Anfänge als Trans-Canada Airlines
Trans Canada Air Lines (TCA) wurde am 10. April 1937 mit Zustimmung des
britischen Königs offiziell als 100 %ige Tochter der kanadischen Eisenbahngesellschaft
Canadian National Railways gegründet. Den Wunsch nach einer nationalen
Fluggesellschaft hatte Kanadas Verkehrsminister C.D. Howe im kanadischen Parlament
eingebracht und durchgefochten. So gehörte Howe auch zu den Passagieren der
DoT Lockheed 10A, die am 30. Juli um 5.18 Uhr Ortszeit von St. Hubert, Montreal,
startete und 17 h 11 min später auf dem Sea Island Airport von Vancouver landete.
Ihren ersten Linienflug führte TCA jedoch von Vancouver nach Boeing Field, Seattle,
durch. Sie hatte diese Strecke zusammen mit zwei Lockheed 10A und einem
Stearman-Doppeldecker von Canadian Airways übernommen und am 1. September 1937
eingeweiht.
Die folgenden Monate galten dem Besatzungstraining und dem technisch-operationellen
Ausbau der geplanten Route. Am 1. Februar 1938 eröffnete man eine Frachtverbindung
zwischen Vancouver und Winnipeg und am 1. März einen Luftpostdienst, der zur Ausbildung
genutzt wurde. Am 1. August folgte ein Frachtdienst zwischen Lethbridge und Edmonton,
auf dem man ab 1. Oktober Post beförderte. Am 17. Oktober wurde die transkontinentale
Frachtstrecke Vancouver-Winnipeg nach Toronto, Ottawa und Montreal verlängert. Ein
regelrechter Luftpostdienst setzte am 1. März 1939 ein, man ebnete den Weg für die
Beförderung von Passagieren.
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| Lockheed L-10 Electra (Foto: Air Canada) |
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| Stearman (Foto: Air Canada) |
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| Lockheed Super-Electra 14H2 (Foto: Air Canada) |
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| Lockheed Lodestar 1808A (Foto: Air Canada) |
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| Lancastrian (Foto: Air Canada) |
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| Douglas DC-3 (Foto: Air Canada) |
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| Bristol 170 (Foto: Air Canada) |
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| Canadair North Star DC-4M2 (Foto: Air Canada) |
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| Lockheed L-1049 Super Constellation (Foto: Air Canada) |
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| Vickers Viscount (Foto: Air Canada) |
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| Vickers Vanguard (Foto: Air Canada) |
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| Douglas DC-8-54F (Airlinehobby) |
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| Boeing 727-200 (Airlinehobby) |
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| Boeing 747-100 (Airlinehobby) |
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| Lockheed TriStar 500 (Airlinehobby) |
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| Airbus A320-200 (Airlinehobby) |
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| Boeing 747-400 (A.Miguel) |
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| Douglas DC-9-32 in 90er-Bemalung (Air Canada) |
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| Lockheed TriStar 500 in 90er Farben (Air Canada) |
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| Boeing 737-200 |
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| Boeing 747-200 (Air Canada) |
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| Boeing 767-200 in Sonderbemalung |
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| Airbus A319-100 (C.Taylor) |
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| Airbus A321-200 (P.Bradley) |
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| Airbus A330-300 (Arpingstone) |
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| Airbus A340-300 (Arpingstone) |
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| Boeing 767-300 in aktueller Bemalung (Arpingstone) |
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| Embraer E-175 |
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| Boeing 777 und 787 |
Am 1. April 1939 starteten zwei Lockheed 14 Super Electra simultan in Montreal bzw.
Vancouver. Schlechte Wetterbedingungen hielten die Richtung Westen fliegende Maschine
jedoch in Lethbridge (Alberta) auf, so daß sie nach Zwischenlandungen in Ottawa, North
Bay, Kapuskasing, Wagaming, Winnipeg und Regina erst am 4. April in Vancouver eintraf.
Als reguläre Flugzeit waren für diese Linie zwischen 14 bis 15 Stunden geplant.
