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Das grüne Kleeblatt als Wahrzeichen Irlands ist das markante Symbol auf den Maschinen der nationalen Fluggesellschaft Aer Lingus, die am 22. Mai 1936 als Kapitalgesellschaft unter dem Namen Aer Lingus Téoranta gegründet wurde. Obwohl die Regierung des Irischen Freistaates maßgeblich an ihrer Gründung beteiligt war, hatte man keine staatliche Investition vorgesehen, so daß das Unternehmen von der Blackpool an West Coast Airways Ltd., einer Tochtergesellschaft der englischen Olley Air Services, finanziert wurde.
Fünf Tage nach der Gründung nahm die Fluggesellschaft als Irish Sea Airways mit ihrer De Havilland Dragon Iolar tägliche Flüge vom Dubliner Militärflughafen Baldonnel nach Bristol auf. In der Sommersaison folgten ab 30. Mai gemeinsam mit Blackpool an West Coast Airways drei Flüge pro Woche von Dublin zur Isle of Man. Die Strecke nach Bristol wurde von einer viermotorigen D.H. 86 übernommen und am 14. September nach Croydon verlängert. Zum gleichen Zeitpunkt eröffnete man die Strecke Dublin - Liverpool, die aber am 24. Oktober wieder eingestellt wurde.
Am 5. April 1937 gründete die irische Regierung mit einem Grundkapital von 500.000 £ die Aer Rianta Téoranta für die Zivilluftfahrt. Das neue Unternehmen übernahm die Verantwortung für Aer Lingus, die vom 14. Mai bis 4. September ihren Saisonservice von Dublin zur Isle of Man mit einer D.H.89 Dragon Rapide wieder einführte. Zusammen mit der ganzjährig beflogenen Route nach Croydon machte sie den gesamten Flugbetrieb aus, bis am 1. September 1939 sämtliche Flüge ausgesetzt wurden. Die Anzahl der Passagiere von 2915 im Jahre 1938 vermittelt einen Eindruck von der Größe des Unternehmens. Die am 28. Oktober 1939 wiedereröffnete Liverpool-Linie brachte eine geringe Erhöhung auf 3814 Fluggäste. Zwei elfsitzige Lockheed 14, die man im Juni 1939 gekauft hatte, erhöhten die Kapazität kurzzeitig, bis sie im Mai 1940, angesichts der durch den Krieg bedingten Reduzierung der Flüge, veräußert wurden.
Ein neuer Zivilflughafen für Dublin, Collinstown, öffnete am 19. Januar 1940 seine Pforten und die Aer Lingus verlegte ihre Maschinen dorthin. Die neu erworbene Douglas DC-3 setzte man vom 7. Mai an auf der Strecke nach Liverpool ein, wobei ab dem 5. August in Barton, Manchester, gelandet wurde. Aufgrund von Sicherheitsbedenken in Verbindung mit Maßnahmen zur geplanten Landung der Alliierten in der Normandie wurde die Linie am 14. April 1944 von der britischen Regierung vorübergehend eingestellt, bis sie am 8. September wieder beflogen werden konnte.
Mit Kriegsende nahm Aer Lingus am 9. November 1945 ihre Flüge nach London wieder auf. Innerhalb weniger Monate hatten sich die britische und die irische Regierung darüber geeinigt, daß alle Linienflüge zwischen den beiden Ländern durch die irische Fluggesellschaft übernommen werden, von der die BEA und die BOAC 30 % bzw. 10 % des Kapitals erwarben. Am 5. April 1946 wurde das entsprechende Abkommen unterzeichnet und trat am 1. Juli mit der Aufstellung des Flugplanes für täglich vier Flüge von DC-3 nach London (am 1. Oktober von Croydon nach Northolt verlegt) und fünf Flüge (drei mit D.H.86 und zwei mit DC-3) nach Liverpool in Kraft.
