![]() |
|
Air China International Corp. chinesische Fluggesellschaft Sitz: Peking Web: www.airchina.cn Zweilettercode: CA Dreilettercode: CCA Call-sign: AIR CHINA staatlich |
|
Die CAAC ( Civil Aviation Administration of China ) war 34 Jahre lang für die Zivilluftfahrt in China, dem mit mehr als 1,1 Mrd. Menschen bevölkerungreichsten Land der Erde, verantwortlich. Die ersten bekannten Luftverkehrsaktivitäten gehen auf das Jahr 1929 zurück, als das Luftverkehrsunternehmen Curtiss Wright mit staatlicher Erlaubnis eine Amphibienverbindung zwischen Shanghai und Hankau eröffnete. Ein Jahr später entstand aus diesen bescheidenen Anfängen die CNAC (China National Aviation Corp.)
Ebenfalls 1930 wurde gemeinsam mit der chinesischen Regierung die Eurasia Aviation
Corp., ein Tochterunternehmen der Luft Hansa, gegründet. Das Ziel der Eurasia
bestand im Aufbau einer Flugverbindung zwischen Europa und Asien, die über die
Sibirienroute führen sollte. Sie betrieb Junkers F.13 und W.33 und nahm ihre Arbeit
am 31. Mai 1931 mit der Eröffnung einer Luftpostlinie zwischen Shanghai, Nanking,
Peking, Linhsien und Manchouli ( Lupin ) auf. Eine neue Strecke, die Nanking mit
Honan und Sian verband, wurde am 1. April 1932 als Teilstrecke des geplanten
Dienstes von Shanghai nach Westen eröffnet. Im Jahr darauf flogen bereits die
ersten der nach Shanghai gelieferten Ju-34 und im September 1935 stellte Eurasia
drei weitere Ju-52 in Dienst.
Die kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wiederaufgenommenen zivilen
Flugverbindungen wurden durch den 1947 ausbrechenden Bürgerkrieg erneut unterbrochen.
Wichtige Verkehrsverbindungen blieben in militärischer Hand, die Zentralen der Eurasia
und der CNAC und der größte Teil der Flotte wurde nach Hongkong verlegt und die
Flughafeneinrichtungen im Lande weitgehend zerstört. Das neue China fand die
Unterstützung vieler Landsleute im Ausland. So erklärte beispielsweise am
9. November 1949 das Personal der Eurasia und der CNAC seine Loyalität zur
Volksrepublik. Noch am selben Tag flog eine 53köpfige Gruppe mit 12 zivilen
Transportmaschinen vom Hongkonger Flughafen Kai Tak nach Peking und
Tianjin. Dieser "Aufstand der zwei Fluggesellschaften" erregte damals großes
Aufsehen. Das auf so spektakuläre Weise zurückgekehrte Personal und die
mitgebrachten Maschinen bildeten eine wichtige Basis für die erste Phase des
Aufbaus der Zivilluftfahrt. Nach der Machtübernahme durch die Kommunisten
gründeten die Sowjetunion und China am 2. November 1949 die Skoga, die
Volksluftfahrtgesellschaft Chinas. Das Unternehmen übernahm neben dem
verbliebenen Fluggerät auch das Streckennetz seiner drei Vorläuferunternehmen.
Als wichtigste Verbindungen galten die Dienste zwischen Peking und Hankau,
Kunming und Kanton, die mit den von der UdSSR gelieferten Lisunov Li-2 betrieben
wurden. Im Mai 1952 eröffnete Skoga im Rahmen eines Poolabkommens mit
Aeroflot die Strecke Peking - Ulan Bator - Irkutsk mit Iljuschin Il-12. Zwei Jahre
später wurde der zivile Luftverkehr in die Hände der Regierung übergeben und
die CAAC als Nachfolgeunternehmen der Skoga gegründet.