Auf der Fracht- und Poststrecke Lethbridge-Edmonton hatte man Calgary als
Zwischenlandeplatz eingerichtet und ab 1. April auf dieser Route auch Passagiere
befördert. In diesen Pionierzeiten war der Sprung über die Rocky Mountains für die
Passagiere nicht so einfach. Die Flugzeuge besaßen keine Druckkabinen, und die
Flughöhe betrug 6000 m; da wird die Luft schon dünn. So mußten die Fluggäste
während des Fluges Sauerstoffmasken tragen. Auf ähnliche Weise wurde auch die
Verbindung zwischen Montreal und Moncton am 1. November als Post- und am
15. Februar 1940 als Passagierdienst eröffnet. Es folgte Toronto-London-Windsor
für Post am 15. Juli und für Fluggäste knapp zwei Wochen später am 1. August. 1941
führte TCA die größere Lockheed 18 Lodestar ein und erweiterte das in- und
ausländische Streckennetz durch die Routen Moncton-Halifax (1. April) und Toronto-
New York (10. Mai ).
Nach Kriegsausbruch setzte man die Mitarbeiter, Flugzeuge und technischen
Einrichtungen der TCA zunehmend für kriegswichtige Aufgaben ein. Dazu gehörte
die Wartung der BOAC Liberator, die am 4. Mai 1941 den Return Ferry Service
aufnahmen. Die sogenannten Ferry-Piloten überführten die in wachsender Zahl in
den USA und Kanada gebauten Kampfflugzeuge nach Großbritannien und wurden
von dort, anfangs von Blackpool, später von Prestwick aus, nach Montreal zurückbefördert.
Als nächstes beauftragte die kanadische Regierung TCA mit dem Betrieb des Canadian
Government Trans-Atlantic Air Service (CGTAS). Neun Lancaster wurden bei Victor
Aircraft umgerüstet und erhielten einen Heckkonus anstelle des Waffenturms. Am
22. Juli 1943 startete die erste dieser Maschinen mit insgesamt neun Tonnen Feldpost
an Bord in Montreal-Dorval und landete in der neuen Rekordzeit von 12 h 26 min am
schottischen Flughafen Prestwick. Bei Bedarf wurden auf dieser Route auch wichtige
Passagiere und Eilfracht befördert.
Trotz der angespannten Kriegsjahre dehnte TCA ihre transkontinentalen Dienste an
beiden Endpunkten aus: von Vancouver nach Patricia Bay im Juni 1944 und am 1. Juli
von Halifax nach Sydney, Neuschottland. Als sich das Ende des Krieges abzeichnete,
konzentrierte TCA sich verstärkt auf die Expansion ihres Streckennetzes. Bereits im
März 1945 begann die Umschulung von 60 kanadischen Kampffliegern zu zivilen Copiloten.
Nachdem sie sich für die Lodestar qualifiziert hatten, übernahmen sie die 30 DC-3,
die TCA noch im selben Jahr einführte, um die Lockheed - Typen zu ersetzen. Ferner
wurden neue Dienste in die USA eröffnet, unter anderem Toronto-London (Ontario) -
Chicago am 1. Juli 1946 und Toronto-Cleveland am 1. August.
Ende 1945 hatte sich die CGTAS-Verbindung Montreal-Prestwick von einer staatlichen
Kommunikationseinrichtung zu einer erfolgreichen zivilen Flugverbindung gewandelt.
Immer noch mit Lancaster XPP beflogen, wurde die Route am 15. September 1946
zur britischen Hauptstadt verlängert. Die 1000. Atlantiküberquerung erfolgte noch im
Dezember desselben Jahres.
Schon im November 1944 hatte TCAs Technischer Dienst ein Lastenheft erstellt für eine
von Merlin-Motoren angetriebene und mit Druckkabine ausgestattete Version der
Douglas C-54, deren Fertigung bei Canadair in Cartierville (Montreal) geplant war.
Der Prototyp DC-4M-X, eine C-54G ohne Druckkabine und mit vier 1725 PS starken
Merlin-620-Motoren flog erstmals im Juli 1946. Diese und 23 weitere Maschinen ohne
Druckkabine wurden von der kanadischen Luftwaffe übernommen. Sechs dieser
Flugzeuge mit der Bezeichnung DC-4M-1 und Merlin-622-Motoren wurden von TCA bis
zu Auslieferung ihrer eigenen DC-4M-2 eingesetzt.