In der Zwischenzeit hatte Aer Lingus am 17. Juni ihre erste Strecke zum europäischen Kontinent, nach Paris, eröffnet, der am 9. Juli 1947 die Linie Dublin - Manchester - Amsterdam folgte. Auf der Strecke nach Amsterdam setzte man Vickers Viking ein. Die erste der sieben Maschinen wurde am 4. Juni geliefert. Allerdings wurden die Flugzeuge schon bald weiterverkauft, fünf an die ägyptische Misrair (heutige Egyptair) und zwei an Airwork. Am 1. August nahm man auf den Strecken Dublin - Belfast, Dublin - Glasgow und Dublin - Shannon - London den Betrieb auf. Eine Woche danach begannen zweimal wöchentliche Flüge nach Brüssel und am 6. Oktober flogen die ersten Maschinen auf den Routen Dublin - Manchester, Dublin - Shannon - Paris und Dublin - Belfast - Liverpool. Das Ausmaß der Expansion zeigt sich in der sprunghaften Erhöhung der Anzahl der Fluggäste 19.103 im Jahre 1945 auf über 180.000 im Jahre 1948.
Eine zweite Tochter
Die Aerlinte Eireann Téoranta wurde am 26. Februar 1947 als zweite Tochtergesellschaft der Aer Rianta gegründet und sollte den Service nach Nordamerika übernehmen. Man orderte dafür fünf Lockheed Constellation, von denen die ersten drei im Verband eintrafen. Sie starteten am 16. September von Burbank und erreichten am darauffolgenden Tag Shannon. Am 5. Oktober begannen die Probeflüge über den Atlantik, die den ganzen Winter über andauerten, wenngleich Aer Lingus die Maschinen vom 3. November an für sechs tägliche Rundflüge zwischen Dublin und London einsetzte. Da diese Flugzeuge eine längere Start- und Landebahn benötigten, mußte man von Northolt auf London Airport (Heathrow) überwechseln. Die L.749 Constellation flog ab 12. November auch auf einer neuen Strecke nach Rom, die 1948 jedoch wieder eingestellt wurde. Am 27. Februar 1948 wies die Regierung die Aerlinte Eireann an, ihre geplante Route nach Boston und New York zurückzustellen. Am 19. April ließ man das gesamte Projekt fallen und verkaufte die Maschinen an die BOAC mit Aus lieferungsdatum 14. Juni.
Nach der überhasteten Eröffnung neuer Strecken seit 1947 legte die Fluggesellschaft eine Atempause ein. Im Mai 1949 kamen lediglich ein täglicher Flug der DC-3 von Dublin nach Birmingham und am 3. Mai 1951 die Wiedereröffnung der Linie Dublin - Bristol hinzu. Am 22. April 1952 wurde auch Edinburgh von Dublin aus bedient. Auf einer neuen Strecke nach Cardiff, die am 13. Juni zum ersten Mal beflogen wurde, setzte man ebenfalls die bereits alternde DC-3 ein. Sie mußte auch auf der bis dahin längsten Route der Fluggesellschaft, Dublin - Dinard - Lourdes, fliegen, die am 14. Mai 1954 eröffnet und vom 25. Mai an zweimal wöchentlich nach Barcelona verlängert wurde. Ab diesem Datum wurde bei zwei der fünf wöchentlichen Flüge auch in Biarritz zwischengelandet. Im November 1951 hatte Aer Lingus vier Vickers Viscount V.707 mit Propellerturbinen und 48 Sitzplätzen bestellt. Die Auslieferung der ersten beiden Maschinen erfolgte am 7. März 1954 nach Dublin, die beiden anderen folgten innerhalb eines Monats. Im April nahmen sie dann den Flugbetrieb auf.
Der Flugverkehr zwischen Irland und Großbritannien erfolgte auf Grundlage des im April 1946 unterzeichneten zweiseitigen Abkommens, das nach Ablauf der zehnjährigen Gültigkeit neu verhandelt wurde. Das neue, am 1. September 1956 unterzeichnete Abkommen, senkte den Anteil der BEA von 40 % (BEA hatte zuvor die 10 % der BOAC erworben) auf 10 %. Allerdings stiegen ab April 1957 auch britische Carrier in den irischen Markt ein. Diese wurden auf den Strecken zwischen Dublin und Birmingham, Cardiff, London, Liverpool und Manchester zugelassen. Am 14. April nahm die BEA mit Viscount 802 Flüge nach Dublin auf und im selben Monat eröffnete BKS Air Transport die Route Newcastle - Dublin, die mit DC-3 und ab 9. August mit Airspeed Ambassador beflogen wurde.