Um die Versorgung mit modernem Fluggerät zu gewährleisten, aber auch, um den
unzureichenden Ersatzteillieferungen für ihre in der UdSSR gebaute Flotte
entgegenzuwirken, wandte sich CAAC schließlich verstärkt an den Westen.
Von Pakistan International, die am 29.April 1964 als erste nichtkommunistische
Fluglinie zivile Routen nach China eröffnet hatte, wurden 1970 vier gebrauchte
Hawker Siddeley Trident 1E gekauft. Im August 1971 sowie im August und November
1972 erging ein Auftrag an Hawker Siddeley zum Bau Trident 2E, von denen die
erste im November 1972 ausgeliefert wurde. Im November 1973 erfolgte eine
Bestellung über 15 weitere Maschinen dieses Typs. Betrieben wurden die
Trident 2E auf den wichtigsten Inlandsstrecken, z.B. Peking - Kanton und
Peking - Shanghai. CAAC setzte aber auch weiterhin Flugzeuge aus sowjetischer
Produktion ein; so wurde 1971 die erste von fünf Il-62 eingeführt, die bis 1986
im Einsatz blieben.
Der sukzessive Ausbau der chinesischen Flughäfen verfolgt das Ziel, diese auch für
Großraumgerät anfliegbar zu machen. So erhielt Boeing einen Auftrag über drei
Boeing 747SP, deren Auslieferung im Februar 1980 begann. Ihre erste
Boeing 747-200 stellte CAAC im Februar 1983, gemeinsam mit der ersten von zehn
im November 1982 bestellten Boeing 737 ( acht 737-200 Adv., 2 737-200C Adv.)
in Dienst. Die erste Boeing 767-200ER traf im September 1985 in China ein,
die erste Boeing 737-300 im März 1986 und die Auslieferung der Boeing-757-
Flotte begann im September 1987. Ein im Mai 1986 erteilter Auftrag über vier
Boeing 747-200B wurde später dahingehend modifiziert, daß drei der Maschinen
als Version -400 geliefert wurden - die erste wurde im Oktober 1989 übernommen.
Für die europäischen Flugzeugbauer war 1985 ein wichtiges Jahr ihrer wirtschaftlichen Beziehungen zur CAAC. Airbus Industries beispielsweise konnte im April eine Bestellung über drei Airbus A310 notieren. Nur wenige Wochen später erhielt British Aerospace einen Auftrag über zehn BAe 146-100. Auch bei Shorts freute man sich über den Wandel: dort lag im Februar eine Bestellung über acht Shorts 360 vor. Obwohl CAAC den Großteil ihrer für internationale Dienste vorgesehenen Passagiermaschinen im Westen kaufte, blieb die UdSSR ein wichtiger Lieferant; die eingekauften Maschinen beschränkten ihre Flüge allerdings weitgehend auf den Inlandsverkehr. So wurden 1968 An-12 in Dienst gestellt, 1970 An-24 und 1975 An-26. Die Auslieferung der Tupolev Tu-154 begann 1986. Zusätzlich forderte CAAC bei Xian Aircraft Company eine leistungsgesteigerte Variante der An-24 an, die Yunshuji Y-7 ( zu deutsch : Verkehrsflugzeug 7 ). Das Flugzeug wurde von Harbin-WJ-5-A-Propellerturbinen, einer Weiterentwicklung russischer Iwtschyenko AI-24A, angetrieben und in seiner ursprünglichen Ausführung im April 1986 in Dienst gestellt. Hong Kong Aircraft Engineering Company setzte 1985 eine Y-7 instand und rüstete sie zur moderneren Y-7-100 um. In dieser Form fliegt die Maschine seit Ende 1986. Anfang der achtziger Jahre wurden erste Linien in die USA eröffnet sowie am 4. Mai 1987 gemeinsam mit Interflug und Aeroflot der Linienverkehr auf der Sibirienroute Peking-Moskau-Berlin eröffnet.