Die erste DC-4M-1 traf am 19. November 1946 ein und die dritte eröffnete am
15. April 1947 die Strecke Montreal-London. Am 1. Mai übernahm TCA offiziell die
Verkehrsrechte der ehemaligen CGTAS-Dienste. Von Oktober 1947 bis Juni 1948
stellte TCA ihre 20 DC-4M-2 North Star in Dienst. Sämtliche Maschinen hatten
Druckkabinen, ausgelegt für 40 First- oder 62 Economy-Class-Passagiere, viereckige
Kabinenfenster und Kompressionsmotoren Merlin-622 als Antrieb. Die Gesellschaft
führte das neue Muster am 1. Mai 1948 auf der Strecke Vancouver-Calgary ein, als sie
außerdem von Montreal bzw. Toronto aus eine zweimal wöchentlich bediente Route nach
Bermuda einweihte. Nur einen Monat später erschien die North Star auf der Linie
Toronto-Chicago und dem zweimal täglich beflogenen Transkontinentaldienst Montreal-Toronto-Winnipeg-Calgary-Vancouver. Eine andere Langstrecke, die
zweimal wöchentlich von Montreal nach Toronto, Nassau, Kingston und Port of Spain
führte, begann am 2. Dezember.
Am 1. Oktober 1949 verlegte das Unternehmen seinen Sitz von Winnipeg nach Montreal.
An die fünf Jahre lang war die North Star so etwas wie das Flaggschiff der TCA.
Sie eröffnete Montreal-New York am 1. April 1950, Montreal-London-Paris am
1. April 1951 und verlängerte die London-Route aufgrund des gestiegenen
Einwanderungsinteresses am 5. November 1952 nach Düsseldorf. Endgültig ausgemustert
wurde die North Star, die zuletzt nur noch als Frachter flog, am 30. Juni 1961.
Es war an der Zeit, nach größeren und schnelleren Flugzeugen Ausschau zu halten.
Die Lockheed Constellation schien für die anhaltend steigende Nachfrage im Passagier-
und Frachttransport bestens geeignet.
1954 und 1955 führte TCA Linienverkehre nach Mexiko durch, die später jedoch im
Austausch gegen innerkanadische Strecken CP-Air (heutige Canadian Airlines)
überlassen wurden. Ab Februar 1954 bekam TCA fünf der insgesamt 14 bestellten
Lockheed L-1049C Super Constellation. Sie nahmen ab 14. Mai den Dienst zwischen
Montreal und London sowie ab 26. September auf der kanadischen Transkontinentalstrecke
auf. Zu diesem Zeitpunkt hatte TCA bereits drei L-1049E übernommen und bis 1957
folgten vier Langstreckenmuster L-1049G.
Schließlich wurden im Dezember 1958 und Januar 1960 noch zwei L-1049H eingeführt
und als Economy-Class-Flieger auf den Nordatlantikrouten betrieben. Am 1. Juni 1957
weihte TCA die Nonstop-Verbindung Toronto-Vancouver mit Super Constellation ein und
verlängerte mit dem selben Typ die Londonstrecke nach Brüssel (18. April) bzw. nach
Zürich (2. Mai). Mit einer L-1049G wurde am 28. Mai die Verbindung London-Gander-
Winnipeg-Vancouver eröffnet. Ab 1. Mai 1959 erweiterte TCA ihr Streckennetz um die
Route Wien-London.
1954 hatte die Gesellschaft zwei neue Muster, Bristol 170 Freighter und Vickers Viscount,
eingeführt. Ab Mai bedienten drei Freighter fünfmal wöchentlich reine Frachtstrecken
nach Montreal, Toronto und Winnipeg. Am 2. Mai 1955 traten jedoch drei North Star an
ihre Stelle, die auf der transkontinentalen Frachtroute von Montreal nach Toronto über
Winnipeg, Edmonton und Calgary operierten. Im Dezember 1955 wurden die Bristol
Freighter verkauft.
Die Viscount hingegen sollte lange Jahre im Dienst bleiben. Da TCA im November 1952
15 Viscount 724 bestellt hatte, konnte sie diese turbopropgetriebenen Maschinen als
erste Airline über den Nordatlantik einsetzen. Die erste Viscount traf am 8. Dezember
1954 ein und eröffnete am 1. April 1955 den Liniendienst zwischen Montreal und Winnipeg.
Schnell folgten Toronto-New York (4. April) und Montreal-New York (8. August). Auf der
Route Montreal-Vancouver flog die Viscount erstmals am 1. November 1955. Am
29. April 1956 löste sie die North Star auf dem transkontinentalen First Class-Dienst ab,
mußte aber wegen ihrer geringeren Reichweite zwischen Montreal und Vancouver
Zwischenlandungen in Ottawa, Fort William, Winnipeg, Regina und Calgary einlegen.