Darüber hinaus räumte das Abkommen Aer Lingus Verkehrsrechte zwischen Großbritannien und dem europäischen Festland ein, so daß am 14. und 15. April die ersten Flüge mit der Viscount über Manchester (und Amsterdam) nach Düsseldorf und über Manchester (und Brüssel) nach Frankfurt erfolgten. Die Viscount verdrängte am 25. Mai auch die DC-3 auf der Route Lourdes/Barcelona und am 27. Juni flog sie auf der neuen Linie Dublin - Manchester - Zürich - Rom. Die erste von sieben Viscount 808 war am 22. Mai übergeben worden.
Erste Nordatlantikdienste
Im November 1952 hatte Aerlinte Eireann mit der Seabord & Western Airlines eine Vereinbarung zur Bereitstellung von Maschinen für die Eröffnung ihrer transatlantischen Touristenlinie getroffen, auf der anfangs Douglas DC-4 und dann nach ihrer Auslieferung im Sommer 1954 Lockheed L-1049D Super Constellation eingesetzt wurden. Das amerikanische CAB (Civil Aeronautic Board - Luftfahrtbehörde) legte ihnen jedoch unzumutbare Beschränkungen auf, so daß das Projekt offiziell gestrichen wurde. Im Januar 1958 billigte die irische Regierung eine neue Linie, die dreimal wöchentlich über Shannon nach New York führte und ab 28. April von Super Constellation der Seaboard & Western Airlines beflogen wurde. Vom 1. Juli an erfolgten für die restliche Sommersaison täglich Flüge und ab 8. Oktober wurde bei zwei der drei New York-Flüge pro Woche in Boston zwischengelandet.
Am 27. Juni 1956 bestellte Aer Lingus bei Fokker fünf F.27 Friendship 100 und erhielt fünf der ersten sechs Serienmaschinen - die ersten beiden wurden am 19. November 1958 in Schiphol übergeben. Bis Februar 1959 hatten alle Maschinen ihren Dienst aufgenommen. Die ersten Flüge erfolgten am 15. Dezember zwischen Dublin und Glasgow. Zu den Höhepunkten des Jahres 1959 zählten die Erweiterungen der Routen Dublin - Manchester - Düsseldorf nach Kopenhagen am 4. April und Dublin - Lourdes nach Lissabon zwei Monate später.
Beginn des Düsenzeitalters
Seit dem 1. Januar 1960 vereinigten Aer Lingus und Aerlinte Eireann ihren Flugbetrieb unter dem Namen Aer Lingus - Irish International Airlines. Die 60er Jahre begannen mit der Eröffnung einer täglich beflogenen Linie London - Shannon am 30. Mai, auf der die 1957 gekauften Viscount 808 eingesetzt wurden. Die Flüge boten Anschluß an die Linie von Dublin nach New York, für die Aerlinte Eireann am 11. März 1959 drei Boeing 720-048 geordert hatte. Am 18. November 1960 erfolgte die Auslieferung der ersten Boeing 720 von New York nach Shannon in einer Rekordzeit von 4 h 57 min - offiziell nahm man Linienflüge mit Strahlflugzeugen am 14. Dezember auf. Der letzte Flug einer Super Constellation war ein Charterflug von Idlewild nach Gander, Shannon und Dublin in der Nacht vom 21. zum 22. Dezember 1960. Im Inlandbereich eröffnete Aer Lingus Strecken von Cork nach Dublin, London, Bristol, Cardiff, Birmingham, Paris, Lourdes/ Barcelona und Jersey sowie 1963 eine neue Route Dublin - Lourdes/ Malaga.