Lange Zeit war CAAC die einzige Luftverkehrsgesellschaft Chinas. Sie kontrollierte alle Bereiche
der chinesischen Zivilluftfahrt, einschließlich Flugzulassung und Betriebsstandards, technischer
Schulung, Flughafenbetrieb und Flugzeugbeschaffung. Die ersten Risse in diesem Monolithen
traten Mitte 1984 hervor, als Kritik an den Service- und Sicherheitsstandards der CAAC
geäußert wurden. Der Diskussion waren vier schwere Flugunfälle vorausgegangen, die sich zwischen
April 1982 und September 1983 ereignet hatten. Bereits Ende September konnte der für
das chinesische Modernisierungsprogramm verantwortliche Staatsrat Gu Mu Pläne bekannt
geben, wonach CAAC den Flugbetrieb einstellen und die bisherigen regionalen Abteilungen
des Unternehmens in eigenständige Fluggesellschaften umgewandelt werden sollen.
Im Oktober verkündete CAAC-Generaldirektor Shen Tu die Gründung fünf neuer Fluglinien.
Bei den neuen Gesellschaften handelte es sich um Air China mit Sitz in Peking,
China Eastern Airlines in Shanghai und China Southern Airlines in Guangzhou, deren
Hauptaufgabenbereich den Betrieb von Inlandsdiensten und internationalen Strecken
umfaßte. Die beiden anderen Unternehmen waren die China Southwest Airlines,
die ausschließlich Inlandsstrecken betreiben sollte und China Capital Helicopter mit Sitz in Peking.
Der chinesische Staatsrat stimmte dem Plan zur Reorganisation der CAAC im
Dezember 1984 zu, doch schon im Januar 1985 waren die Namen neuer Gesellschaften
im Gespräch, wie Xinjiang Airlines, Xiamen Airlines, China Northeast und
China Northwest Airlines. Vor Eintreten dieser unübersichtlichen Situation hatten
westliche und sowjetische Flugzeughersteller bereits zahlreiche Aufträge erhalten,
denn CAAC hatte Maschinen für Fluggesellschaften bestellt, deren Namen in keiner
der früheren Listen auftauchten. So erwarb etwa Yunnan Airlines im Januar 1985
zwei Boeing 737-300 und Shanghai Airlines stellte im Mai fünf von der in Miami
beheimateten Bachelor Group gekaufte Boeing 707-320 in Dienst.
In der Praxis verlief der Umbruch natürlich nicht ohne größere Komplikationen.
CAAC wurde Aufsichtsbehörde und Dachgesellschaft der im Sommer 1993 bereits
existierenden 35 Fluggesellschaften. Am internationalen Luftverkehr beteiligen
sich nur die drei großen Gesellschaften Air China, China Eastern und
China Southern, während eine Vielzahl kleinerer Unternehmen das Inlandsnetz
des Landes versorgen, das 27mal so groß wie Deutschland ist. Das Interesse
der chinesischen Inlandsbetreiber, Flugverbindungen ins Ausland einzurichten,
ist verständlicherweise groß, denn allein diese Dienste erbringen die zum Kauf
oder Leasing westlichen Fluggeräts nötigen Devisen, die das Land bitter nötig hat.
Mehr als 35 Fluggesellschaften soll es nach dem Willen der CAAC nicht geben.
Absicht des Dachverbandes ist es vielmehr, die existierenden Gesellschaften in
ihren vorhandenen Strukturen zu stärken und effizienter zu gestalten. Um die
Sicherheit des chinesischen Luftverkehrs, der 1992 ohnehin seine schlechteste
Unfallbilanz hatte, nicht zu beeinträchtigen, soll zugleich verhindert werden,
daß sich fähige Piloten, Techniker und Manager unkontrolliert über das
riesige Land verteilen. Zur Bewältigung des Luftverkehrsaufkommens sind
darüber hinaus bis zum Jahr 2006 rund 800 neue Flugzeuge und 800 bis
1200 neue Piloten nötig.
Stand: 1992
Streckennetz :
Flotte : |