Am 9. Mai 1956 hatte TCA die Bestellung ihrer ersten vier strahlgetriebenen Douglas
DC-8-41 bekanntgegeben, die später auf elf Exemplare anwuchsen. Mit dem Eintreffen
der ersten Maschinen aus Long Beach am 6. Februar 1960 brach für TCA das Jet-Zeitalter
an. Am 1. April 1960 nahm die DC-8 Liniendienste nach Montreal, Toronto und Vancouver
auf. Bei einem Vorbereitungsflug für den Transatlantikdienst legte eine DC-8 die 5224,4 km
zwischen Montreal und London in nur 5 h 44 min und 2 s zurück und stellte mit 909,6 km/h
einen offiziellen Punkt-zu-Punkt-Geschwindigkeitsrekord auf. Der Liniendienst wurde bald
darauf am 1. Juni aufgenommen.
Auf den Europa-Diensten lösten die DC-8 die Super Constellations ab, die ihre letzten
Flüge am 26. (ab Wien und Brüssel), am 28. (ab London und Prestwick), am 29. (ab
Düsseldorf) und am 31. Dezember (ab Zürich und Paris) absolvierten. Ein Jahr später
wurde dieses kolbenmotorgetriebene Muster auch auf der Tampa-Strecke (letzter Flug
am 8. Dezember) sowie ab 18. Dezember auf einigen Verbindungen nach Nassau,
Montego Bay und Kingston von der DC-8 verdrängt. Schließlich übernahm die DC-8
am 5. Februar 1962 zudem die Montreal/ Torontodienste nach Barbados und Trinidad
sowie Toronto-Bermuda.
Auf propellergetriebenes Fluggerät konnte und wollte TCA lange nicht verzichten. Noch
im Jahr 1957 hatte die Gesellschaft 20 Vickers Vanguard 952 bestellt und später auf 23
Exemplare aufgestockt. Schwierigkeiten mit den Rolls-Royce-Motoren verzögerten die
Auslieferung und die Vanguard rollten erst am 1. Februar 1961 auf Inlandstrecken an den
Start. An diesem Tag bedienten sie zwei Routen: Montreal-Toronto-Winnipeg-Regina-
Calgary-Vancouver und Toronto-Winnipeg-Saskatoon-Edmonton-Vancouver. Ab 1. April
operierte die große Turboprop-Maschine auch auf Karibikdiensten von Montreal und
Toronto nach Tampa, Nassau, Montego Bay und Kingston sowie nach Bermuda, Barbados
und Trinidad.
Die letzten beiden Constellations wurden im März 1963 und die letzte DC-3 am 12. April
ausgemustert. Von da an unterhielt TCA ausschließlich turboprop- und strahlgetriebenes
Fluggerät. Im Oktober stellte sie den ersten DC-8-Frachter "Jet Trader" in Dienst. Als
Königin Elizabeth II. 1964 an Bord einer DC-8 von Ottawa nach Großbritannien zurückkehrte
trug diese Maschine zum ersten Mal den neuen Schriftzug "Air Canada". Offiziell galt die
Namensänderung, die den Wandel von der transkontinentalen Inlandsgesellschaft zum
internationalen Carrier verdeutlichen sollte, jedoch erst ab dem 1. Januar 1965. Außerdem
wurde der neue Name im englischen wie im französischen gleichgeschrieben und wurde
somit auch der Zweisprachigkeit im Lande gerecht.
Die erste von sechs Douglas DC-9-10 traf im Januar 1966 ein und nahm am 24. April den
Liniendienst auf. Schon nach einem knappen Jahr wurde sie jedoch durch die erste von
später mehr als 50 DC-9-32, -33CF und -15RC ersetzt. Die DC-9 machten sich sofort
bezahlt, als Tausende von interessierten Kanadiern aus allen Teilen des Landes nach
Montreal zur EXPO '67 flogen und so zum steigenden Prestige der Air Canada beitrugen.