Für einen Fahrzeugtransportdienst über die Irische See wurden zwei Aviation Traders Carvair bestellt. Nach ihrer Auslieferung im März und April 1963 wurden sie auf den Strecken von Dublin nach Liverpool, Bristol und Cherbourg sowie von Cork nach Bristol eingesetzt. Die Konkurrenz durch den Wasserfährverkehr führte 1965 zur Schließung dieser Strecken und zum Verkauf der Maschinen drei Jahre später. Im Mai 1963 entschloß man sich, auf den europäischen Routen ebenfalls Strahlflugzeuge einzusetzen. Die Wahl fiel auf die BAC One-Eleven 200, von der Aer Lingus vier Maschinen bestellte. Im Mai 1965 wurde die erste One-Eleven geliefert und auf der Strecke Dublin - Cork - Paris in Dienst gestellt. Am 13. Juni 1964 traf eine Boeing 707-320C ein. Diese geräumigere Maschine mit größerer Reichweite verdrängte die Boeing 720 von den Transatlantikstrecken und ermöglichte regelmäßige Nonstopflüge - nur bei widrigen Windverhältnissen auf den Flügen Richtung Westen mußte zusätzlich in Gander aufgetankt werden. Im Jahre 1966 nahm man weitere Flüge von Dublin und Shannon nach Montreal und Chicago auf, sowie 1967 Routen nach München und Madrid.
Da sich die One-Eleven mit ihren 74 Sitzplätzen als zu klein für die europäischen Kurzstrecken erwies, orderte man im November 1966 zwei Boeing 737-200 mit 117 Sitzen, die im März und April 1969 ausgeliefert wurden. Es folgten drei weitere Maschinen im Januar, Februar und April 1970 sowie drei im Mai 1968 bestellte Exemplare der Serie -200C, die zwischen September und November 1969 eintrafen. Zusammen mit geleasten Maschinen belief sich die Boeing-737-Flotte auf 14 Maschinen, die sich anschickten die Viscount 800 abzulösen, die man 1966 als Ersatz für die Fokker 27 und Carvair eingekauft hatte.
In den 70er Jahren gab es kaum Veränderungen, bis auf die Einführung von zwei Boeing 747-100 im März 1971 und die Eröffnung neuer Fluglinien von Dublin nach Mailand (1976), Cork - Amsterdam, Dublin - Gatwick (1978) und Cork - Zürich (1979). Zu den wesentlichen Änderungen Anfang der 80er Jahre zählten die Schließung der Chicago-Route 1980, die Außerdienststellung der Boeing 707 und die Einführung der Strecke Shannon - Amsterdam 1982.
Flottenerneuerung
Für eine zwölfmonatige Analyse der Marktchancen regionaler Flüge leaste man im Mai 1983 vom Belfaster Hersteller Shorts eine SD.330. Diese Maschine beförderte in einem Jahr 135.000 Passagiere, ein Erfolg, der 1984 zur Gründung der Aer Lingus Commuter führte, mit einer Flotte aus fünf der größeren SD.360. Sie sollten einen inländischen Zubringerdienst für die großen Knotenpunkte nach Cork, Shannon und Dublin aufbauen und die Möglichkeit bieten, einige der "schwächeren" Linien nach Großbritannien und dem Kontinent wie von Dublin nach Bristol, East Midlands, Edinburgh, Leeds/ Bradford und Liverpool sowie von Cork nach Birmingham, Bristol, Manchester und Rennes aufrechtzuerhalten.
Da Aer Lingus mit der Boeing 737-200 gute Erfahrungen gemacht hatte, übernahm sie alle drei folgenden Boeing-737-Modelle : Zwei 737-300 mit je 135 Sitzplätzen wurden im Juni 1986 vor allem für die London-Strecken geordert. Am 3. November 1987 flog die erste Maschine auf der Linie Dublin - Heathrow. Auch die Flotte aus vier Boeing 737-400, die jeweils 156 Passagiere befördern konnten, wurden überwiegend auf der stark beflogenen Londoner Strecke eingesetzt und nahm im Juli 1989 die ersten Fluggäste an Bord. Die Boeing 737-500 mit einer gemischten Bestuhlung für 117 Passagiere, von der sechs Exemplare bestellt wurden, hatte am 2. November 1990 Premiere auf der Route von Dublin nach Gatwick. Sie wird darüber hinaus auch auf den Linien Dublin - Heathrow und Dublin - Brüssel eingesetzt. Im Modernisierungsprogramm blieben die One-Eleven auf der Strecke : ihr Dienst endete im März 1991.
