel in das Streckennetz auf. Birmingham war die erste britische Stadt, die von Indien mit einer Boeing 707 ohne vorherige Zwischenlandung in Kontinentaleuropa von Bombay und Delhi über die den Sikh heilige Stadt Amritsar sowie Moskau angeflogen wurde. Im Dezember1981 hatte Kanada der AI die sogenannten "Fünf Freiheiten der Luft" verweigert und die Inder damit gezwungen, die angestrebte Verlängerung ihres über Paris in die USA führenden Dienstes vorerst zurückzustellen. Schließlich gelang der Fluggesellschaft die Eroberung des kanadischen Marktes aber doch noch, und ab dem 2. Oktober wurde Montreal zweimal wöchentlich angeflogen. Auch Sanaa, Jemen, nahm Al 1983 noch als neues Flugziel ins Streckennetz auf.

Modernisierung der Flotte
Mittlerweile nahm das Problem der Suche nach einem Nachfolgemusterfür die veralteten Boeing 707 an Dringlichkeit zu, und allen Beteiligten wurde klar, daß schnell eine Entscheidung gefällt werden mußte. Obwohl es einige Zeit lang so aussah, als ob Boeing mit der 767ER das Rennen machen würde, ging der Zuschlag am Ende an die Airbus Industrie. Im April 1985 bestellte AI fünf A310-300. Bis zum Juli des Jahres 1987 waren sämtliche Airbus ausgeliefert und auf den Nahost- und Asienstrecken im Einsatz. Sie bedienten aber auch Moskau, obwohl AI speziell für den Anflug der sowjetischen Hauptstadt im November1987 bei Aeroflot eine Iljuschin Il-62M zu mieten gezwungen war Ebenfalls dort gemietet wurde ein Il-76-Frachter, der die wöchentliche Nurfrachtverbindung nach Zürich und Brüssel durchführte. Nonstop-Flüge zwischen Bombay und London wurden am 15. Februar 1988 eröffnet. Im Oktober/November übernahm AI zwei im August 1987 bestellte Boeing 747-300M Combi.

Am 14. August 1989 wurde Bagdad als neues Flugziel in das Programm der AI aufgenommen. Wichtigstes Ereignis dieses Jahres war für AI jedoch die Entwicklung ihrer neuen "Corporate Identity" und einer neuen Bemalung für ihre Flugzeuge. Ihr Debüt gab sie am 15. Oktober mit der Boeing 747-237B Rajendra Chola im Hafen von Bombay-South mit einer Luftparade anläßlich des Civil Aviation Day. Verschwunden waren neben den geschwungenen äußeren Verzierungen der Kabinenfenster auch der Zentaur, der die Flugzeuge jahrzehntelang geschmückt hatte, sowie der Bindestrich im Firmennamen. Nun war der Rumpf der Maschinen weitgehend weiß, während eine Art Schärpe sich von den Heckkabinenfenstern bis zur Spitze der Seitenflosse erstreckte, wo auch die goldfarbene, ovale "Sonne" plaziert war, deren 24 Strahlen die Stunden des Tages symbolisierten. Diesem Erscheinungsbild war jedoch kein langes Leben beschieden, denn die Inder waren entrüstet, dass man ihnen die klassische Bemalung genommen hatte. Nur knapp die Hälfte der Flotte war umlackiert und nach zwei Jahren kehrte man zum alten look zurück.

Am 14. August 1991 startete die Gesellschaft ein Modernisierungsprogramm, dessen Ziel die Reduktion des Durchschnittsalters der Flotte sowie die Verbesserung der Langstreckenkapazität beinhaltete. AI bestellte vier Boeing 747-400 zum Kaufpreis von 682 Mio. US$ und vergrößerte dadurch die 747-Flotte auf 15 Maschinen. Der erste Jumbo (getauft auf den Namen "Konark", nach dem dem Sonnengott Surya gewidmeten Tempel) konnte auf den Tag exakt zwei Jahre nach Auftragserteilung ohne Zwischenlandung von New York überführt werden. Die zweite und dritte der von Al bestellten Boeing 747 trafen im November beziehungsweise Dezember 1993, die letzte im Juni 1994 in Indien ein. Ihre für drei Klassen (16 First-, 42 Business-, 359 Economy-Klasse-Sitze) ausgelegte Dash 400 betreibt Air-India auf extrem langen Strecken, wie beispielsweise Delhi-Bombay-London.

Durch einen erneuten Air Corporation Act wurde die Airline 1994 als Air-India Ltd. registriert. Neue Ziele wie Chicago, Newark und Shanghai kamen um die Jahrtausendwende hinzu. Seit Dezember 2002 wird auch wieder Frankfurt nach zehnjähriger Unterbrechung mit dem Routing Mumbai-Delhi-Frankfurt bedient. Die neu gewählte Regierung setzte sich u.a. das Ziel, Air India zum "Maharaja of the Skies" zu machen und schob endlich eine durchgreifende Flottenmodernisierung an. Von United Airlines wurden drei Boeing 777-200ER angemietet, die die neuen Routen Delhi-Frankfurt-Los Angeles, Delhi-Amritsar-Birmingham-Toronto und Delhi-Dhaka-Kolkata-London ermöglichten. Jüngste Bestellungen lauten auf 8 777-200LR, 15 777-300ER, 27 787-800 sowie 18 737-800 für die im Mai 2004 gegründete Lowcost-Tochter Air-India Express. Betriebsaufnahme war hier am 28. April 2005.

Stand 2006

Quelle: Aircraft 1993 sowie eigene Aktualisierungen

Streckennetz :
Fernost (Hongkong, Shanghai, Osaka, Tokio, Seoul), Afrika (Nairobi, Dar-es-Salaam, Mauritius), Golfregion (Bahrain, Kuwait, Muscat, Doha, Riyadh, Jeddah, Abu Dhabi, Dubai), Südostasien (Dhaka, Jakarta, Kuala Lumpur, Singapur, Bangkok), Europa (Paris, Frankfurt, Birmingham, London), Nordamerika (Toronto, Chicago, Los Angeles, New York JFK, Newark), Inland

Flotte : (2006)

18 Airbus A310-300             11 geleast
 3 Boeing 777-200ER            geleast
 3 Boeing 747-200B             1 abgestellt
 2 Boeing 747-300M
11 Boeing 747-400              7 geleast

Bestellt:
 8 Boeing 777-200LR
15 Boeing 777-300ER
27 Boeing 787-800
18 Boeing 737-800              für Air-India Express