Der kanadische Carrier durfte als erste nordamerikanische Fluggesellschaft einen
Liniendienst in die UdSSR betreiben und am 1. November 1966 eröffnete sie mit DC-8
eine Route von Montreal über Kopenhagen nach Moskau. Aeroflot bediente diese Linie
ab 4. November mit Tu-114. Die DC-8 beherrschte die Langstrecken der Air Canada bis
sie fünf Jahre später vom Jumbo abgelöst wurde. 1967 kaufte sich Air Canada mit 26,9 %
bei Air Jamaica ein. Schon seit dem 15. Mai 1967 liefen die "Flying Fish"- See/
Luftfrachtverkehre von Tokio nach Vancouver (Schiffsstrecke) und weiter mit Air
Canada nach Nordamerika und Europa. 1974 wurde auch Südkorea in diese Verkehre
miteinbezogen.
Im Sommer konzentrierten die Kanadier ihre Zusatzkapazitäten auf die London- und
Paris-Routen und vergrößerten ihre Direktverbindungen nach Europa durch Eröffnung
neuer Gateways wie Winnipeg, Edmonton, Calgary und Vancouver. Auf der Sollseite
wurde die letzte Vanguard am 31. Oktober 1971 aus dem Passagierverkehr abgezogen.
Um ein Haar hätte Air Canada die Concorde in ihre Flotte aufgenommen. Der Vorstand
der Fluggesellschaft stimmte jedoch dagegen und entschloß sich, die bereits ausgesprochenen
Optionen wieder rückgängig zu machen. Statt dessen fiel die Wahl auf eine neue
Generation von Flugzeugen amerikanischer Herkunft : Boeing 727 und 747 sowie
Lockheed TriStar. Am 25. April 1971 flog erstmals eine Boeing 747-100 ohne
Zwischenlandung zwischen Toronto und Vancouver.
1973 setzte Air Canada ihr Flottenmodernisierungsprogramm fort, führte die Lockheed
TriStar am 15. März auf der Strecke Montreal-Vancouver ein und musterte im April 1974
die letzte Viscount aus. Am 24. Juli übernahm Air Canada die STOL (Short Take-off
and Landing) -Versuchsstrecke der Airtransit Canada und setzte sechs speziell für
Kurzstreckenstarts und -landungen ausgelegte DHC-6 Twin Otter zwischen den in den
Innenstädten von Montreal und Ottawa eingerichteten STOLports ein. Der Betrieb endete
jedoch am 30. April 1976.
1974 wurde die Boeing 727-200 eingeführt und ab 27. Oktober auf dem neu eingerichteten
Zubringerdienst "Rapidair" betrieben, der Montreal und Toronto verband. Die ersten
fünf Boeing 727-200 waren speziell für diese Zubringerdienste in der 144-sitzigen
Economy-Konfiguration ausgelegt. Boeing 727 flogen aber auch auf den Karibikstrecken
und bis tief in den Süden der USA, wie etwa auf der am 1. Juli 1975 eröffneten Verbindung
Toronto-Dallas-Houston. Und am 1. September 1977 startete eine Boeing 727 anläßlich
der Feier zum 40. Jahrestag des ersten kommerziellen Fluges der Gesellschaft von
Vancouver nach Seattle. Auch München wurde seit 1974 bedient sowie der internationale
Verkehr auf Regierungsanordnung zwischen Air Canada und CP-Air aufgeteilt. Die
staatliche Gesellschaft blieb Hauptträger des in- und ausländischen Luftverkehrs und erhielt
Verkehrsrechte für Mittel-, Nord- und Osteuropa, Kolumbien, Venezuela und dem Gebiet
der ehemaligen Guyana-Kolonien, alle Punkte in Afrika mit Ausnahme der Maghreb-Länder,
Libanon, Pakistan und Indien sowie China. Desweiteren richtete Air Canada neue Nonstop-
Dienste sowohl von Quebec als auch von Winnipeg nach New York und weiter von Edmonton
über Calgary nach San Francisco. Ein Jahr später kamen neue Verbindungen von Toronto
über Ottawa nach Charlottetown und über Dallas nach Houston hinzu. Noch im gleichen
Jahr eröffnete das Unternehmen Liniendienste nach Guadeloupe und Martinique sowie 1976
nach Kuba.
Ab Mitte der siebziger Jahre verdüsterte sich die Wirtschaftslage auf dem Lufttransportsektor
weltweit. Auch Air Canada blieb davon nicht verschont. Eine stark sinkende Nachfrage bei
Inlandsflügen, horrende Preiserhöhungen für Treibstoff sowie ein sich ständig ausweitender
Wettbewerb ziviler Luftfahrtgesellschaften untereinander zwangen Air Canada,
Rationalisierungsmaßnahmen in Betracht zu ziehen. Der Expansionsdrang der Fluggesellschaft
wurde zeitweilig stark gebremst, einige Routen vom inländischen Flugplan gestrichen,
Personal entlassen oder umgeschult und die Dienste nach Moskau, Prag, Brüssel und
Wien eingestellt. Ein besonderes Augenmerk galt der Reduzierung zu hohen Treibstoffverbrauchs.