Auf Grundlage der Fünf Freiheiten des Luftverkehrs nahm Aer Lingus Ende März 1988 eine Reihe von Linien über Manchester, Birmingham und Bristol auf, wodurch sich die Flugfrequenz nach Dublin erhöhte und Kopenhagen, Hamburg, Mailand und Zürich in das Streckennetz aufgenommen wurden. Die irische Fluggesellschaft eröffnete zudem die Linien Dublin - Stansted und Dublin - Newcastle. 1990 kamen Dublin - Bristol - Brüssel und Dublin - Manchester - Paris hinzu.
Aer Lingus hatte Anfang 1991 auf ihren Hauptstrecken nach London eine starke Position inne, die durch die Streichung des Irland-Dienstes der British Airways ab dem 25. März weiter gefestigt wurde. Dennoch wies der Jahresbericht zum Geschäftsjahr bis einschließlich 31. März 1991 einen Unternehmensgewinn von nur 7,9 Mill. Irischen £ aus - 71 % vom Vorjahr. In einer Erklärung führte man "widrige ökonomische Bedingungen" als Ursache an, da auch diese Fluggesellschaft von der durch den Golfkrieg verursachten Krise betroffen war. Aer Lingus sah einen Großteil ihrer finanziellen Sorgen in der obligatorischen Zwischenlandung in Shannon begründet. Die Zusammensetzung der Flotte veränderte sich durch die Einführung der Saab 340B in den Dienst der Commuter-Abteilung, die die Shorts 360 ersetzte. Die BAC One-Eleven wurde schließlich nach 26 Jahren aus dem Dienst genommen. Vier neue Boeing 737 ( 1 737-400, 3 737-500) wurden im April geliefert. Seit Oktober 1987 hatte Aer Lingus 16 neue Boeing 737, sechs Fokker 50 sowie die Saab 340 übernommen. Auch wurden im Dezember 1991 zwei Boeing 737-500 geleast. Der Fluggesellschaft fiel es zunehmend schwerer, ihr gegen Ende der 80er Jahre initiiertes Expansionsprogramm zu finanzieren und so wurden acht Boeing 737-200 zum Verkauf freigegeben und die Chicago-Linie eingestellt.
Boeing 767 oder doch Airbus A330?
Gegen Ende 1991 konnte Aer Lingus auf den Strecken nach Großbritannien und in die USA auf den pünktlichsten Flugdienst verweisen und wurde in Europa nur von der SAS übertroffen. Im Rahmen ihres Vorhabens zur Modernisierung der Nordatlantikrouten, übernahm der irische Carrier zwei Boeing 767- 300ER von der Leasinggesellschaft GPA, die sie jedoch beide nach sehr kurzer Dienstzeit auf der Strecke nach London vermietete. Aer Lingus hielt den Einsatz dieser beiden Maschinen auf den Strecken nach Amerika für die Dauer der obligatorischen Zwischenlandung in Shannon für unwirtschaftlich. Der Jahresbericht von 1992 wies per März 1992 einen beispiellosen Verlust von 37,9 Mill. Irischen £ aus, so daß die Fluggesellschaft drastische Sparmaßnahmen einleitete. Die Zwischenlandung in Shannon und ihre Auswirkung auf die nationale Fluglinie lösten eine hitzige politische Debatte aus. Das Wortgefecht führte zu einer Kompromißlösung für die Atlantikrouten. Die Strecke Dublin - Shannon - USA wurde auf Shannon - Dublin - USA umgestellt, um die lokalen Gemüter zu beruhigen. Im Juni 1993 verkündete man den Sanierungsplan, der mit einer Geldspritze der Regierung verbunden war. Aer Lingus zog sich aus dem Frachtbetrieb zurück und gab damit die letzte Boeing 737- 200 auf. Bei der Boeing 767-300ER blieb zunächst noch alles offen (sie wurden dann im Februar 1994 an TWA vermietet), da man die Einführung des Airbus A330-300 für 1993 abwarten wollte. Die Auslieferung der beiden ersten von drei über ILFC angemieteten Airbusse verzögerte sich aber bis Mai 1994. Der dritte A330 traf im November ein. Sie lösten die betagten Jumbos ab, von denen der letzte zum 1. Oktober 1995 außer Dienst gestellt wurde.
Am 14. Februar 1996 stellte Aer Lingus an einem Airbus A330-301 in Dublin ihr neues Corporate Image vor. Die neue Bemalung stellte mehr oder weniger eine Modifikation der alten dar, mit sanfteren Farbtönen und einem realistischerem Kleeblatt als das Motiv aus den 70er Jahren. Bis zu 24 Auszüge und Zitate von irischen Dichtern, Autoren und Dramatikern wurden in den Stoff der Flugsessel-Bezüge, Decken und Teppiche gewebt. Und auch die Menü-Karten, Koffer-Anhänger und Ticket-Titelblätter wurden damit bedruckt.
Weitere Maschinen aus Toulouse
Nachdem für 6 Monate an Ryanair je eine Boeing 737-448 und -548 vermietet wurde, leaste man selber für die Sommersaison '96 von Caledonian Airways eine Lockheed L-1011-385-1-14 TriStar 100 an, um die zusätzlichen Kapazitäten auf den Nordatlantikstrecken einsetzen zu können. Die TriStar wurde in der Sommersaison 1997 von Mai bis Oktober 6 x wöchentlich von Dublin und Shannon nach Newark eingesetzt. Außerdem verdoppelte Aer Lingus die wöchentlichen Frequenzen nach Chicago von drei auf sechs Flüge.
Im April 1997 wurde ein ehemaliger Air Inter-A330-300 übernommen, womit Aer Lingus nun über fünf Maschinen dieses Typs verfügte. Bei den verbliebenen älteren Boeing 737 mußte man sich auch um einen Ersatz kümmern und wählte den Airbus A321-200 mit CFM56-5B3-Triebwerken als Nachfolgemodell auf den Dublin-London-Routen, obwohl der Carrier ein traditioneller Boeing-Kunde ist. Die ersten beiden A321-200 werden von ILFC angemietet und treffen im April und Juli 1998 ein. Gleichzeitig gehen zwei Boeing 737-500 nach abgelaufenen Verträgen an ILFC zurück. Der dritte und vierte A321 kommen direkt von Airbus. Zum Sommerflugplan 1998 sollen alle vier Jets da sein. Aer Lingus glaubt dabei an eine 10 % Steigerung des Dublin-London-Markts und hielt ihre bisherigen Kapazitäten für unzureichend. Zusammen mit den Slot-Restriktionen in London-Heathrow sieht man im Einsatz größeren Fluggeräts die einzige Lösung. Auch im deutschen und französischen Markt möchte Aer Lingus expandieren.
Neben ihren fünf A330 wird Aer Lingus im Sommer 1998 erstmalig einen A340-300 einsetzen, den das Unternehmen vom Hersteller in Toulouse mietet. Damit wird neben der Ostküste der USA auch die Westküste nonstop bedient. Ein A330 sollte im Winter 1997/98 an Ryan International vermietet werden, aber dazu kam es nicht. Statt dessen vereinbarte Aer Lingus die Naßcharterung einer MD-11 von World Airways für neue Dienste an die US-Westküste in der Sommersaison von Mai bis Oktober 1998.
Februar 1998
Streckennetz :
Europa, Nordamerika, Inland
Flotte : (1998)
5 Airbus A330-301 3 geleast von ILFC
2 Boeing 737-248 Adv. abgestellt in Dublin zum Verkauf
6 Boeing 737-448 + 6 Optionen
10 Boeing 737-548 2 geleast von ILFC '93
4 Airbus A321-211 2 lsf ILFC, Lieferung ab 4/98
1 Boeing 737-4S3 geleast v. Futura im Winter/sub-lst Ryanair
1 Boeing 737-4Y0 geleast v. Futura im Winter/sub-lst Ryanair
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