Alle sechs Douglas DC-8-63 erhielten neue CFM56-Triebwerke und wurden seitdem für
den reinen Frachtverkehr eingesetzt. Obwohl diese Entscheidung 147 Mio. $ erforderlich
machte, hoffte Air Canada, die 16 %ige Treibstoffeinsparung und die auf 43.000 kg
gestiegene Nutzlast werden sich über kurz oder lang als rentabel erweisen. Aufgrund
ihrer Erfahrung erhielt Air Canada dann Anfang 1984 auch Aufträge von anderen
Unternehmen zur Umrüstung weiterer DC-8-60 in DC-8-70 mit CFM56-2-Triebwerken.
1977 wurden Dienste von Frankfurt/M. nach Vancouver, Calgary und Edmonton aufgenommen.
Ende 1978 erwarb Air Canada Nordair - diese am 26. Mai 1947 unter dem Namen Boreal
Airways gegründete Gesellschaft führte Linienverkehre von Montreal in die Provinz Quebec
und in die Inselwelt nördlich der Hudson-Bay durch. Die Propellerflotte wurde seit 1969
durch Boeing 737 ergänzt.
Als Zeichen einer Ausdehnung nach Osten kann die Eröffnung der Niederlassung in
Singapur angesehen werden. Mit Singapore Airlines und Cathay Pacific bestehen außerdem bilaterale Abkommen zur Beförderung von Passagieren auf Fernost und Rund-um-die-
Welt-Routen.
Auch im Charter- und Pauschalreisegeschäft ist Air Canada trotz heftiger Konkurrenzkämpfe
recht gut etabliert. Die eigens zu diesem Zweck gegründete Tochtergesellschaft Touram Inc.
hat sich seit ihrem Bestehen als durchaus rentabel erwiesen. Pauschalreisen werden im
hauseigenen Sun Charter Program angeboten.
Sechs für Langstrecken bestimmte TriStar 500 wurden zwischen Februar und November
1981 ausgeliefert. Ihre erste Boeing 767-233 konnte Air Canada im Oktober 1982 übernehmen.
Große Verdienste erwarb sie sich auch beim Einsatz von zweistrahligen Passagierflugzeugen
über großen Wasserstrecken. So eröffnete die Gesellschaft mit ihrer ersten seriengefertigten
Boeing 767-200ER im Dezember 1983 die neue Route Toronto-Port of Spain. Über dem
Nordatlantik lösten Boeing 767-200ER ab 18. Mai 1985 die TriStar auf der Strecke
Halifax-London ab.
1983 plazierte Air Canada einen Großauftrag bei Airbus Industries, indem sie 34 Airbus
A320 bestellte und Optionen für weitere 20 Exemplare unterzeichnete. Die ersten beiden
Maschinen konnten am 25. Januar 1990 übernommen werden. Sie lösten nach und nach
die veralteten Boeing 727-200 ab, die sämtlich an Federal Express verkauft wurden. Der
neue Airbus verbraucht 42 % weniger Treibstoff als die Boeing 727, seine Schadstoffemission
ist um 50 % geringer. Das wohl entscheidende aber ist die um 85 % verringerte Lärmschleppe,
da auf den großen nordamerikanischen Flughäfen die härtesten Lärmvorschriften gelten.
Mit ihren ersten Airbussen bediente das Unternehmen Montreal, Toronto, Ottawa und
Winnipeg, gefolgt von Calgary und Vancouver und sieben US-amerikanischen Zielorten.
Drei im Januar 1989 bestellte Boeing 747-400 Combi wurden eingeführt und bedienten
gemeinsam mit den älteren Jumbos die Transatlantikrouten. 1991 sonderte Air Canada
alle TriStars mit Ausnahme der Series 500 aus.
Privatisierung
Am 19. Juli 1989 wurde Air Canada schließlich vom Staat in den Markt entlassen und
vollkommen privatisiert. Zunächst konnte sie ihre Aktivitäten noch auf spezielle Bereiche,
wie z.B. Nachbarschaftsverkehr mit den USA, Bedienung der wichtigsten europäischen
Zielorte oder Urlaubsflüge in die Karibik konzentrieren, mußte aber Anfang der neunziger
Jahre ihre Geschäftspolitik der globalen Entwicklung in der Luftverkehrsbranche anpassen.
So haben sich Air Canada und Air France im Rahmen eines umfangreichen
Kooperationsabkommens im Frühjahr 1993 ihre Flugpläne aufeinander abgestimmt.
Air Canada bietet sich dadurch die Möglichkeit, Paris als Sprungbrett nach Afrika
und in den Nahen Osten zu nutzen.
Unter dem Eindruck ihrer Verluste unterstrich Air Canada im Februar 1993, daß
sich Kanada angesichts des internationalen Wettbewerbsdrucks keine zwei nationalen
Fluglinien leisten kann und plädierte daher für den Zusammenschluß mit der kleineren
Canadian Airlines. Eine zweite Möglichkeit, der defizitären Lage zu entgehen ,sah der
Carrier darin, eine Allianz mit US Air einzugehen. Dazu kam es aber nicht, denn
US-Partner der Kanadier wurde United Airlines. Dieses Bündnis steht allerdings seit dem 20 %igen Einstieg Air Canadas beim Konkurrenten Continental Airlines auf wackligen Beinen. Und das Begehr nach einem Zusammenschluß mit dem nationalen Wettbewerber Canadian fand nicht nur wenig Unterstützung bei der Regierung, mit einer Beteiligung der American Airlines erhielt der rivalisierende Nachbar sogar noch kräftige Rückenstärkung.
Neue Bemalung
Ein rotes Ahornblatt auf dunkelgrünem Untergrund - das ist die Kennung, mit der Air Canada seit 1994 auf sich aufmerksam macht. Laut Umfragen hielten viele Landsleute Air Canada noch immer für eine Staatsgesellschaft. Auch sei sie moderner, internationaler und dynamischer geworden. Mit optischer Farbnachhilfe und einer gezielten Werbekampagne wollte man den Imagewandel nun auch dem Volk vor Augen führen. Aber auch an Bord änderte sich einiges : die 3-Klassen-Konfiguration wurde abgeschafft zugunsten einer " Executive First-" und einer "Holiday-Class". Seit Anfang Dezember 1994 sind die Kanadier zudem Mitglied im Qualiflyer-Verbund, einer weltweit operierenden Zweckallianz von Delta Air Lines, Singapore Airlines, Cathay Pacific, Austrian Airlines, Ansett, SAS, Malaysia, Swissair sowie einiger regionaler Gesellschaften.
Lufthansa ließ die Partnerschaft mit Canadian zum Frühjahr 1996 auslaufen und verbündete sich darauf mit Air Canada, den ihrer Meinung nach besseren Kanada-Partner. Hinzu kam, daß Lufthansa ebenfalls ein United Airlines-Partner ist.
Stand: 1996
Streckennetz: Kanada, USA, Mexiko, Karibik, Costa Rica
Südamerika (Buenos Aires, Sao Paulo, Santiago de Chile, Bogota, Caracas, Lima)
Australien (Sydney)
Europa (Paris, Frankfurt, München, Dublin, Shannon, Rom, Amsterdam, Zürich, Glasgow, London, Manchester)
Nahost (Tel Aviv)
Asien (Delhi, Peking, Shanghai, Hongkong, Tokio, Osaka, Seoul)
Flotte (2007):
45 Airbus A319-100
50 Airbus A320-200 (4 opf Air Canada jetz (Business-only))
10 Airbus A321-200
.8 Airbus A330-300
10 Airbus A340-300
.2 Airbus A340-500
12 Boeing 767-200/-200ER
33 Boeing 767-300ER
.6 Boeing 777-200LR (+ 18 Optionen) - Lieferung ab 2007, ersetzen A340-500
11 Boeing 777-300ER - Lieferung ab 2007
.2 Boeing 777F - Lieferung ab 2009
14 Boeing 787-8 (+ 46 Optionen) - Lieferung ab 2010, ersetzten 767 und A330
15 Embraer E-175
15 Embraer E-190 (+ 13 bestellt)
Air Canada jazz:
15 Bombardier CRJ-700
39 Bombardier CRJ-100/-200 ER
26 Dash 8-300
36 Dash 8-100